Grenzen verschieben

Ultraläufer Dominic Hoffmann bei „DJK am Freitag“ 

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Extremsportler Dominic Hoffmann präsentiert eine Auswahl unterschiedlicher Laufschuhe seinem Publikum in der „Holzkiste“ der DJK Münster.

Im vergangenen Jahr hatte sich die DJK Blau-Weiss Münster neben anderen das Ziel gesetzt, die Gaststätte des Vereins wieder mehr zu einem Ort der Begegnung für die Menschen des Vereins, aber auch für andere Münsterer und Sportfreunde werden zu lassen.

Münster – Mit dem nunmehr offiziellen Namen „DJK Holzkiste“, der das neu gestaltete Innenleben der Räumlichkeiten widerspiegeln soll, wurde eine neue Kampagne ins Leben gerufen: „DJK am Freitag“ – das steht für ein Event an jedem ersten Freitag im Monat. Dabei handelt es sich um ganz unterschiedliche Events, wie zum Beispiel Informationen über Sportarten, die nicht in der DJK betrieben werden, zu verbreiten.

Am Freitag konnte aufgrund verwandtschaftlicher Verknüpfungen Dominic Hoffmann gewonnen werden, der über die Besonderheiten von Ultraläufen berichtet hat. Hoffmann stammt aus Eppertshausen, ist in Münster zur Schule gegangen und hat in Dieburg seine Abiturprüfung bestanden. Es folgte ein Studium der Betriebswirtschaft in Köln, in den Vereinigten Staaten von Amerika und in China. Erste Berufserfahrungen konnte er bei der Daimler AG sammeln, um dann seinen Wirkungskreis nach Südostasien zu verlegen, wo er eine Führungsposition übernehmen konnte.

Der folgende Büro-Alltag hat ihm zu einem Körpergewicht von 90 kg verholfen, wie er grinsend seinem Publikum berichtete. Er versuchte, so erzählte er weiter, mit Sport sein Gewicht zu reduzieren. Mit wachsenden Erfolgen (Gewichtsabnahme) nahm auch die Freude am Sport zu und er verschrieb sich dem Laufen. Er konnte dabei seine physischen Grenzen weiter und weiter hinausschieben, indem sich seine Ausdauer steigerte. Damit einher gingen auch psychische Veränderungen durch bewussteres Wahrnehmen seines Lebensumfeldes.

Heute lebt Hoffmann in Frankfurt, geht von dort aus seinen beruflichen Verpflichtungen nach und widmet sich seinen sportlichen Aktivitäten. Dem aufmerksam zuhörenden Publikum beschrieb er ausführlich, dass niemand von heute auf morgen zum Marathonläufer wird, schon gar nicht zum Ultraläufer. Etwa ein- bis zwei Jahre Training sind als Vorbereitung für die Teilnahme an Wettbewerben erforderlich. Er übt diesen Sport, der die Anforderungen an einen Marathonlauf um ein Vielfaches übertreffen, selbst aus. Der Leichtathlet gab Tipps, wie Trainingspläne aufgestellt und vor allem umgesetzt werden sollten.

Wer lange läuferisch unterwegs ist, braucht passendes Schuhwerk, um den Anforderungen der unterschiedlichen Strecken (Pflaster, Gelände) gewachsen zu sein. Hoffmann hatte eine Auswahl verschiedener Laufschuhe mitgebracht und zeigte unterschiedliche Sohlenprofile für Straße oder Gelände. Auch spielt die richtige Kleidung eine Rolle, denn je nach Laufdauer kann man Tag und Nacht bei sehr unterschiedlichen Temperaturen und Witterungsverhältnissen unterwegs sein. Rucksäcke, in denen bei vielstündigen Läufen vor allem Getränke, aber auch Verpflegung in angemessenem Umfang zu transportieren sind, dürfen nicht drücken oder scheuern. Hier eine falsche Wahl getroffen zu haben, kann leicht zum ungewollten vorzeitigen Ende des Laufes führen.

Kräftiger Applaus war Lohn für den engagierten Vortrag. Geduldig beantwortete Hoffmann Fragen und er beteiligte sich aufgeschlossen an den folgenden Diskussionen.

VON PETER PANKNIN

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