Ausgaben von rund acht Millionen Euro

Zeit für Förderung der Kita-Projekte in Münster verrinnt

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Zu klein, zu eng: Kita des Familienzentrums St. Michael.

Am Montagabend geht es um viel Geld bei der Sitzung der Gemeindevertreter, stehen doch gleich drei große Projekte an, mit denen dringend benötigte Kita-Plätze geschaffen werden sollen. 

Münster – Am Montagabend geht es um viel Geld bei der Sitzung der Gemeindevertreter, stehen doch gleich drei große Projekte an, mit denen dringend benötigte Kita-Plätze geschaffen werden sollen. Rund acht Million Euro will die Gemeinde in das Familienzentrum St. Michael, die Kita Im Rüssel sowie die Altheimer Kita Blumenkinder stecken. In den Ausschüssen wurden die Planungen bereits beraten, für einen Neubau für die Blumenkinder und einen Anbau am Rüssel signalisieren die Politiker grünes Licht, doch beim mit 4,7 bis 5,2 Millionen Euro teuren Neubau für St. Michael gibt es noch Gesprächsbedarf. Man weiß noch nicht genau, wohin der Neubau soll.

Die katholische Kita mit dem Familienzentrum St. Michael in der Gerhard-Hauptmann-Straße soll aufgrund gravierender, altersbedingter Baumängel einen sechsgruppigen Neubau bekommen. Die Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) hat zusammen mit dem Griesheimer Architekt Hans Birli eine konzeptionelle Planung erstellt. Pfarrer Bernhard Schüpke und die Kita-Leitung sowie die Bauabteilung der Gemeinde waren eng eingebunden. Ergebnisse dieser Planung sind nun eine aufgefächerte erdgeschossige Lösung mit einer Aufweitung des Grundrisses in der Mitte, wo auch ein großer Mehrzweckraum vorgesehen ist. Er soll auch zusammen mit dem Foyer genutzt werden können. Die Gruppenräume sind zum Außenbereich hin angeordnet, was dem pädagogischen Konzept entspricht.

Kita-Neuba: Antrag muss noch diesem Monat eingereicht werden

Als Grundstücksfläche werden rund 3 900 Quadratmeter benötigt. Die Nettogeschossfläche beträgt 1 200 Quadratmeter, alles ist in Holzständerbauweise vorgesehen. Als Standort ist ein Gelände am Werlacher Weg vorgesehen, das allerdings nicht in Gemeindehand ist. Zwar wurden mit den Eigentümer Gespräche geführt, doch kam es bislang zu keiner Einigung. Als Ersatz könnte das Gelände der alten Kläranlage am Werlacher Weg dienen. Dies gehört der Gemeinde, dient aber auch anderweitiger Verwendung.

Die Baukosten werden derzeit auf brutto 4,7 Millionen Euro berechnet, allerdings geht die EGO von einer möglichen Steigerung der Baukosten in Höhe von elf Prozent bis zum Jahr 2021 aus. Dann lägen die Baukosten bei etwa 5,17 Millionen Euro. Für diesen Bau wurde bereits ein Antrag zur „Kinderbetreuungsförderung 2018-2020“ gestellt. Und hier liegt die Fördersumme bei 250 000 Euro pro Kita-Gruppe.

Haken an der Sache: Der Antrag muss noch diesen Monat eingereicht sein und die Fertigstellung gemäß Förderbedingungen zwingend bis 30. Juni 2022 erfolgt sein. Daher sind zügige Entscheidungen in der Gemeindevertretung notwendig.

Für Altheims Blumenkinder soll ein neuer Kindergarten auf dem Nachbargrundstück gebaut werden. 

Ähnliches gilt für einen Neubau der Kita Blumenkinder in Altheim. Die befindet sich derzeit noch neben der Sport- und Kulturhalle und der Regenbogenschule. In der ursprünglich als Krippe für Kleinkinder konzipierten Einrichtung werden mittlerweile mehrere Kinder ganztags betreut. Hierfür bietet dieses Gebäude in Containerbauweise derzeit nur einen Grupperaum von 41 Quadratmetern und einen Schlafraum von elf. Das Personalbüro wird schon lange als Schlafraum mitgenutzt, erforderliche Neben- und Sozialräume fehlen. Aufgrund dieser beengten Räumlichkeiten wird ein Neubau favorisiert. Er soll eine neue Ü3-, die vorhandene U3- und die Waldgruppe (naturnahe Kita), die bereits im September den Betrieb startete (wir berichteten), beherbergen.

Auch hier hat die EGO mit Architekt Birli ein Konzept erarbeitet. Vorgeschlagen wird, auf dem angrenzenden gemeindeeigenen Grundstück ein separates Gebäude zu errichten. Baut man in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten Kita, kann auf eine Containerlösung für die Auslagerung während der Bauzeit verzichtet werden. Die Bruttobaukosten wurden hierfür durch die Planer mit etwa 2,88 Millionen Euro ermittelt. Auch hier müssen, um anvisierte Fördergelder zu erhalten, Entscheidungen jetzt fallen und umgehend umgesetzt werden.

Der Rüssel-Anbau kommt rechts an die Außenwand.

Für einen geplanten Anbau am Kindergarten „Im Rüssel“ für die kurzfristige Aufnahme einer weiteren Ü3-Gruppe ist das Architekturbüro „bauquadrat“ aus Michelstadt beauftragt worden. Aufgrund des Bedarfes an kurzfristig zur Verfügung zu stellenden Kita-Plätzen wurde auf den 2015 bereits geplanten Anbau an dieser Einrichtung, die in den vergangenen Jahren nach Schimmelbefall grundlegend saniert wurde, zurückgegriffen. Im Anbau sollen nun ein größerer Personalraum, das Bewegungszimmer, ein Abstellraum und die notwendigen zusätzlichen sanitären Einrichtungen für die zusätzliche Gruppe untergebracht werden. Das Architekturbüro hat die Planung zur Erweiterung um rund 128 Quadratmeter eingereicht. Die Bruttokosten werden überschlägig mit 440  000 Euro angegeben. Auch hier sind 250 000 Euro als Fördersumme möglich, wird der Bau nun beschlossen und auch umgehend umgesetzt.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Von Thomas Meier

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