Viele Angebote für die Cleversten

Aue-Schule erhält trotz Sanierungs-Unbilden „Gütesiegel Hochbegabung“

Man glaubt nicht, welche Höchstleistung und Motivation auch hinter solch eingerissenen Mauern herrscht. Die Aue-Schule hat’s schriftlich. 
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Man glaubt nicht, welche Höchstleistung und Motivation auch hinter solch eingerissenen Mauern herrscht. Die Aue-Schule hat’s schriftlich. 

Da war die Freude auf der Großbaustelle aber groß: Nicht nur, dass an der Schule auf der Aue derzeit ein Stein gegen den anderen ausgetauscht wird, sondern die Schule darf sich weiterhin eine hochbegabungsfördernde Schule nennen.

Münster –  Jetzt hat die Kooperative Gesamtschule mit ihren über 1050 Schülern auch erneut das Gütesiegel einer hochbegabungsfördernden Schule für drei Jahre verliehen bekommen. Seit 15 Jahren darf die Lehranstalt das vom Kultusministerium verliehene Siegel werbewirksam tragen. Und auch, dass sie das derzeit größte und teuerste laufende Schulbau-Projekt des Landkreises mit mittlerweile einem Finanzvolumen von 40 Millionen Euro darstellt, lässt die Qualität des Unterrichts und der zahlreichen zusätzlichen Angebote nicht leiden.

„Hier arbeitet ein tapferes Kollegium“, sagt stolz Schulleiterin Sabine Behling, die derzeit auch optimistisch in die Zukunft der Sanierung, die seit 2015 währt, schaut: „Es geht voran, ich bin zuversichtlich, dass der derzeit laufende Bauabschnitt wie geplant bis Weihnachten nächsten Jahres fertig sein wird.“ Der betrifft immerhin einen Klassentrakt mit 16 Sälen, die Mensa, einige Fach- und Aufenthaltsräume.

Grundlage für die erneute Auszeichnung mit dem „Gütesiegel Hochbegabung“ sind die speziellen Fördermaßnahmen und -angebote, die es allen widrigen Umständen zu Trotz an der Aue-Schule auch in den vergangenen drei Jahren gab. Dazu gehören das erfolgreiche Schul-Orchester, die naturwissenschaftlichen Zusatzangebote der „NaWi-Klassen“ und „NaWi-AG“, die bilingualen Kurse und besondere Exkursionen.

Es geht nicht darum zu ergründen, wie viele Hochbegabte an der großen Schule wirklich lernen. Dies wüsste die Schulleitung auch gar nicht zu beziffern. Es geht um Angebote, die den Hochbegabten, oder, wie es die Leiterin des Gymnasialzweigs der Aue-Schule, Gerhild Eva Krause, ausdrückt, „den besonders interessierten, den besonders leistungsfähigen Schülern“ gemacht werden. Auf der Schule auf der Aue seien sicher sehr viele Hochbegabte, also solche mit einem Intelligenzquotient (IQ) von 130 und mehr, die aber als solche überhaupt nicht diagnostiziert seien. „Die meisten laufen blind mit“, sagt die Gymnasialzweigleiterin. Sie berät im Jahr im Schnitt zwei Schüler mit solcher Diagnose. Doch verteilt auf alle schulischen Angebote für Hochbegabte sind es rund 40 Schüler, die daran teilnehmen. „Es sind meist diejenigen, die schon mit ihren Zeugnissen unter Beweis stellen, zu den Höchstleistern zu gehören“, sagt Krause.

Die Aue-Schule bot diesem Schülerkreis Führungen durch das Frankfurter Städel, das Landesmuseum, einen Nachmittag im Schülerlabor der Goethe-Universität Frankfurt oder auch mal einen Besuch des „Bioversums Kranichstein“ an.

Für das laufende Schuljahr sind ein Besuch der Van-Gogh-Ausstellung im Städel und ein Vormittag im „Schoollab“ der TU in Darmstadt geplant. Die Exkursionen für die Hochleister, auch „Pull-Out-Angebote“ genannt, sind immer jahrgangsübergreifend. Teilnehmen können diejenigen besonders begabten Schüler, die von ihren Klassenlehrern dafür vorgeschlagen werden.

Und dies soll so bleiben, allen Baubelästigungen zu Trotz, denn in drei Jahren will die Schule das Siegel erneut bekommen.

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