Erneute Zusammenarbeit mit „Flame“ nicht ausgeschlossen / Bemühung um Aufführungsrecht

Musical Factory auf Suche nach neuem Stück

Die Halle in Klein-Umstadt bietet den Chormitgliedern die Möglichkeit, Corona-Abstand voneinander zu halten.
+
Die Halle in Klein-Umstadt bietet den Chormitgliedern die Möglichkeit, Corona-Abstand voneinander zu halten.

Münster – Die Musical Factory 64853 lässt sich durch eine Pandemie nicht einfach unterkriegen. Die Bemühungen um Aufführungsrechte an neuen Stücken laufen, eine erneute Zusammenarbeit mit „Flame“ aus Münster ist möglich.

In der Gemeinde Otzberg gründete sich 1998 ein Verein, der populäres Musiktheater auf die Bühnen der Region bringen wollte. In den mehr als 20 Jahren seines Bestehens ist ihm das auch gelungen. Unter dem Namen Musical Factory 64853 feierte der Verein 1999 mit dem Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ von Andrew Lloyd Webber die ersten großen Erfolge mit fünf Auftritten in vier verschiedenen Städten in der Region. Weitere erfolgreiche Aufführungen, unter anderen „Jesus Christ Superstar“, „Drei Musketiere“ oder „Footloose“, folgten im Laufe der Jahre. Im Jubiläumsjahr des Vereins, der seinen Sitz inzwischen nach Groß-Umstadt verlegt hat, startete ein gemeinsames Projekt mit dem Musicalchor „Flame“, einer Chorsparte des AGV Eintracht Münster. Ziel der Zusammenarbeit war die Einstudierung und Aufführung des Musicals „Titanic“ von Maury Yeston und Peter Stone über den Untergang des Schiffes, das neue Maßstäbe im Reisekomfort setzen sollte. Nach einem Kick-Off im Mai folgten Castings, die Rollenbesetzungen wurden vorgenommen und es begannen schier endlos erscheinende Proben. Schauspielerisches wurde einstudiert, dem Klang des Chores ein Feinschliff verpasst und Solo-Stimmen individuell trainiert.

Das Jahr 2018 wurde abgeschlossen mit einer großen Silvestergala in der Stadthalle von Groß-Umstadt, bei der erstmalig Auszüge von der neuen Inszenierung der Öffentlichkeit präsentiert wurden. 2019 entwickelte sich zu einem arbeitsreichen Jahr für alle an „Titanic“ Beteiligten, allesamt Amateure. Auf- und Abbau der selbst gebauten Bühnendekorationen in vier Veranstaltungsorten waren zu bewältigen, das Programmheft galt es zu gestalten, die Logistik zu organisieren, Kostüme zu nähen und Schminkkoffer zu bestücken. Lohn der ganzen Bemühungen waren fast 6 000 Besucher, die begeistert die Aufführungen in Rödermark, Alzenau, Groß-Umstadt und Münster besuchten.

Zum Jahresausklang wurde es etwas ruhiger, Swinging Christmas in Altheim wurde nur in kleiner Besetzung gefeiert. Zu Beginn dieses Jahres begaben sich die Verantwortlichen auf die Suche nach einem neuen, passenden Stück, für das es dann die Aufführungsrechte zu erwerben galt. Aber dann zog die Pandemie über die Welt und niemand wusste, wie es weitergehen wird. An Proben des Ensembles oder gar Aufführungen vor großem Publikum war zunächst nicht zu denken. Frühjahr und Sommer gingen vorüber, ohne dass von großen Aktivitäten etwas zu merken war, eben wie es anderen Kunstschaffenden auch erging oder noch ergeht.

Aber im für die Öffentlichkeit Verborgenen geht es weiter. Die Verantwortlichen im Verein bemühen sich intensiv um Aufführungsrechte interessanter Stücke. Bei zwei Stücken liegt die MusicalFactory gut im Rennen und wartet die Zusage ab. Erst, wenn diese vorliegt, macht es Sinn, Literatur zu beschaffen, Rollen zu besetzen und Castings durchzuführen.

Zur Mitgliedervollversammlung des Vereins legte der amtierende Vorstand kürzlich Rechenschaft ab und wurde entlastet. Die anschließenden Vorstandswahlen brachten als Ergebnis, das Ralph Scheiner als Vorsitzender, Andreas Schäfer als Rechner, Axel Staudinger als Schriftführer und Verena Ehrhardt als Beisitzerin gewählt wurden. Der neue Vorstand blickt voller Optimismus in die Zukunft, denn inzwischen hat man gelernt, wie auch unter Einschränkungen der Corona-Pandemie Vereinsarbeit erfolgreich fortgesetzt werden kann.

Gespannt darf man auf Aufrufe zum Casting für ein neues Stück, wahrscheinlich noch in diesem Jahr, warten. Dann wird wohl auch bekannt sein, welches musikalische Werk mit großem Engagement und hoffentlich ebenso großem Erfolg angegangen werden soll.

Von Peter Panknin

Mal vom Blatt, mal vom Tablet – so wird heute oftmals Notenmaterial zum Singen genutzt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare