Wenn der Weg weg ist 

100 Münsterer und Eppertshäuser kämpfen um den Trampelpfad an der Aue-Schule

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Der Weg ist weg: Jahrelang verband ein Trampelpfad auf der Ostseite der Münsterer Schule auf der Aue die Heinrich-Heine-Straße mit der Theodor-Storm-Straße. (Symbolfoto)

Der Weg ist weg: Jahrelang verband ein Trampelpfad auf der Ostseite der Münsterer Schule auf der Aue die Heinrich-Heine-Straße (im Süden) mit der Theodor-Storm-Straße (im Norden). Auf der Nordseite mündete er in den Spielplatz, der an der Storm-Straße liegt.

Münster – Wegen Bauarbeiten des Landkreises Darmstadt-Dieburg als Schulträger blieb der Weg zunächst temporär gesperrt – was sich mit Abschluss der Arbeiten im Frühjahr aber nicht mehr änderte. Seither vermissen Anwohner, Spielplatz-Nutzer, der VfL Münster sowie Schüler aus Münster und Eppertshausen die Abkürzung, die mit Bauzäunen versperrt ist.

Obwohl eine Gruppe um Anwohnerin Judith Georgens 100 Unterschriften von Personen sammelte, denen der Weg wichtig ist, blieb der Kreis bisher bei seiner Sperrung. Bürgermeister Gerald Frank ist für eine Ersatzlösung offen.

Aus dem Schriftverkehr zwischen Georgens und dem – inzwischen im Amt von Robert Ahrnt abgelösten – Schuldezernenten Christel Fleischmann gehen die Positionen beider Seiten hervor. Die Verfechter des Durchgangs auf Kreisgelände, den Mitarbeiter des Kreises durch das Wegschneiden des Gestrüpps stets gepflegt hatten und der nun verwildert, führen mehrere Nutzergruppen auf. Ihnen gemein sei, dass sie durch die Abkürzung Zeit sparten, weil sie nicht den Umweg über die Heine-Straße bis zum Werlacher Weg nehmen mussten.

Dies betreffe konkret: Aue-Schüler, die im Sportunterricht zum Gersprenzstadion laufen; Schüler aus Eppertshausen, die mit dem Rad zur Schule kommen; der VfL Münster, der in manchen Trainingseinheiten zwischen Gersprenzhalle und Stadion pendelt; Kita-Kinder, die mit ihren Erzieherinnen auf den Spielplatz gehen; Familien, Hundehalter und Spaziergänger, die das Feld zwischen Münster und Eppertshausen zur Naherholung aufsuchen; nicht zuletzt auch Besucher von Veranstaltungen in der Gersprenzhalle, die nach der Sperrung des Wegs nun fast nur noch auf der Südseite der Halle eine Parkmöglichkeit suchen.

Dem gegenüber steht die Sicht des Landkreises: Man habe nach dem Schreiben und den eingesandten Unterschriften noch einmal „die Interessenslagen geprüft“. Der Weg könne aus mehreren Gründen aber nicht mehr bestehen bleiben: „Er verursacht unseren Mitarbeitern vor Ort zusätzlichen Arbeitsaufwand.“ So werde er „als Hundeklo benutzt“, was die Befürworter des Pfads bestreiten. Neben dem Aufwand, auch für die Müllbeseitigung, handele es sich zudem um einen „Störfaktor“ für einige Klassen der „mobi-sku:l“, aus denen die Schüler durch die Fenster auf den Weg gucken und sich von vorbeigehenden Personen irritiert fühlen würden. Auch das bestreitet die Gruppe um Georgens, wähnt sogar einige Sportlehrer der Aue-Schule auf ihrer Seite. Die Störung sei als Begründung überdies „unlogisch“, weil sich die Schüler dann ja auch vom Geschehen des ebenfalls einsehbaren Spielplatzes gestört fühlen müssten.

Vor allem aber liegt den Nutzern des Wegs an einer für alle Seiten akzeptablen Lösung. So könne man die Sache eventuell dadurch zur Zufriedenheit aller lösen, indem man den Pfad wieder öffne, die Pflege aber ehrenamtlich von Anwohnern übernommen werde. Oder aber durch die Schaffung eines Ersatzwegs einige Meter weiter östlich, wobei der Eingang im Norden dann weiter am Spielplatz wäre, der neue Weg aber etwas von „mobi-sku:l“ und Halle entfernt über den Sportplatz führen könne.

Die 100 Personen, die ihr Interesse mit ihrer Signatur dokumentiert haben, hoffen nun darauf, dass sie Unterstützung von den Münsterer Kommunalpolitikern erhalten. Mit Bürgermeister Gerald Frank (SPD) stand die Gruppe bereits in Kontakt. Eine Lösung wurde bislang noch nicht gefunden. Frank sagte jetzt zum Thema: „Bei einem Ersatzweg muss man mal eine Aufwand-Nutzen-Rechnung machen, sich die Sache einfach mal angucken. Ich bin da für alles offen.“ Das Problem sei ihm bekannt, „mich haben einzelne Leute darauf angesprochen“. Gesprochen habe er jedoch „auch mit Bürgern, denen der Umweg nichts ausmacht“.

VON JENS DÖRR

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