Seele Ghanas mit der Kamera einfangen

Fotografin Ruth Buchert berichtet mit Ausstellung im Arthaus von Aminas Hilfeprojekten

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Ruth Buchert zeigt im Arthaus Fotografien, die sie auf Einladung der Münsterer Hilfsorganisation Aminu Initiative in Ghana machte. 

 „Auch wenn die Lebensstrukturen sehr einfach sind, lachen und freuen sich die Menschen sehr viel. Das ist unglaublich schön“, sagt Ruth Buchert über ihre Erfahrungen in dem afrikanischen Land Ghana. 

Altheim - Drei Wochen war die Fotokünstlerin im Herbst 2018 an jenen Plätzen, an denen die bundesweit agierende Münsterer Hilfsorganisation Aminu Initiative (ehemals Nima) ihre Projekte umsetzt. Ihre Eindrücke hat die 28-Jährige in faszinierenden Bildern eingefangen, die nun im Altheimer Arthaus gezeigt werden.

Die Vernissage stand unter dem Titel „Hopeful Soul Ghana“. Eröffnet wurde die Schau von Arthaus-Vorstandsmitglied Roger Rigorth und der Künstlerin selbst. Aminu hatte ein inspirierendes Programm organisiert: Unter anderem trat die Trommlergruppe „I Nimbara“ sowie die Tanzkünstlerin Franziska Obst mit ihrem afrikanischen Tanz auf. Junge Helfer, die in Ghana ein freiwilliges Jahr absolvierten, berichteten zudem über ihre Erfahrungen.

Insgesamt zeigt die Schau 40 Fotografien, die dem Betrachter vor allem das Alltagsleben in Westafrika näherbringen. Einblicke in Schulen, Kindergärten, ins Marktgeschehen oder Momentaufnahmen, darunter Kühe und Ziegen, die durchs Dorf geleitet werden, lassen die Lebensweise nachvollziehen. Eine Bild erinnert an Jonas Krieger, der in Ghana ein freiwilliges soziales Jahr verbringen wollte und den Ruth Buchert ebenfalls traf. Im November 2018 kam der junge Mann bei einem tragischen Badeunfall im Meer ums Leben. Deshalb haben der Aminu-Vorstand und die Künstlerin entschieden, ihm diese Ausstellung zu widmen.

Buchert ist Dieburgerin. Dort lebt und arbeitet sie als Fotografin und Malerin. Ihre schönsten Impressionen aus Ghana wurden bereits in kleinerem Rahmen in der Dieburger Stadtbibliothek präsentiert. Ghana war die erste große Fotoreise der 28-Jährigen, die auch schon zwei Jahre in Australien lebte. Dort entstanden ebenfalls Aufnahmen, wenn auch nicht im Rahmen einer eigenen Foto-Tour.

Die Verbindung von Buchert zu Aminu und deren Gründern Anna und Amin Zaaki besteht schon länger. Anna Zaaki kann sich noch genau daran erinnern, als die Künstlerin den Verein vor mehreren Jahren mit der Nachfrage kontaktierte, wie sie dessen vier Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder in Ghana unterstützen kann. „Unter anderem hat sie für uns ein Gemälde geschaffen, das wir in Münster beim Ghana-Hilfe-Tag versteigerten“, weiß Zaaki. Auch von der gegenwärtigen Schau lassen sich Fotografien erwerben, deren Erlöse an die Hilfsinitiative fließen.

Im Arthaus stellte bisher einzig eine der Künstlervereinigung nahe stehende Fotogruppe aus. Nun zeigt erstmals eine externe Fotografin ihre Werke. „Wir freuen uns über Kooperationen mit Vereinen und Privatpersonen. Wenn jemand auf uns zukommt, öffnen wir gerne unsere Räumlichkeiten“, informiert Ellen Jöckel.

.Die schönsten Fotomotive ergaben sich für Buchert auf der Straße. Vor allem alte Menschen und Kinder stellten fesselnde Motive dar. „Gerade für Kinder ist es immer spannend, wenn jemand mit einer Kamera auftritt“, berichtete die Künstlerin. Ohnehin gehörten Kinder zu den lohnenden Motiven, da sie stets strahlten und sich natürlich verhielten.

Das Leben in Ghana lässt sich für die Dieburgerin nicht mit dem in Deutschland vergleichen, da sich das meiste im Freien abspielt. In der Folge trifft man auf eine ganz andere Lebenskultur. So ist Buchert nicht abgeneigt, noch einmal nach Afrika zu reisen. Den Titel der Schau „Hopeful Soul Ghana“, der soviel bedeutet wie „Hoffnungsvolle Seele Ghana“, hat die Ausstellerin selbst gewählt. Wie sie sagt, spürte sie auf dem Nachhauseweg von Westafrika jene hoffnungsvolle Energie, die dort die Menschen – trotz Armut und benötigter Hilfe – verbreiten. „Meinen Geist haben sie ganz eindeutig geweckt“, sagt die Fotografin über Begegnungen, die sie intensiv prägten.

Die Ausstellung geht bis zum 24. November und ist jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für die Besucher gibt es Kaffee und Kuchen.

VON MICHAEL JUST

Infos im Internet

leilas.de

aminu.org

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