Konzept für Jugendarbeit

„Es kommt Bewegung in die Sache“

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Schon seit einigen Jahren steht das Jugendzentrum in Münster nicht mehr für die Jugendarbeit zur Verfügung, sondern beherbergt eine Kita. Für die Wiederaufnahme offener Jugendarbeit müssen daher neue Räume gesucht werden.

Münster - Der in Münster für Jugendarbeit zuständige Verwaltungsmitarbeiter Detlev Pröve hat in der Sondersitzung das von ihm erarbeitete Konzept vorgestellt.

In der Hessischen Gemeindeordnung ist festgelegt, dass auf Begehren von mindestens einem Drittel des Kommunalparlaments eine Sitzung dieses Gremiums einberufen werden muss. Zwar verfügt die CDU-Fraktion in Münster nicht mehr über die Mehrheit, aber allemal über ausreichend Mitglieder für einen solchen Antrag. Und so kam die Gemeindevertretung jetzt zu einer Sondersitzung mit dem einzigen Tagesordnungspunkt: „Konzept für die Jugendarbeit“ zusammen.
Ob das nötig war oder ob diese Sitzung nicht als eher eine Verschwendung von Sitzungsgeldern sowie eine Störung der Lebensplanung mancher Gemeindevertreter zu kritisieren ist, dazu gingen die Meinungen gleich zu Beginn weit und dann auch ruppig auseinander.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schrod rief noch einmal ins Gedächtnis, dass auf Antrag der Christdemokraten bereits im Dezember 2016 beschlossen worden war, die Gemeindeverwaltung mit der Erstellung eines solchen Konzepts und dessen Vorlage bis Ende 2017 zu beauftragen. Bürgermeister Gerald Frank (SPD) habe noch im vergangenen Jahr die Vorlage für die Parlamentssitzung im Januar 2018 versprochen, die dann abgesagt worden sei. Die CDU habe dann nicht bis zur nächsten Regelsitzung im März auf die Vorlage eines Konzepts warten wollen, für dessen Erarbeitung die Verwaltung mehr als ein Jahr Zeit gehabt habe

Für die SPD-Fraktion stellte der Fraktionsvorsitzende Bernd Fritsch die Notwendigkeit dieser Sondersitzung infrage. Ein Monat sei keine große zeitliche Verzögerung, und da das Konzept dann ohnehin erst einmal im Sozialausschuss zu beraten sei, der planmäßig erst im Mai wieder zusammenkomme, hätte man auch ohne die aktuelle Zusammenkunft keine Zeit verloren. Außerdem sei eine solche kurzfristig anberaumte Sitzung ein Eingriff in die Lebensplanung der Kommunalpolitiker und eine Verschwendung von Sitzungsgeldern. Für die Fraktion der ALMA verwies Julian Dörr auf einen Antrag aus dem vergangenen Jahr, ein solches Konzept bis Mai vorzulegen.

Mit gegenseitigen Vorhaltungen, wer wann welche Initiative für die Jugend ergriffen habe, ging es mit gegenseitigen Vorhaltungen weiter, bis schließlich der für Jugendarbeit zuständige Verwaltungsmitarbeiter Detlev Pröve das federführend von ihm erarbeitete Konzept vorstellen konnte. Es knüpft an die Tatsache an, dass die Jugendarbeit in der Gemeinde – abgesehen von Freizeitangeboten in den Schulferien – tatsächlich weitgehend „eingeschlafen“ ist. Das Jugendzentrum steht dafür nicht mehr zur Verfügung, ist in eine Kita umgewandelt worden, sei davor aber auch kaum noch von Jugendlichen besucht worden. Gegenwärtig würden nur die Arbeitsfelder Jugenderholung und Freizeitpädagogik sowie der Kids- und Teens-club im Ortsteil Altheim bedient, und es gebe dafür lediglich eine pädagogische Mitarbeiterin mit 19,5 Wochenstunden.

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Für die Zukunft nannte Pröve die Stichworte „offene Kinder- und Jugendarbeit“ in dafür geeigneten Räumlichkeiten, am Abtenauer Platz oder im Bahnhof, „aufsuchende Jugendarbeit“ an Treffpunkten der Jugendlichen, Einbindung der Jugendlichen über einen „Jugendbeirat“ mit Beteiligungsrecht und eigenem Budget, schließlich „Förderung von Vereins- und Verbandsarbeit“. Zusätzlich zu den vorhandenen 19,5 Wochenstunden sieht Pröve für all das einen zusätzlichen Bedarf von 15 Wochenstunden, zuzüglich Raum- und Sachkosten.

Er legte auch einen Fahrplan für die weiteren Beratungen vor. Für eine gewisse Überraschung sorgte die Anberaumung eines Termins für den Sozialausschuss bereits am 5. März. „Endlich kommt Bewegung in die Sache“, sagte CDU-Mann Schrod jetzt im Gespräch mit der Presse und sieht dadurch die Initiative der CDU betätigt. (sr)

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