Münster

TSV Altheim verzeichnet großen Zulauf - Defekte Sprinkleranlage setzt Rasen zu

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Der TSV Altheim ehrte seine zweite Fußball-Mannschaft (oben), die in der abgebrochenen Vorsaison Meister der D-Liga Dieburg geworden war und in der neuen Runde in der C-Liga spielen darf.

In Münster hat der neue Vorstand des TSV Altheim die Arbeit aufgenommen. Kinderturnen und Zumba boomen im Turnverein. Nur die defekte Sprinkleranlage macht Sorgen.

Altheim – Vor gut einem Monat wählte der TSV Altheim auf seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Aus dem geschäftsführenden Teil der Führungsriege ist nur noch Olaf Herd dabei. Neu an der Spitze des mit fast 500 Mitgliedern größten Vereins im Münsterer Ortsteil sind Birgit Gerbershagen, Silke Köpfinger und Tobias Kaffenberger. Im Rahmen eines Fußball-Tennis-Turniers (30 Teilnehmer in Zweier- und Dreierteams) samt Ehrung der zweiten Fußball-Mannschaft, die in der abgebrochenen Vorsaison Meister der Kreisliga D Dieburg geworden war, sprachen Herd und Gerbershagen am Samstagnachmittag über die nächsten Aufgaben des Turn- und Sportvereins.

Der wird gerade von Außenstehenden vor allem mit dem Fußball in Verbindung gebracht, ist aber weiterhin ein echter Mehrspartenverein. Und das, obwohl der TSV Altheim in seinem Sportangebot in den vergangenen Jahren immer mal wieder kleine Wandlungen durchmachte. Badminton beispielsweise gibt es seit 2015 nicht mehr. Damals stand die Altheimer Sport- und Kulturhalle als Trainingsstätte für das schnelle Rückschlagspiel von einem Tag auf den anderen nicht mehr zur Verfügung: Die Halle diente über einen längeren Zeitraum als Notunterkunft für Flüchtlinge. Die Badminton-Spieler verließen in der Folge den Verein und schlossen sich dem TV Dieburg an. Auch Volleyball, Tischtennis und die Kampfkunst Aikido werden in Altheim seit längerem nicht mehr betrieben.

Trotzdem ist der TSV weiter Anlaufstelle für alle Generationen: Zum Kinderturnen etwa kommen Knirpse im Alter von drei bis sechs Jahren, hier erlebt der Verein einen regelrechten Boom. „Wir haben einen richtig guten Zuspruch, alles in allem sind das 40 Kids“, sagte Olaf Herd. Die Trainerinnen Kerstin und Lissi Braun treffen offenbar einen Nerv, zumal auch etliche Eltern ihre Jungs und Mädchen aus Dieburg und Münster zum Angebot in der Altheimer Sporthalle bringen. Mindestens zwei Drittel, so Herds Schätzung, kämen von außerhalb des Ortsteils zum Kinderturnen. Bedarf für eine dritte Gruppe sei vorhanden.

Dies gilt auch fürs Zumba, wo Sandra Trippel beim TSV zwei Trainingsgruppen leitet. „Eine dritte Gruppe mit dem Namen ,Zumba Gold’, die sich an ältere Teilnehmer richten soll, ist in Planung“, berichtete Birgit Gerbershagen. Neben dem leitenden Personal sei wie beim Kinderturnen aber die Kapazität der Altheimer Sporthalle der limitierende Faktor. Sie wird auch von der Gymnastikgruppe um Irene Appel genutzt. Lediglich den 15 Dartsspielern des Vereins, die zuletzt auch im Ligabetrieb mitmischten, reicht die Vereinsgaststätte aus.

Drinnen ruht der Kneipenbetrieb beim TSV Altheim derzeit coronabedingt. Die Saison im Biergarten ist hingegen angelaufen, immer dienstags bis freitags sowie sonntags ab 17 Uhr, auch in den momentanen Sommerferien. Zu den genannten Zeiten kann man dort auf einen Schoppen und kleine Gerichte einkehren. Der Verein bewirtschaftet das Vereinsheim und den Biergarten selbst. Beides hat man in der Vergangenheit infrastrukturell auf einen guten Stand gebracht, von der neuen Küche in der Gaststätte bis zur Pflasterung im Biergarten. Der liegt dazu an einem Radweg und ist eins der wenigen verbliebenen Gastro-Angebote in Altheim.

Während der TSV die Rückzahlung der für die Baumaßnahmen einst aufgenommen Darlehen im Griff hat, macht ihm etwas anderes derzeit Sorgen: Der Trainingsplatz wird zwar weiter bewässert, die Sprinkleranlage auf dem Hauptfeld ist aber defekt. „Und das schon seit acht Wochen“, ordnete Herd den Horizont ein. Im Pachtvertrag mit der Gemeinde Münster sei festgelegt, dass diese für die Bewässerungsanlage zuständig sei. An einer gemeinsamen Lösung arbeite man zwar, doch dränge die Zeit: Anfang September soll die neue Fußball-Saison beginnen, und gerade im jetzigen Hochsommer brauche der Rasen das Wasser dringend. „Aktuell kriegt er nur das, was als Regen fällt“, sagte Herd.

Das sei aber zu wenig. Nur mit dem vorderen Trainingsplatz am Vereinsheim komme man auch nicht weit. „Wir haben allein 50 Mann in unseren zwei Aktiventeams.“ In Corona-Zeiten dürfen davon maximal 20 auf einem Platz steht, getrennt in zwei Zehnergruppen auf den zwei Spielhälften. Schon in dieser Woche wolle das A-Liga-Team in die Vorbereitung auf die Saison 2020/21 starten, in der nächsten Woche dann die in die C-Liga aufgestiegene Zweitvertretung. Zudem trainieren G- und F-Junioren des Vereins auch in den Sommerferien. Wenn die Schule wieder beginnt, sollen E- und D-Junioren folgen.

Sportlich ist dem TSV Altheim mit Blick auf die neue Spielzeit derweil nicht bange. Fußball-Abteilungsleiter André Jäger nannte am Samstag als Ziel für beide Mannschaften einen „einstelligen Tabellenplatz“. Sowohl die A- als auch die C-Liga Dieburg werden mit 16 Teams, einem Aufstiegsplatz, ohne Relegation und mit bis zu vier Abstiegsrängen ausgetragen. Gecoacht wird die erste Mannschaft weiter von Adis Ahmetovic, die zweite von Meistertrainer Thorsten Wiemer.

Personell überstand der TSV die Zeit bis zur Abmeldefrist Ende Juni ohne Abgänge. „Einen Teil unserer Hausaufgaben haben wir schon im Winter erledigt“, sagte Jäger zu den Kaderplanungen der ersten Mannschaft, zu der damals Marius Hinske, Serriba Diarra und Luka Ouzounis vom SV Münster gestoßen waren. In diesem Sommer kamen Mert und Görkmen Barak (beide TS Ober-Roden) und Tom Schlambor (TG Bessungen) dazu. (Jens Dörr)

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