„momentART“

Fotografische Spurensuche: Gruppe „momentART“ lädt zu ihrer zweiten Ausstellung ins Arthaus

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Schleimspur nebst Verursacherin im Linienspiel der Fliesen entdeckt: Birgit Winkler steuert dieses farblich reizvolle Bild der neuen Schau von „momentART“ bei.

„Spuren“ sind das Thema für die zweite Ausstellung der Fotogruppe „momentART“, zu der für Samstag, 25. Januar, 19 Uhr, zur Vernissage ins ehemalige Arthaus an der Hauptstraße 2 eingeladen wird.

Münster - Nachdem sich die Lichtbildner in ihrer ersten Schau vor knapp zwei Jahren Altheim widmeten, suchten sie nun nach einer Aufgabe, die jeder der acht Aussteller individuell umsetzen sollte. Doch auch Altheim kommt zu seinem Recht: Bei gemeinsamen Foto-Spaziergängen schauten die Beobachter auf ortsspezifische Spuren. Die Ergebnisse hiervon sind im Erdgeschoss zu sehen. Zudem erwartet Altheim-Bewohner ein fotografisches Suchspiel. Motive rund um den Spitz-Älthemer wollen dabei freigelegt werden. Zur Eröffnung spielt der Altheimer Künstler Roger Rigorth auf dem Didgeridoo. Mit diesem archaischen Instrument lassen sich nicht nur uralte Fährten musikalisch übersetzen.

Spuren – Wieso wählt sich „momentArt“ solch universelles Thema? „Unsere Spurensuche sollte nicht nur im Sand verlaufen, wenngleich solche Artefakte auftauchen. Es gibt mehr Spuren im Himmel und auf Erden, als sich des Fotografen Hirn ausdenken könnte“, sagen die Lichtbildner. Die archaischen Fährten und Fußstapfen ziehen sicher auch durch die Schau, doch wechseln die Perspektiven, es werden vielfältige Spuren verfolgt. Etwa solche der Bahngleise oder Loipe – der unterschiedlichsten Fahrbahnen. Manch „momentARTler“ legt selbst Spuren, sucht mit seinen Bildern den Spurenleser im Betrachter. „Wir suchten, wechselten die Spur, beseitigten erste Hinterlassenschaften unserer – uns misslungen vorgekommenen – Arbeiten“, erläutern die Lichtbildner zu ihrer Schau, in der rund 50 Fotografien von den Ergebnissen ihrer bunten und schwarzweißen Suche künden.

Ein jeder wandelt auf seinen und anderer Spuren. Der Austausch untereinander ist der Gruppe wichtig – ein beabsichtigtes Fundstück des Projekts. Die Fotografen erlebten sich als Kriminalisten in der Kunst, die auch mal falschen Fährten folgten.

Herbstblätter auf dem Weg, Rinnsale am Meeresufer, ein Stück Treibholz am Uferrand dümpelnd, abblätternde Farbschichten einer alten Mauer, Rost auf dem Autowrack, die Falten im Gesicht einer alten Teepflückerin – alles abgelichtete Spuren. Solche von Zeit und Vergänglichkeit. Wind, Sand, Wasser: Weiches formt Hartes, hinterlässt Spuren.

„Jede künstlerische Arbeit fußt auf einer geistigen oder materiellen Spur. Uns galt es, die Fährte aufzunehmen, sie weiter zu entwickeln, um ihr mit der Fotografie neues Leben einzuhauchen“, erklärt „momentART“ die Intention: „Unsere Bilder geben dem Aufgefundenen neue Aktualität.“ Fremde sowie eigene Spuren würden durch solche Aufnahme verändert, bekämen neuen Sinn.

Zu sehen ist die Schau am Sonntag, 26. Januar, und Sonntag, 2. Februar, jeweils von 14.30 bis 18 Uhr.

tm

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