Gutachten liegt vor

Kita-Neubau in Münster: Boden der alten Kläranlage ist „in Ordnung“

Blick aufs Gelände der alten Kläranlage, das derzeit der Nabu Münster nutzt. Ob hier die Kita St. Michael neu entsteht, ist noch offen. Der Boden ist dafür geeignet, sagt nun ein Gutachten.
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Blick aufs Gelände der alten Kläranlage, das derzeit der Nabu Münster nutzt. Ob hier die Kita St. Michael neu entsteht, ist noch offen. Der Boden ist dafür geeignet, sagt nun ein Gutachten.

Die Kita St. Michael sucht einen neuen Standort in Münster. Nun liegt ein Gutachten zur alten Kläranlage vor. Eine Alternative gäbe es jedoch auch.

Münster – Die Kinderbetreuung in Münster ist nicht nur durch den steigenden Bedarf im Wandel. Auch marode Gebäude wie das der Kindertagesstätte St. Michael in der Gerhart-Hauptmann-Straße und die nicht auf Dauer genehmigungsfähige Interimslösung für die Kita an der Gersprenz im ehemaligen Jugendzentrum erfordern Veränderungen und Investitionen. Besonders SPD und ALMA können sich den Neubau der Kita St. Michael auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage am Werlacher Weg (schräg gegenüber vom Gersprenzstadion) vorstellen, für das nun das Bodengutachten vorliegt. Die CDU hält davon ebenso wenig wie von Kita-Plänen auf dem Frankenbach-Gelände und bringt stattdessen das Neubaugebiet „Im Seerich“ ins Spiel.

Mit Blick aufs Areal am Werlacher Weg, das derzeit der Naturschutzbund nutzt, hatten vor allem die Christdemokraten Altlasten in der Erde befürchtet. Daraufhin gab die Gemeinde ein Bodengutachten in Auftrag. Das liegt nun vor und kommt zu dem Ergebnis, dass der Untergrund einen Kita-Bau an dieser Stelle grundsätzlich zulässt. „Ich kann bestätigen, dass das Bodengutachten in Ordnung war“, sagt Jan Stemme (ALMA), der Erster Beigeordneter und Vize-Bürgermeister ist und derzeit Noch-Amtsinhaber Gerald Frank (SPD) im Rathaus vertritt. Stemme betont zugleich: „Das heißt aber noch nicht, dass wir den Kindergarten an dieser Stelle bauen.“ Lediglich diese Hürde scheint aus dem Weg geräumt. Die CDU hegt derweil gewisse Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens.

Die Christdemokraten sprechen sich ohnehin schon länger für einen Neubau der Kita St. Michael im „Seerich“ aus. „Darauf haben wir immer wieder hingewiesen“, sagt Thorsten Schrod, der die Fraktion der CDU in der Gemeindevertretung führt. Was außerdem die Gelegenheit biete, den Standort der alten Kita St. Michael der deutlich kleineren Kita an der Gersprenz anzubieten. Die Kita an der Gersprenz, die nicht länger im einstigen Jugendzentrum gegenüber dem Wanderheim bleiben darf und bei der Anfang Juli die Trägerschaft wechselte (die Gemeinde übernahm für die AWO family gGmbH, die wegen unklarer Perspektiven gekündigt hatte, wir berichteten), erhält in Räumen des Hallenbads nun lediglich die nächste Übergangslösung. Seitens SPD und ALMA wird dafür weiter ein Neubau auf dem von der Koalition als Mischgebiet geplantem Frankenbach-Gelände favorisiert, während sich die CDU dort keine Kita und stattdessen ein Gewerbegebiet wünscht.

Wie machbar aber ein Neubau der Kita St. Michael im „Seerich“ in finanzieller Hinsicht wäre, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die CDU hält diesen Standort für den richtigen; Frank bestätigt zwar, dass dort drei freie Wohngrundstücke für die Kita genutzt werden könnten, diese aber für ein „Gesamtvolumen in Höhe von 1,5 Millionen Euro“ gekauft werden müssten. Die Grundstücke gehören der LBBW Kommunalentwicklung, mit der die Gemeinde das Baugebiet bis auf wenige Areale bereits gemeinsam vermarktet und teils auch schon entwickelt hat. Für eine Kita im „Seerich“ müsste der Bebauungsplan angepasst werden. (Von Jens Dörr)

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