Alte Etats und neue Visionen

Bürgerversammlung zur Ortskernentwicklung Münsters

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Nicht alle auf dem Podium wurden gefordert (von links): Marcus Miligan (CDU), Elke Müller (SPD), Gerhard Bonifer-Dörr (ALMA), Schriftführer Jens Kasper, Rainer Klaus Bulang, Gerald Frank, Prof. Hans Joachim Linke, Olaf Burmeister-Salg und Reiner Werner. Foto:S

Gerade einmal drei Dutzend Besucher fanden sich zur Bürgerversammlung in der Kulturhalle ein, um über Investitionen, das Projekt AktVis, die Leader-Projekte und die Ortsentwicklung informiert zu werden.

Münster – In zwei Stunden währender Präsentation durch die Fachleute kamen wenige Fragen auf, aber viele Fakten „wie ein Feuerwerk“ rüber, wie es Klaus Rainer Bulang formulierte, der als Vorsitzender der Gemeindevertretung eingeladen hatte.

Bulang nahm es mit Sarkasmus, vor vielen leeren Stuhlreihen die wenigen Besucher zu begrüßen: „Wären alle knapp 15 000 Einwohner Münsters gekommen, hätten wir Probleme mit dem Platz in unserer Halle bekommen.“ Bürgermeister Gerald Frank drückte es freundlicher aus. Er freue sich über jeden Einzelnen, der gekommen sei. Der „ausgemachte Freund von Bürgerbeteiligung“ fand es schade, dass sich nicht mehr Bürger an der Politik und den Entscheidungsfindungen beteiligen, zitierte aus dem Buch „Was auf dem Spiel steht“ von Philipp Blom um gleich die Antwort auf die Titelfrage zu geben: „Alles“. „Wenn sich die Menschen nicht beteiligen, geht alles den Bach runter“, übersetzte er die Quintessenz frei und verband es mit dem Aufruf, zur Europawahl zu gehen.

Er erachtete das Thema Ortsentwicklung als essenziell, gehe es doch um die Bedürfnisse des Menschen in seinem Wohnumfeld. „Was brauchen wir, um uns wohlzufühlen?“, fragte Frank. Das müsse man wissen, wolle man die Steuergelder sinnvoll für die Allgemeinheit ausgeben. Dafür brauche man jede Menge „Feedback“.

Reiner Werner, Leiter der Finanzabteilung im Rathaus, oblag es, die Investitionen der Gemeinde der Jahre 2009 bis 2018 zu beleuchten. Der Beitrag geriet zum längsten der vier Vorträge, galt es doch zu erläutern, wohin 27,6 Millionen Euro flossen. Die Erinnerungen an Posten wie Kultur- oder Gersprenzhalle wurden wach. Und Werner beleuchtete die Investitionen für 2019 mit 9,7 Millionen Euro, deren größten Posten Rathausvitalisierung, Abwasser, Kinderbetreuung und Straßenerneuerung sind.

Der Bestuhlung zufolge hätten mehr Bürger zur Versammlung kommen können.

Einen Rückblick auf die Leader-Förderprojekte gab Olaf Burmeister-Salg, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung. Vom Arthaus über die Mehrgenerationenanlage Bürgerpark zur Präsenzbeleuchtung Radweg Münster-Eppertshausen und der Muna-Erschließung reichte das Spektrum. Resümee: Münster profitiert von Leader-Mitteln über 518 185 Euro.

Prof. Hans Joachim Linke stellte alle Projektergebnisse von AktVis (Aktion gemeinsame Vision) vor, der Ideensammlung, um dem alten Ortskern neues Leben einzuhauchen. Daran knüpfte der Bürgermeister an, über das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ zu referieren, in das Münster im zweiten Anlauf aufgenommen wurde und das Zuschüsse über sieben Millionen Euro für Münster Infrastruktur verspricht.

Bulang verabschiedete die Gäste schließlich mit der Einladung, „den relativ kleinen Besucherkreis der Gemeindevertreter- und Ausschussversammlungen im Rathaus zu ergänzen“.

VON THOMAS MEIER

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