Kulturprogramm lockt im Vorjahr 3 300 Menschen

Kulturprogramm in Münster muss Vollbremsung hinlegen - Kostentransparenz fehlt

Der AGV-Chor Flame sorgte mit „Let’s Musical“ (Foto) und „Titanic“ bereits zweimal für stark frequentierte Veranstaltungen im Rahmen des Kulturprogramms der Gemeinde Münster.
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Der AGV-Chor Flame sorgte mit „Let’s Musical“ (Foto) und „Titanic“ bereits zweimal für stark frequentierte Veranstaltungen im Rahmen des Kulturprogramms der Gemeinde Münster.

Das Jahr des Kulturprogramms der Gemeinde Münster begann fulminant: Bei drei Vorstellungen lockte das Darmstädter Kikeriki-Theater jeweils 500 Besucher in die Kulturhalle, 1 500 Menschen insgesamt. Aber dann kam Corona.

Münster –  Auch das Konzert des bayrischen Polizeiorchesters im Februar und die märchenhafte Musical-Gala Anfang März setzten noch Akzente. Während der Auftakt und auch die Vorjahres-Bilanz großem Zuspruch zeugen, legt das Programm ob der Corona-Krise nun eine Vollbremsung hin.

Diverse Theaterstücke bereits ausgefallen

Schon ausgefallen sind etwa das Theaterstück der Aue-Schule und der Tanztee der Bigband des Münsterer Turnvereins. Das Familienkonzert „Die Traummaschine“, geplant für den 17. Mai, hat das Kulturamt in Absprache mit dem Veranstalter ebenfalls schon abgesagt. Derzeit noch vorgesehen sind Auftritte der Comedians Johannes Scherer und Andy Ost (11. September) sowie Alice Hoffmann (13. November), der Herbstball der TVM-Bigband (31. Oktober) und die beiden Kindertheater-Vorstellungen „Frau Holle“ am 22. November. 

Mit Ausnahme des Kindertheaters kann man für diese Veranstaltungen weiterhin Tickets kaufen. Gleichwohl auch die Gemeinde es für „unwahrscheinlich“ halte, dass die Events auch tatsächlich stattfinden können, wie Pressesprecherin Meike Mittmeyer-Riehl mit Blick auf die ungewissen, bis Jahresende aber wenig verheißungsvollen Aussichten in der Corona-Krise sagt.

Keine Aussagen zu aufgewendeten Steuermitteln von der Gemeinde Münster

Während das Kulturprogramm der Gemeinde, das 2014 Verwaltungsmitarbeiterin Stefanie Lange initiierte, das seit 2016 Kulturmanagerin Lena Brunn gestaltet und für das dank des Rückhalts bei Bürgermeister Gerald Frank sowie der SPD- und ALMA-Mehrheit in der Gemeindevertretung neben Sponsorenmitteln und Eintrittsgeldern auch Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden, durchaus seine Fans gefunden hat, blickt die oppositionelle CDU ob der Ausgaben kritisch auf das Projekt. Aus Sicht der Gemeinde hat sich das Veranstaltungsangebot „zu einer erfolgreichen und festen Größe entwickelt“, die Kostentransparenz ist aber ausbaufähig.

Denn genaue Zahlen zu den Ausgaben und auch zur Höhe des Zuschusses aus Haushalts- und damit Steuermitteln könne die Gemeinde „aus vertraglichen Gründen nicht nennen“. Allerdings würden „die Ausgaben für die Künstler durch die Ticketeinnahmen refinanziert“.

Sponsoren leisten „sehr wichtigen Beitrag“ für Münsterer Kulturprogramm

Seinen „sehr wichtigen“ Beitrag leisteten auch die Sponsoren. Aktuell unterstützen das Programm fünf „Kulturpartner“ und sechs „Kulturförderer“. Dabei handelt es sich um lokale Unternehmen, die teils schon seit den ersten Jahren dazu beitragen, dass mitunter nationale Größen überhaupt ihren Weg in die Münsterer Kulturhalle finden. Ein „Kulturpartner“ unterstützt dabei mit besonders viel Geld, darf sich dafür bei einer Veranstaltung pro Jahr in größerem Rahmen präsentieren. Da in den Verträgen mit den Sponsoren eine Verschwiegenheitserklärung enthalten sei, könne die Gemeinde zur Höhe der Förderung durch die Unternehmen nichts Näheres sagen.

Konkreter geht das Rathaus auf die Zahl der Besucher im vergangenen Jahr ein: Insgesamt hätten mehr als 3 300 Zuschauer die Veranstaltungen des gemeindlichen Kulturprogramms besucht. Am stärksten frequentiert gewesen seien die Kindertheater-Vorstellungen („Karlsson vom Dach“ im Frühjahr mit über 300 und „Der kleine Eisbär“ mit zwei Vorstellungen mit jeweils über 400 Besuchern) sowie die drei Vorstellungen des Titanic-Musicals, an dem auch der AGV-Chor Flame beteiligt war.

VON JENS DÖRR

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