Beifall für Quasimodo und Rapunzel

Publikum in Kulturhalle begeistert von märchenhafter Musicalgala in fünf Episoden

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Szene aus „Die Eiskönigin“: Prinzessin Anna (mit roten Zöpfen, dargestellt von Lena Starke) und ihr Gefolge haben ihren bunten Auftritt.

Wenn die Schöne und das Biest mit Rapunzel und Quasimodo auf musikalische Entdeckungsreise durch die Kulturhalle gehen und fabelhafte Musik durch den Raum schwebt, dann ist Musical-Zeit in Münster.

Münster – Im gut gefüllten Saal freute sich das bestens gelaunte Publikum auf kreativen musikalischen Theaterspiel. Es war einmal ... – so fangen fast alle Märchen an. In früheren Zeiten oft von Mutter oder Großmutter den Kindern vorgelesen, bevor es hieß: „Jetzt wird geschlafen“. Heute, wenn überhaupt noch Märchen geboten werden, liest eine App vor oder das Tablet spielt ein Filmchen ab. Viele Märchen wurden verfilmt, boten immer wieder Stoff für Produktionen von Walt Disney, dienten aber auch als Vorlagen für Musicals, die erfolgreich auf zahlreichen Bühnen nicht nur in Deutschland gespielt werden. Menschen, die sich gerne musikalisch betätigen, gerne fantasievolle Kostüme präsentieren und öffentliche Auftritte nicht scheuen, finden sich immer wieder zusammen, um ein Musical auf die Beine zu stellen respektive auf die Bühne zu bringen.

Erst im vergangenen Jahr gründete sich ein Verein in Groß-Bieberau, der sich der Erarbeitung von Musicals widmet. Obwohl als Verein noch jung, haben die Akteure schon Erstaunliches zustande gebracht. Mit „Frühlingserwachen“ hatten sie als Gruppe „OnStage“ ihre Premiere, mit dem Musical „Frankenstein“ konnten sie beachtliche Erfolge erzielen, unter anderem mit Aufführungen beim Halloween-Festival auf Burg Frankenstein im Odenwald. Ihre neueste Produktion, eine Zusammenstellung von Musicals aus der Märchenwelt, wurde auch schon mehrfach in Erbach und in Nidderau erfolgreich aufgeführt. Am Samstag wurde die Märchen Musicalgala erstmals in Münsters Kulturhalle aufgeführt.

Die Begrüßung der gut 350 Gäste übernahm Bürgermeister Gerald Frank. Er verlieh seiner Freude darüber, dass in der Kulturhalle erneut eine Musical-Veranstaltung stattfindet. Unter dem Titel „Es war einmal“ wurden unter Regie von Marc Bockius Ausschnitte aus gleich fünf bekannten Geschichten dargeboten.

Zum Einstieg in die bunte Welt der Musicals wurden die Zuschauer Zeugen vom Gute-Nacht-Geschichten-Vorlesen für die Kinder Hannah und Emma, bevor die sich ihren Gedankenreisen hingeben konnten. Ein fantasievolles Bühnenbild, geschaffen von Harald Kuske und Carola Martin, fesselte die Besucher durch traumhaft schöne Farbspiele und musikalische Klänge. Für die Beleuchtung hatte man sich der Unterstützung durch „Crosslight Showtechnik“ versichert, die musikalische Gesamtleitung lag bei Carola Martin.

Die instrumentalen Klänge kamen nicht vom Band, sondern wurden von einem zwölfköpfigen Orchester live gespielt. Den Augen der Zuschauer blieb das Orchester zunächst jedoch verborgen, erst zum Schluss der Veranstaltung kamen die Instrumentalisten auf die Bühne, um den wohlverdienten Applaus zu genießen.

Melodien aus „Die Schöne und das Biest“ eröffneten den Märchenreigen, gefolgt von Rapunzel mit wahrhaft langem Haar. Das wurde jedoch nicht von Quasimodo zum Herumklettern genutzt, er nahm die ihm bekannten Wege als „Glöckner von Notre Dame“, wo ihm die Zigeunerin Esmeralda singender und tanzender Weise zur Seite stand. Immer wieder wurden die Darbietungen, sowohl Gesang des Chores als auch der der Solisten, von lebhaftem Beifall begleitet.

Die Pause war erfrischend, danach wurde es sogar kühl, denn die „Eiskönigin“ hatte ihren Auftritt. Beeindruckend, welche atmosphärischen Eindrücke durch entsprechende Lichttechnik geschaffen werden können. Orientalisch munter und lichttechnisch erheblich wärmer ging es dann mit Szenen aus „Aladin“ dem Ende der Aufführung entgegen.

Pfiffe der Begeisterung und lang anhaltender Beifall war der Lohn für die märchenhafte Aufführung. Gestern gab es am Nachmittag eine weitere gutbesuchte Vorstellung in der Kulturhalle.

VON PETER PANKNIN

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