Gedankenloses Entsorgen kostet Steuergeld

Darum gehören Feuchttücher nicht in die Toilette

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Sieht nicht nur unappetitlich aus, sondern ist auch eine Gefahr für die Technik: Feuchttücher, die massenweise über die Toilette entsorgt werden.

Über die Toilette werden oft gedankenlos Dinge entsorgt, die nicht in den Kanal gehören und in der Kläranlage große Schäden anrichten können. Ein massives Problem in letzter Zeit sind Feuchttücher, die verklumpen und Laufräder und Pumpen verstopfen. Der Chef der Münsterer Kläranlage schildert, was ins Klo darf und was nicht.

Münster – Der Leiter der Kläranlage hinter dem Werlacher Weg, Kilian Huther, hat in seinen vielen Berufsjahren schon so manche Kuriosität aus dem Wasser gezogen. Neben „Klassikern“ wie Feuerzeug, Rasierklinge, Strumpfhose, Medikamentendose und Co. landen mitunter sogar große Elektrogeräte in den Klärbecken, wie zuletzt eine Fritteuse. „Die hat offenbar jemand irgendwo in den Kanal geworfen“, mutmaßt Huther. Was für die einen die schnelle, anonyme Entsorgung nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist, geht voll auf die Kosten der Allgemeinheit: Gegenstände, die nicht in die Toilette gehören, können in dem hochtechnisierten System Kläranlage erhebliche Schäden anrichten.

Oft sind es gerade die Dinge, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, die für große Probleme sorgen. Beispiel: Feuchttücher. Anders als normales Toilettenpapier bestehen sie aus einem extrem reißfesten Material, das sich im Wasser nicht auflöst. Da nicht nur einzelne Tücher im Klärwerk ankommen, sondern ganze Berge, verklumpen sie und verstopfen in der Folge Laufräder und Pumpen, Dichtungen müssen oft erneuert werden. Die Geräte müssen dann stillgelegt und aufwändig gereinigt werden, was den Betriebsablauf durcheinanderbringt. In der letzten Zeit tritt das Problem im wahrsten Sinne des Wortes gehäuft auf, berichtet Huther.

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Das Bewusstsein dafür, was in die Toilette gehört und was nicht, scheint zu schwinden. Vieles, was eigentlich in den Restmüll müsste, wird einfach im Klo heruntergespült, so auch Babywindeln, Tampons, Haare, Zigarettenkippen, Essensreste und Speiseöl. All das gehört jedoch unbedingt in den Hausmüll und hat im Klärwerk nichts zu suchen. Zu viele Essensreste im Kanal können zum Beispiel Ratten anlocken. Umweltschädliche Materialien wie Batterien, Farben, Lacke und Chemikalien dürfen weder über den Abfluss noch im Restmüll entsorgt werden, sie gehören zum Sondermüll.

Die Kläranlage ist ein wichtiges Bindeglied im Wasserkreislauf und stellt sicher, dass alle von qualitativ hochwertigem Trinkwasser aus dem Hahn profitieren können. Jeder trägt Verantwortung dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt. (tm)

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