Rathaus umbauen und Bad neu bewerten

Programm des parteilosen Bürgermeisterkandidaten Joachim Schledt

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„Kein Neubau!“ So die Position von Bürgermeisterkandidat Joachim Schledt zum maroden und seit langem für eine Sanierung vorgesehenen Rathaus in Münster. 

„Wir können viel mehr in Altheim, Münster, Breitefeld!“ Unter diesen Slogan stellt der parteilose, von der CDU unterstützte Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Münster am 26. April sein Programm.

Münster – Joachim Schledt erläuterte unserer Zeitung seine politischen Zielsetzungen. Mehr zu seiner Person im Artikel unten.

Der 51-Jährige Münsterer ist zwar parteilos, doch im Rathaus seit Langem bei den Sitzungen der Gemeindevertretung stets auf der Besucherbank präsent. Er weiß also, was umstritten ist im Parlament und wo Einigkeit herrschen könnte. Zu neun Themen positioniert er sich, freilich hat er zu viel mehr Problemfeldern auch etwas zu sagen.

Seine Ansichten zur Zukunft des Frankenbachareals tat er bereits in unserer Zeitung kund. Hier geht er nicht konform mit dem bereits beschlossenen Vorgehen. Am südwestlichen Ortsrand soll eine Plus-Energie-Siedlung entstehen mit Wohnungen, Kindertagesstätte, betreutem Wohnen, Alterspflege und Gewerbe. Schledt hierzu: „Münster braucht dringend mehr Gewerbe. Ich spreche mich deshalb für die rein gewerbliche Nutzung des Frankenbachgeländes aus.“

Überhaupt müsse das bestehende Gewerbe Münsters gestärkt werden, um die Einnahmen der Gewerbesteuer langfristig zu sichern: „Dies kann durch einen niedrigeren Gewerbesteuersatz geschehen. Niedrigere Steuern schaffen mehr Raum für Investitionen, die sich in Höheren Umsätzen niederschlagen“, sagt Schledt. Darüber hinaus sollte die Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden und Wirtschaftsförderung intensiviert werden. Das Gebiet Breitefeld böte riesiges Potenzial für Gewerbetreibende, auch durch die gute Anbindung an die B 45.

Und zur Zukunft des maroden Rathauses, dessen Hauptgebäude in den frühen 1960er Jahren gebaut wurde und zu dem die Kosten für eine Sanierung nebst Um- und Anbauten oder gar Abriss und Neubau nicht genau ermittelt wurden, befindet der Kandidat: „Kein Neubau.“ Er plädiert für einen „Umbau des Bestandes zur Einhaltung der aktuellen Richtlinien“, inklusive Ausbau des Dachgeschosses für weitere Räumlichkeiten. Zweckmäßige Sachlichkeit und Kosteneffizienz sind seine Forderungen. Durch digitale Serviceangebote würde er versuchen, die Besucherfrequenz zu reduzieren. Auch sieht er die Möglichkeit von Homeoffice-Arbeitsplätzen insbesondere bei Tätigkeiten ohne persönlichen Bürgerkontakt. Ob er sich über solche Ideen bereits mit Rathausbediensteten ausgetauscht habe? Mit einigen, sagt er, etliche seien auf ihn deshalb zugekommen. Heiß sei das Thema Rathaus aber eher wegen des Brandschutzes, weniger wegen der Unzufriedenheit der Bediensteten mit ihren Arbeitsplätzen.

Brandaktuell ist die Frage, was mit dem Hallenbad geschehen soll. Schledt hierzu: „Auf Grundlage der aktuell vorliegenden Kostenschätzung und verbunden mit dem avisierten Wiedereröffnungsdatum ist die Situation neu zu bewerten.“ Zur Finanzierung der Sanierungskosten böten sich neben dem Einholen von öffentlichen Mitteln über Förderprogramme oder sonstige Sondertöpfe alternative Möglichkeiten der Finanzierung an: „Dies kann über Sponsoringvereinbarungen mit größeren Firmen sein oder über eine Förderung durch entsprechende Stiftungen.“ Auch böte sich zum Betreiben eines Bades die Gründung eines Zweckverbandes mit anderen Gemeinden an.

In Münster und Altheim sind etwa 6 700 Bürger in knapp 80 Vereinen tätig. Klar, dass dem Kandidaten, der in und mit Vereinen bestens vernetzt ist, diese Wählergruppe sehr wichtig ist. „Der Anteil der in Vereinen engagierten Menschen ist in der Gemeinde mit rund 46 Prozent enorm“, weiß Schledt. Vereine ergänzten die kommunale Jugendarbeit und Vereine seien auch vorbildlich in der Integration. Deshalb sollen Vereine eine noch stärkere Förderung erfahren durch die Anhebung des Grundförderbetrags aber auch durch die kostenlose Nutzung von gemeindeeigenen Räumlichkeiten.

Für die Gesamtgemeinde liege laut jüngstem Bedarfsplan eine reale Unterdeckung von 49 Ü3- und 13 U3-Betreuungsplätzen vor. 80 Ü3- und 29 U3-Kinder stünden auf der Warteliste und hätten einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, weiß Schledt. Er kennt das Dilemma um die geplanten und beschlossenen Kita-Neubauten in Münster und will das Thema als Gesamtheit angehen.

Zur Ärzteknappheit vor allem in Altheim, für deren 2700 Einwohner es seit Ende 2017 keine eigene ärztliche Versorgung mehr gebe, erklärt der Kandidat: „Die Ansiedlung einer hausärztlichen Betreuung in Altheim muss von der Gemeinde aktiv gefördert werden. Es müssen Räumlichkeiten gefunden und attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden.“

Auch interkommunale Zusammenarbeit ist Schledt wichtig: „Ich werde die Kooperation mit den Nachbargemeinden aufnehmen und wieder stärken. Erste Gespräche mit Bürgermeistern aus den Nachbargemeinden sind bereits von mir geführt worden.“

Nun gab es ja mal zwischen Münster und Eppertshausen nicht nur eine gemeinsame Gewerbemeile, sondern auch Kooperation in der Jugendarbeit. Zu Letzterer positioniert sich Schledt so: „Es soll in Münster ein neues Jugendzentrum errichtet werden.“ Die Anforderungen daran seien zu erörtern, wobei die Anregungen der Jugendlichen zu berücksichtigen seien. Und wie es bereits die CDU anregte: „Statt eines Neubaus bietet sich vielmehr die Nutzung vorhandener gemeindeeigener Gebäude als Jugendzentrum an.“

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