1. Startseite
  2. Region
  3. Münster

Neuer Wohnraum am Werlacher Weg in Münster

Erstellt:

Von: Jens Dörr

Kommentare

Neue Wohngebäude sollen nördlich der Ecke Theodor-Storm-Straße und Werlacher Weg entstehen.
Neue Wohngebäude sollen nördlich der Ecke Theodor-Storm-Straße und Werlacher Weg entstehen. © Dörr

Häuslebauern winkt in Münster wahrscheinlich eine neue Chance: Die Gemeinde will am Werlacher Weg auf 4 100 Quadratmetern neuen Wohnraum ermöglichen.

Münster – Derzeit dominiert auf den zwei gemeindeeigenen Flurstücken noch das Dickicht. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss empfahl in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig, dass sich das ändern soll.

Die Grundstücke befinden sich auf der Westseite des Werlacher Wegs, zwischen der Theodor-Storm-Straße im Süden und der Gersprenz im Norden. Eins ist etwa 3 600 Quadratmeter groß, das andere rund 500. Derzeit hat die Gemeinde das Areal an die Besitzer der westlich angrenzenden Häuser (Heinrich-von-Kleist-Straße) verpachtet, die damit ihren Garten erweitern.

Bislang waren die beschriebenen 0,4 Hektar im Bebauungsplan „M11 Nord-Ost“ als Grünflächen deklariert. Der Grund, warum dieser Teil des Wohngebiets bislang keiner Bebauung zugeführt wurde, ist ein historischer: Einst befand sich auf der anderen Seite des Werlacher Wegs Münsters Kläranlage – zu der diente das Areal als Schutzstreifen, insbesondere gegen den Geruch. Längst hat die Gemeinde aber eine neue Kläranlage weiter östlich im Feld; das alte Gelände dient nur noch als Lagerplatz. Die einstige Funktion des Geländes ist also nicht mehr gegeben.

Zugleich war bereits der Gemeindevorstand der Auffassung, dass sich die Fläche am Werlacher Weg zur Nachverdichtung eigne und man aufgrund der Nachfrage nach Wohnungen in Münster eine Arrondierung des bestehenden Wohngebiets in Angriff nehmen sollte. Dazu ließ die Gemeinde eine Stellungnahme vom Stadt- und Landschaftsplanungs-Büro Volg Müller-Volg erstellen. Deren Erkenntnisse präsentierte am Montagabend Frank Volg.

Der Doktor der Ingenieurwissenschaften gab den Ausschussmitgliedern im Wesentlichen grünes Licht, den Gemeindevertretern die Änderung des Bebauungsplans für die beiden Grundstücke und das entsprechende Bauleitverfahren zu empfehlen. Am Werlacher Weg ergebe sich „ein Paradebeispiel, wie man Innenverdichtung betreiben kann“.

Eine dortige Ergänzung des Wohngebiets sei sinnvoll und vor allem unkritisch, weil die „Störquellen ausgeräumt“ seien: Weder die neue Kläranlage noch die Landwirtschaft östlich des Gebiets sorgten für problematische Geruchsemissionen; die einst in der Nähe angestrebte Umgehungsstraße sei schon lange kein Thema mehr und daher auch kein Lärm zu befürchten; und die Gersprenz, die am nördlichen Teil des Gebiets vorbeifließt, berge an ihrem Südufer keine Überflutungsgefahr. „Zwar ist die Gersprenz benachbart, doch liegt ihr Überschwemmungsgebiet nördlich“, sagte Volg. Unterm Strich seien die potenziellen Probleme „also nicht relevant, man kann den Grund und Boden als Wohngebiet entwickeln“.

Dem folgten die Ausschussmitglieder letztlich einstimmig. Renate Waldschmitt (SPD) warf lediglich ein, sie habe von Anwohnern gehört, dass „durchaus von einer Geruchsbelästigung durch die Landwirtschaft gesprochen“ werden könne. Dennoch halte auch die SPD-Fraktion „Innenverdichtung für sinnvoll“. Matthias Matheis (FDP) klang ähnlich: „So viele Flächen haben wir in Münster dafür nicht mehr.“ Frank Volg erläuterte zudem, dass vor einer Entwicklung ein Gutachten prüfen werde, ob das Areal Brut- und Lebensort für geschützte Arten sei.

Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos) ließ auf Nachfrage aus dem Ausschuss offen, welche Art der Bebauung sich die Gemeinde vorstelle: Klar sei dies noch nicht, „aber eher kein sozialer Wohnungsbau, sondern vielleicht kleinere Mehrfamilienhäuser – etwas, das sich in die Umgebung einfügt“. (Jens Dörr)

Auch interessant

Kommentare