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Vize-Bürgermeister Norbert Schewe feiert einige Jubiläen

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Mit einer Trompete fing das ehrenamtliche Engagement von Norbert Schewe vor 65 Jahren an. Seitdem kam ein halbes Dutzend weitere Ehrenämter dazu.
Mit einer Trompete fing das ehrenamtliche Engagement von Norbert Schewe vor 65 Jahren an. Seitdem kam ein halbes Dutzend weitere Ehrenämter dazu. © zeta

Wenn Norbert Schewe von seinen Aktivitäten berichtet, fragt man sich unweigerlich, wie er all diese Ehrenämter in seinen Alltag integrieren konnte. Danach gefragt, gibt der 76-Jährige zu: „Das hat schon viel Zeit-Management erfordert. Und es war nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bekommen.“

Altheim – Dieses Jahr ist Norbert Schewe für 65 Jahre im Altheimer Posaunenchor geehrt worden, die evangelische Kirchengemeinde würdigte seine ehrenamtliche Tätigkeit als Organist in der Altheimer Kirche, die er seit 60 Jahren ausübt, und ebenfalls vor 60 Jahren trat Schewe dem Männergesangverein bei. 2022 stehen weitere Ehrungen an. Dann für 50 Jahre im Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr und ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft im CDU-Ortsverband. Außerdem ist Norbert Schewe dann 25 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv.

Vor 65 Jahren, da war Schewe elf Jahre alt, begann er mit dem Trompetespielen. Der damalige Leiter des Posaunenchors habe ihn „rausgeguckt“, wie Schewe erzählt. „Wir Kinder trafen uns damals oft am Dalles, wie der Dorfmittelpunkt genannt wurde. Dort ging der Leiter des Posaunenchors oft vorbei. Eines Tages blieb er stehen, musterte mich und meinte, ich würde mich für Trompetespielen eignen und sollte zur nächsten Probe kommen.“ Trompete spielt Schewe bis heute. Außerdem Klavier, Orgel und Ziehharmonika.

„Meine Eltern haben mich in der musikalischen Ausbildung unterstützt und mir den Klavier- und Orgelunterricht bezahlt“, sagt Schewe. Zum Glück für den Gesangverein und die Kirchengemeinde, die auf Schewe aufmerksam wurde, als er den Männergesangverein am Klavier begleitete. „Eins kam zum anderen“, erzählt der engagierte Ehrenamtler, für den es nie ein „Nein“ gab. Seit sechs Jahrzehnten begleitet er in Altheim die Gottesdienste an der Orgel. Ebenso bei Trauungen und anderen besonderen Anlässen, um dazu beizutragen, dass beispielsweise eine kirchliche Trauung zum schönsten Tag im Leben eines Brautpaars oder das Weihnachtsfest besonders stimmungsvoll wird.

Manchmal sei die Tätigkeit als Organist auch eine Herausforderung gewesen. „Als ich ein junger Erwachsener war, traf ich mich natürlich samstags abends gerne mal in der Dorfgaststätte. Dann war es schwierig, am nächsten Sonntag früh aufzustehen“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Nach zwölf Jahren im Kirchenvorstand habe er dieses Amt abgegeben. „Ich bin mit meinem Heimatort sehr verbunden, und für mich ist es selbstverständlich, mich hier zu engagieren. Aber ich musste auch aufpassen, dass ich nicht zu viele Aktivitäten gleichzeitig ausübe“, sagt Schewe.

Immerhin gab es noch eine Familie und einen Beruf. Der studierte Elektrotechniker arbeitete beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und war schon vor Jahrzehnten sehr umweltbewusst unterwegs. „Mein Vater arbeitete bei der Bahn. Es war für mich ganz normal, auch mit der Bahn zur Arbeit und zu den Heimspielen von Darmstadt 98 zu fahren.“ Der zwischenzeitliche Umstieg aufs Auto sei ein recht kurzes Intermezzo gewesen. „Als der Liter Benzin eine Mark kostete, habe ich das Auto wieder stehenlassen.“

Schewe ist aber nicht nur musikalisch und in diesem Bereich ehrenamtlich engagiert. Auch die Politik interessiert ihn seit seiner Schulzeit. „Ich hatte besonders großes Interesse an den Fächern Politik und Geschichte und glücklicherweise einen Lehrer, der das sehr gefördert hat.“ In seiner Heimatgemeinde engagierte sich Schewe zunächst in der Gemeindevertretung in den Bereichen Sport, Kultur und Finanzen. Heute ist er Erster Beigeordneter und damit Vize-Bürgermeister. Ambitionen für das Amt als Rathauschef habe er nie gehabt. „Obwohl manche meinten, ich würde einmal der nächste Bürgermeister von Altheim werden“, sagt Schewe lachend. (zeta)

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