Der Deal mit dem Wirt

Großer Andrang bei der siebten „River-Night“ an fünf Orten

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Zum Abschied bei The Pins erhielt Sängerin Michelle Bürner das Imitat einer „Goldenen Schallplatte“.

Die Münsterer „River Night“ ist auf großes Interesse der Besucher gestoßen – und in Sachen Aufnahmefähigkeit zugleich an ihre Grenzen. In den fünf teilnehmenden Locations – allesamt in der Nähe des „River“ (Fluss) Gersprenz, der der kostenlosen Musiknacht seinen Namen leiht – war es schon zu früher Stunde brechend voll.

Münster – So war beispielsweise im Wanderheim kaum noch ein Durchkommen, als gegen 21 Uhr ein emotionaler Höhepunkt anstand. Da nämlich verabschiedete die Münsterer Gruppe The Pins ihre Sängerin Michelle Bürner. Die Frontfrau, bis Samstag eine von zwei Sängerinnen der Rock-Pop-Coverband und seit deren Gründung dabei, stand am Wochenende letztmals für The Pins auf der Bühne. Ihre Musikerkollegen bedankten sich bei ihr mit dem Imitat einer „Goldenen Schallplatte“. Was hätte besser passen können, fragten sie rhetorisch ins Publikum.

Das hatte danach weiter Spaß seinen mit der Gruppe – oder aber schaute in einer der vier anderen Spielstätten vorbei. Etwa im wenige Meter entfernten Wanderheim, wo sich RABAZ einmal mehr Rock and Roll, Country und Folk verschrieben hatten. Drinnen kochte schon in der ersten Stunde der „River Night“ die Stimmung, gefühlt auch die Luft. Mancher verfolgte das Geschehen gar von der kühleren Terrasse aus durch die Scheibe. An der Theke kamen die Helfer der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“ kaum mit den Getränken hinterher.

Konzert in besonderer Atmosphäre: The Five mit Frontmann Peter Lehmler in der Münsterer Langsmühle.

Stichwort Getränke: „Das Wichtigste heute Abend ist, dass ihr trinkt“, animierte Bernd Glomsda, Sänger von Perfect Stranger, die Zuhörer in der Radsporthalle. Denn: „Wir kriegen von jedem verkauften Getränk 50 Pfennig.“ Die Währung dürfte zwar eine andere gewesen sein, der Deal aber war klar: Da bei der „River Night“ kein Eintritt erhoben wird, erhalten die Musiker ihre Gage aus freiwilligen Spenden der Besucher, haben mitunter aber auch noch eine Vereinbarung mit ihren Gastgebern getroffen. Bei Perfect Stranger war das der Verein Radsport, der sich unter anderem über Gast Otto Sauer freuen durfte. „Bands wie Perfect Stranger und RABAZ kenne ich schon seit vielen Jahren“, erzählte Sauer, der aus Dieburg gekommen war. Was ihm an der „River Night“ gefalle? „Es ist für jeden etwas dabei!“

„Das Wichtigste ist, dass ihr trinkt“: Perfect Stranger in der Radsporthalle.

Angetan war einmal um die Ecke und übers Bahngleis hinweg auch Norbert Anton. Der Eppertshäuser ist selbst Musiker, suchte unter anderem die Langsmühle und das Konzert von The Five auf. „Mit der Band Saytensprung hatten wir hier eins unserer schönsten Konzerte“, blickte Anton zurück. Die Atmosphäre in der Mühle, in der der gastgebende Heimat- und Geschichtsverein ein Museum eingerichtet hat, war bei der siebten Auflage der Musiknacht unvergleichlich.

Blieb noch das „Minsdere Pilsstibbsche“ gegenüber des Bahnhofs, wo Cool Daddy feststellten, dass sie „Born to be wild“ seien. Wer vor allem „hungry“ war, fand vor der Kneipe das Rezept gegen sein Magenknurren: Der Pizzastand war die auffälligste Neuerung der „River Night“ der gleichnamigen Interessengemeinschaft, deren Erfolg mit dem Format sich, ob des kräftigen Andrangs im Grunde kaum noch steigern darf.´

Von Jens Dörr

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