CDU kritisiert Verwaltungsplanungen als unnötig und zu teuer

Rathaus-Umbauten für Bürgerbüro

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Das geräumige Foyer des Münsterer Rathauses kam erst 1993 ans Gebäude. Das lichte Ambiente, es dient auch für kleinere Ausstellungen, soll nach Überlegungen der Verwaltung im Zuge der vorgesehenen energetischen Sanierungen zum Bürgerbüro mit drei Beratungsschaltern umgestaltet werden.

Münster - Das Rathaus an der Mozartstraße beschäftigt wieder einmal die Gemüter. Energetische Sanierungen, die bereits unter Bürgermeister Walter Blank 2009 begonnen wurden, sollen bald fortgeführt werden. Doch damit nicht genug. Von Thomas Meier 

Auch Umbauten und die Installierung eines „Bürgerbüros“ werden erwogen. Das indes kommt der CDU zu teuer. Gebaut wurde das Rathaus an der Mozartstraße 1964. Weil es zu beengt wurde, folgte 1979 rechts neben dem alten Eingang eine große Erweiterung des Gebäudes. Seit 1993 hat Münsters Verwaltung den markanten Eingangsbereich. Ein kleiner pavillonartiger Anbau mit spitzem Dach darauf, der keck in den Rathausplatz hineinragt, kam hinzu.

Hessens Kommunalinvestitionsprogramm, aufgelegt 2009, sorgte für die ersten energetischen Sanierungen im rückwärtigen Bereich des Rathauses und an der Stirnseite zur Mozartstraße. Sie sollen nun endlich auch im Rest des Hauses erfolgen. Bürgermeister Frank verbindet die Arbeiten mit einigen Umbaumöglichkeiten, die jetzt in die politischen Gremien gelangen.

Auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses wurden die Vorplanungen zur Umgestaltung des Rathauses inklusive energetischer Sanierung vorgestellt. Sie stoßen nicht auf einmütige Zustimmung. Für die CDU erklärt hierzu deren Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod: „Während es sich bei der energetischen Sanierung um den Abschluss einer bereits vor Jahren vom früheren Bürgermeister Walter Blank begonnenen Maßnahme handelt, zeigt der vom aktuellen Bürgermeister Gerald Frank initiierte Umbau des Rathauses wieder einmal dessen Probleme, die finanziellen Mittel der Gemeinde sparsam einzusetzen.“

Der markante Eingangsbereich des Rathauses war die zweite Erweiterung des Verwaltungssitzes gewesen. Sie soll bald Sitz eines Bürgerbüros mit Beratungsschaltern werden.

Im Detail geplant ist die Schaffung neuer Büroräume sowie der Abriss und Neubau des kompletten Eingangsbereichs zur Errichtung eines Bürgerbüros mit sogenannten Countern oder Beratungsschaltern. Während es bei der Schaffung neuer Büroräume – insbesondere für die derzeit ins alte Bahnhofsgebäude ausgegliederte Sozialabteilung – wenig Diskussionsbedarf gibt, erzürnt sich die CDU Fraktion massiv über den geplanten Umbau des Eingangsbereiches. Frank plane den Abriss und Neubau des erst in den 90er Jahren erbauten und sich in einem einwandfreien Zustand befindlichen kompletten Eingangsbereichs des Rathauses. „Die von der CDU vorgeschlagene Alternativlösung, im Eingangsbereich nur zwei anstatt der drei geplanten Counter unterzubringen und das dort zusätzlich angedachte Büro an anderer Stelle einzurichten, konnte ihn nicht überzeugen“, beklagt Schrod. Die CDU Fraktion habe auf beiden Ausschusssitzungen erkennen müssen, „dass sowohl der Bürgermeister als auch die Fraktionen von SPD und ALMA nicht an Alternativlösungen interessiert sind, sondern stattdessen den völlig funktionsfähigen Eingangsbereich nach ihren Vorstellungen abreißen und neu erbauen möchten“. Schrod: „Man wird vermutlich nicht viele Bürger finden, die ein Gebäude nach gerade einmal 27 Jahren abreißen, um es nach den eigenen Vorstellungen neu zu erbauen.“

Diese „völlig unnötige Maßnahme“ koste den Steuerzahler der Gemeinde nach ersten Schätzungen mindestens 250.000 Euro. Geld, das an anderer Stelle deutlich besser investiert wäre, befindet Schrod.

Bilder: Gewerbeschau in Münster

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