Arbeitskreis gegründet

Lädchen im Schoeltzke-Haus?

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Meike Mittmeyer-Riehl notierte im gut besetzten Gustav-Schoeltzke-Haus Kritikpunkte und Ideen. Die mit dem meisten Applaus bedachte kam von Ex-Bürgermeister-Kandidat Sascha Hollmann (erste Reihe, Zweiter von rechts).

Altheim -   Das Altheimer Lädchen, neben einer Bäckerei einzige Einkaufsmöglichkeit im 2700 Einwohner großen Münsterer Ortsteil, befindet sich in unruhigem Fahrwasser. Von Jens Dörr 

Jetzt suchte die Gemeinde mit Bürgern bei einem Infoveranstaltung nach neuen Möglichkeiten, den Laden zu erhalten.

Auch nach der Senkung der Miete für die Geschäftsräume des Lebensmittel-Lädchens mit Bäckereitheke, Post- und Wäschereiservice sowie Lotto-Annahmestelle in der Kirchstraße droht Betreiberin Felicitas Lauszat auf absehbare Zeit das Aus, wenn sich die Ausgaben nicht weiter verringern und die Altheimer nicht für mehr Umsatz bei ihr sorgen. Mit einer Informationsveranstaltung am Freitagabend im Gustav-Schoeltzke-Haus schaltete sich nun auch das Münsterer Rathaus in die Mission einer dauerhaften Rettung des Einkaufsangebots ein. Es war eine Zusammenkunft, die für neuen Mut gesorgt haben dürfte.

Denn trotz des ungünstigen Termins mitten in den Sommerferien und parallel zu einer Jubiläumsveranstaltung des TSV Altheim fiel der Zuspruch mit 80 Teilnehmern stattlich aus. Bürgermeister Gerald Frank, der das Treffen initiiert hatte, war dabei vor allem daran gelegen, dass neben den Gründen für das zurückhaltende Einkaufsverhalten der Altheimer auch erste konstruktive Lösungsvorschläge gemacht wurden. Meike Mittmeyer-Riehl, die für die Gemeinde in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, notierte beides auf Flipcharts.

Der Münsterer Jürgen Kreher, der in Eppertshausen eine Bäckerei führt und mit einigen seiner Backwaren auch das Altheimer Lädchen beliefert, konstatierte in seiner Wortmeldung noch einmal Grundsätzliches: „Die Altheimer müssen dort ganz einfach einkaufen gehen. Ansonsten geht das Lädchen unter.“

Es kristallisierte sich aber auch heraus, dass mancher durchaus dazu gewillt sei – und sich mit Einkäufen dann doch zurückhalte: zu wenige Parkplätze (nur drei Stück) am jetzigen Standort, zu kurze Öffnungszeiten und ein Angebot, dass etwa aufgrund zu weniger regionaler und biologisch erzeugter Produkte nur bedingt attraktiv sei. Gleichwohl wurde Lauszat, die das Lädchen seit neuneinhalb Jahren führt und sich am Ende langer Arbeitsmonate selbst oft nur ein mickriges Salär auszahlt, wiederholt für ihren Einsatz gelobt: „Sie reißt sich die Beine aus“, betonte eine Frau.

Bei den Ideen, wie das Lädchen (auch in seiner Rolle als sozial wichtiger Treffpunkt) zukunftsfähig gemacht werden könnte, kam mehrfach der Vorschlag, an einen neuen Standort in Altheim zu wechseln, mit dem geringere Fixkosten, mehr Ladenfläche und mehr Parkplätze einhergingen. Einer schlug das ehemalige Volksbank-Domizil vor. Den größten Applaus erhielt für seine Anregung aber Sascha Hollmann, der bei der letzten Münsterer Bürgermeister-Wahl als Parteiloser kandidiert hatte: Er schlug das gemeindeeigene Gustav-Schoeltzke-Haus als neuen Platz für das Altheimer Lädchen vor. „Das finde ich eine gute Idee“, antwortete gleich darauf auch Wahlsieger und Rathaus-Chef Gerald Frank. Wobei er nachlegte, dass „der öffentlichen Hand Grenzen gesetzt“ seien. „Wir können nicht subventionieren.“

Gleichwohl dürfte die Idee des Umzugs des Altheimer Lädchens ins Gustav-Schoeltzke-Haus im ersten Treffen eines Arbeitskreises, der sich am Freitagabend gründete und an dem sich noch weitere Personen beteiligen können, weiter verfolgt werden. Hollmann ergänzte unter ebenfalls klatschender Zustimmung, dass man sich überdies doch auch noch mit der Ansiedlung eines Hausarztes im Schoeltzke-Haus befassen möge. Altheim hat erst vor wenigen Monaten seinen Hausarzt verloren. Inhaltlich in die Tiefe gehen wird es diesbezüglich wohl schon beim ersten Treffen des Arbeitskreises, das binnen der kommenden drei Monate stattfinden soll.

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