Nach 24 Jahren

Ortsverband der Liberalen stellt bei Kommunalwahl 2021 wieder eine Liste - FDP feiert ihr Comeback

Sie führen die FDP Münster und Altheim und streben mit den Liberalen nach 24 Jahren lokalparlamentarischer Pause das Comeback in der Gemeindevertretung an: Ortsverbands-Vorsitzender Jörg Schroeter (rechts) und sein Stellvertreter Arne Mundelius. Beide dürften auch Spitzenplätze auf der FDP-Liste für die Hessischen Kommunalwahlen am 14. März einnehmen.
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Sie führen die FDP Münster und Altheim und streben mit den Liberalen nach 24 Jahren lokalparlamentarischer Pause das Comeback in der Gemeindevertretung an: Ortsverbands-Vorsitzender Jörg Schroeter (rechts) und sein Stellvertreter Arne Mundelius. Beide dürften auch Spitzenplätze auf der FDP-Liste für die Hessischen Kommunalwahlen am 14. März einnehmen.

2021 wird der FDP-Ortsverband Münster und Altheim 30 Jahre alt. Zum „Runden“ setzen die Liberalen ein Ausrufezeichen und feiern in der Gersprenz-Gemeinde nach langer Pause ihr parlamentarisches Comeback: Bei den Hessischen Kommunalwahlen am 14. März gehen sie mit einer eigenen Liste ins Rennen und erweitern damit das örtliche politische Spektrum.

Münster – Das letzte, und auch einzige Mal, dass die FDP seit ihrer Ortsverbands-Gründung in der Gemeindevertretung saß, war von 1993 bis 1997. Damals gewannen die Freien Demokraten zwei Mandate. Bis zu den Wahlen in sechs Monaten werden somit 24 Jahre vergangen sein, in denen sie von der lokalen Entscheiderbühne verschwunden waren. Denn außerparlamentarisch lässt sich in der Kommunalpolitik wenig bewegen.

Nun strebt die örtliche FDP ihre Rückkehr in die Gemeindevertretung an. Zwar hat der Ortsverband nur zehn Mitglieder, doch zur Kandidatur im nächsten Frühjahr haben sich bereits ein Dutzend Personen bereit erklärt. „Auf unserer Liste sind auch parteilose Bewerber vertreten und herzlich willkommen“, sagt Jörg Schroeter (60), der auf der Mitgliederversammlung jüngst als Ortsverbands-Vorsitzender bestätigt wurde. Ebenso wie sein Stellvertreter Arne Mundelius (39), der wie Schroeter einen Spitzenplatz auf der Kommunalwahl-Liste einnehmen und damit die besten Aussichten für den Gewinn eines Mandats im Ortsparlament haben dürfte.

Gleichwohl sich die beiden bei der genauen Zusammensetzung der Liste noch nicht in die Karten schauen lassen. Kein Wunder, kann sie doch noch um einige Personen wachsen und wird voraussichtlich erst Ende September auf einem Parteitag final geordnet und verabschiedet.

Auch das Wahlprogramm ist noch im Entstehen – was nicht heißt, dass sich der FDP-Ortsverband bislang keine Gedanken über Inhalte und politischen Stil gemacht hätte. Letzterer brauche in Münster eine Auffrischung, findet Mundelius: „Wir wollen das Klima ändern“, sagt er und meint das auch als Seitenhieb auf die mitunter vergiftete Atmosphäre in der Gemeindevertretung, wo ein tiefer Graben zwischen der Koalition aus SPD und ALMA sowie der oppositionellen CDU verläuft. „Wir wollen Konstruktivismus, Ideen und Mut reinbringen“, sagt der Stellvertretende Vorsitzende. Und das mit so vielen Fraktionsmitgliedern wie möglich, wobei Schroeter und Mundelius zwei bis vier (der 37 zu vergebenden) Mandate für realistisch halten.

Den „frischen Wind des Wandels“, den die führenden Liberalen im Ort versprechen, wolle man durch „Schaffenskraft, um die Ecke denken und das Einbinden der Bürger“ erzeugen. Seit zwei Jahren intensiviert die FDP in Münster wieder den Austausch mit Privatleuten, Vereinen und Gewerbetreibenden. Dies tut sie in Gesprächsformaten mit lokalen Unternehmen und dem Gewerbeverein, über einen vierteljährlichen Newsletter oder jüngst mit eine Online-Umfrage, an der alle Bürger teilnehmen konnten.

Derlei Erkenntnisse und noch viel mehr, die folgen sollen (Schroeter: „Wir müssen viel lernen, denn Zuschauer in der Gemeindevertretung zu sein ist etwas ganz anderes, als dort vorne zu sitzen und mitzureden“), sollen den Liberalen helfen, „aus Münster einen Ort zu machen, der nach vorne schaut“. So drückt sich Mundelius aus und möchte mit den anderen Freien Demokraten sowie den parteilosen Kollegen der Liste, „den Ort so weiterentwickeln, dass er sowohl eine Perspektive mitbringt für die, die hier schon verwurzelt sind, als auch die, die zugezogen sind“. Zu letzterer Gruppe gehören streng genommen beide Führungskräfte der FDP Münster und Altheim, auch wenn Schroeter schon seit 20 Jahren in der Gemeinde lebt und Mundelius (dessen Frau aus Münster stammt) seit sechs Jahren.

Neben dem Duo steht auch Schatzmeister Dominik Löbig seit längerer Zeit an der Spitze der Münsterer Liberalen, bei der Mitgliederversammlung wurde zudem Albert Matheis als Beisitzer neu in den Vorstand gewählt. Mit großen Namen und politischen Plänen der Bundes-FDP wollen die Freien Demokraten an der Gersprenz nicht punkten: „Unsere Arbeit ist zu 100 Prozent kommunal“, betonen sie. Was in Berlin geschehe, was Christian Lindner sage - „all das können wir nicht beeinflussen. Wir sind für den Ort da.“ (Von Jens Dörr)

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