Tote 47-Jährige an der Gänseweide

Mord aus Eifersucht? Nach Leichenfund nun Anklage

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Nahe der Fundstelle der Frauenleiche wurde auf der Gänseweide alles ganz genau auf Spuren untersucht, jeder Grashalm umgedreht.

Münster/Darmstadt - Die Staatsanwaltschaft Darmstadt erhebt Anklage im Fall der im September auf der Gänseweide nahe Münster-Breitefeld gefundenen Leiche einer 47-jährigen Frau. Ein Spaziergänger hatte den Leichnam der dreifachen Mutter entdeckt. Sie lag nur wenige Schritte entfernt am Ende eines Waldweges nahe der Munastraße. Von Thomas Meier 

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat im Fall der am 1. September 2017 aufgefundenen Leiche Anklage beim Landgericht Darmstadt gegen einen 51 Jahre alten Mann aus Breuberg erhoben. Ihm wird vorgeworfen, die 47-jährige Frau, mit der er eine Beziehung gehabt haben soll, bereits am 20. August zunächst vor ihrer Wohnung in Frankfurt abgepasst und mit einem Auto zu einem Rastplatz in der Nähe von Weibersbrunn gebracht zu haben. Zwischenzeitlich soll er sein Opfer durch Medikamente widerstandsunfähig gemacht und sich sexuell an ihm vergangen haben. An einem noch unbekannten Ort soll der Breuberger die Frau aus Eifersucht „durch scharfe Gewalt gegen den Hals und Kopfbereich umgebracht und die Leiche sodann am späteren Fundort abgelegt haben“, wie es in der Anklageschrift heißt.

Der Beschuldigte hatte sich nach der Tat nach Frankreich abgesetzt, wo er schließlich am 26. August in Houssen bei Colmar festgenommen und auf Betreiben der Staatsanwaltschaft Frankfurt am 14. September ausgeliefert wurde. Später wurden die Ermittlungen und die Anklageerhebung aufgrund der örtlichen Zuständigkeit durch die Staatsanwaltschaft Darmstadt übernommen.

Dem grusligen Fund am Rand der ehemaligen Muna an einem Freitagabend in der Gemarkung Faulbruch folgten gespenstische Szenen. Polizei und Rettungsfahrzeuge rückten nach Alarmierung aus, kurz später die Feuerwehr, denn der Fundort mitten im Wald lag schnell im Dunkeln. Wie die Frau ums Leben kam, wussten die Ermittler vom Darmstädter Kommissariat 10 zunächst nicht, auch ihre Identität war zunächst nicht eindeutig geklärt, doch zeichnete sich nach ersten Untersuchungen am Tag nach dem Fund ab, dass es die Dreifachmutter aus Frankfurt ist, nach der die Polizei bereits seit Wochen suchte.

Zahl der Straftaten 2017 um fast 10 Prozent gesunken

Das Waldstück rund um den Fundort war tagelang abgesperrt, die Zufahrt wurde von Polizeistreifen überwacht. Im Waldstück selbst erkundeten eine Polizeistaffel und Spürhunde das Terrain weiträumig. Mit Schneidmaschinen, Heckenscheren, Buschmessern und Kettensägen waren sie ausgerückt, weitere Spuren auf dem Weg zum Ort des Leichenfunds zu entdecken.

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