Rathaus kündigt Pächterin zum Jahresende / Gemeinde betreibt einige Gastro-Objekte

Pavillon im Bürgerpark Münster wird neu vermietet

Soll im Frühjahr neu ausgeschrieben werden: Der Pavillon im Münsterer Bürgerpark. Der neue Pächter soll zugleich die Minigolf-Anlage betreiben.
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Soll im Frühjahr neu ausgeschrieben werden: Der Pavillon im Münsterer Bürgerpark. Der neue Pächter soll zugleich die Minigolf-Anlage betreiben.

Münster – In der Gastronomie-Branche hat der Staat normalerweise nichts verloren. Allerdings bringen es einige öffentliche Liegenschaften mit sich, dass gerade Kommunen zumindest Besitzer und Vermieter gastronomisch genutzter Objekte sind. In Münster ist das im Freizeitzentrum, in der Kulturhalle und im Bürgerpark der Fall. Im Bürgerpark-Pavillon bahnt sich nun ein Betreiberwechsel an.

Denn die Gemeinde hat dort der bisherigen Pächterin gekündigt, das Vertragsverhältnis läuft Ende des Jahres aus. Als Grund nennt Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos), dass man sich im Rathaus künftig eine andere Ausrichtung des Lokals wünsche: „Der Bürgerpark soll mehr Familien anlocken“, sagt Schledt. Dem solle auch das gastronomische Angebot stärker Rechnung tragen und für diese Zielgruppe attraktiver werden.

Noch sei der Pavillon nicht neu ausgeschrieben, „das werden wir im Frühjahr tun“. Dennoch haben schon einige potenzielle Nachfolger Wind von der angestrebten Neuverpachtung bekommen und ihr Interesse hinterlegt. Erst aber will die Gemeinde das Objekt modernisieren: Laut Schledt sind im neuen Jahr Sanierungsarbeiten in der Küche und den Toiletten geplant. Wie bisher soll der – vom Gemeindevorstand auszuwählende – neue Pächter nicht nur den Gastro-Pavillon betreiben, sondern auch die Minigolf-Anlage.

Schon Fakten geschaffen hat (wie berichtet) der Gemeindevorstand im Freizeitzentrum. Dort hat das in Altheim lebende Paar Hakima „Maki“ El-Makhtari und Jürgen Sauerwein übernommen, nachdem sich die bisherigen Betreiber Axel Rüb und Andrea Locke Ende Oktober in den Ruhestand verabschiedeten. Aus der „Auszeit bei Axel“ ist somit die „Auszeit bei Maki“ geworden. El-Makhtari wollte bereits Anfang Dezember eröffnen, doch das anhaltende coronabedingte Verbot der Vor-Ort-Bewirtung erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Stattdessen laufen die vom neuen Betreiberpaar gestemmten Renovierungsarbeiten weiter. Den neuen Eröffnungstermin haben El-Makhtari und Sauerwein aktuell nicht in der Hand, sind wie alle Gastronomen im Wartestand und von einer Änderung der Verordnungslage abhängig.

Im Bürgerpark und im Freizeitzentrum zeigt sich, dass die Neuverpachtung gastronomischer Objekte durch die Gemeinde grundsätzlich auch in wirtschaftlichen –und in der Gastronomie gerade besonders harten – Krisenzeiten gelingen kann. Voraussetzung dafür ist aber der Wille, ein Lokal wieder an Mann oder Frau zu bringen.

Im seit rund zwei Jahren verwaisten Lokal in der Kulturhalle (bis Ende 2017 unter „Bistro Kulturterrasse“ und von 2018 bis zum Aus der letzten Pächter unter „Restaurant Kulturhalle Münster“ geführt) scheint dies nicht mehr der Fall. „Ich habe nicht vor, es an einen Betreiber zu verpachten“, sagt Schledt, und auch sein Vorgänger Gerald Frank (SPD) sowie die drei Parlamentsfraktionen gingen in dieser Sache 2020 nicht in die Offensive.

Schledt verweist zur Begründung auf „die Erfahrung, dass es nicht einfach ist, einen Betreiber zu finden, der das professionell macht und zugleich mit der Nutzung des Lokals auch durch die Vereine klarkommt“. Die Münsterer Vereine sollen die Infrastruktur des Lokals auch künftig selbst nutzen und damit Veranstaltungen in der Kulturhalle selbst bewirten dürfen können. Eine Lösung, die sich in der Vergangenheit immer mal mit den Bedürfnissen der Pächter biss. Die 60 Plätze drinnen und die Terrasse dürften also auch 2021 die meiste Zeit über verwaist bleiben – und der Gemeinde regelmäßige Pachteinnahmen entgehen. (Von Jens Dörr)

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