Grease, Elisabeth und Les Misérables

Sänger des AGV-Chors „Flame“ proben für eine Musical-Revue

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Erste Probe des AGV-Chors „Flame“: Unter der Regie von Chorleiter Oliver Zahn stimmten sich 53 Frauen und Männer von 15 bis 70 Jahren auf die geplante Musical-Revue ein.

Münster - Der AGV-Chor „Flame“ hat mit einem neuen Projekt begonnen. Zum Auftakt sind allein 28 Sopranistinnen gekommen, ingesamt machen aktuell 53 Sänger mit. Geprobt wird ein Mix aus fünf Musicals. Von Jens Dörr 

Zugegeben: Dass die Sängerinnen und Sänger des Chors „Flame“ (Deutsch: „Flamme“) für ihr neuestes Vorhaben „brennen“, ist vielleicht nicht das originellste Wortspiel – letztlich aber trifft es doch den Nagel auf den Kopf, wie jeder feststellen kann, der sich unter jene mischt, die sich montags im Proberaum der AGV Eintracht treffen. Dort gab kürzlich der im Mai 2016 gegründete und im vergangenen Oktober auch als Akronym für die Begriffe Feuer, Liebe, Ausdruck, Musik und Erlebnis betitelte gemischte Chor den offiziellen Proben-Startschuss für sein neues, großes Vorhaben: Im kommenden Jahr will „FLAME“ mit einer Musical-Revue aufwarten, die zusammen mit einem 20-köpfigen Orchester und unter der Musikalischen Leitung von Oliver Zahn zweimal in der Münsterer Kulturhalle (20. und 21. April 2018) sowie zweimal in der Bachgauhalle Großostheim (5. und 6. Mai 2018) zur Aufführung kommen soll.

Grundsätzlich also hat der AGV mit seinem noch recht frischen Chor (der im Verein der vierte neben Männerchor, „da capo“ und „Vocal Total“ wurde) Großes vor – wofür auch eine große Besetzung gut und wünschenswert ist. Der Auftakt gab allen Grund zum Optimismus, dass aus der Sache etwas Tolles werden könnte: 53 Frauen und Männer, aus Münster genauso wie aus Eppertshausen, Babenhausen, Dieburg oder Darmstadt, im Alter von 15 ebenso wie von 70 Jahren, fanden sich im Proberaum nicht nur zum ersten Kennenlernen der anderen und des grundsätzlichen „Flame“-Vorhabens ein, sondern legten mit dem ungezwungenen Singen sofort los.

Bislang bestand der „flammende“ AGV-Chor aus rund 30 Aktiven. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit, herzlicher Ansprache potenzieller neuer Mitwirkender sowie ein Casting in der Kulturhalle leisteten Chorleiter Zahn, Chorsprecher Tobias Stein, Manuela Meinl, Veronika Rössler und Frank Gebert, die sich mit Blick auf die Musical-Revue zum künstlerischen wie organisatorischen Leitungsteam zusammengetan haben, die Vorarbeit für die sehr gut besuchte erste Probe. Gebert wusste zudem noch von mehreren Sängern, die beim Auftakt verhindert waren, sich aber ebenfalls einen Einstieg vorstellen können. Der steht in den kommenden Wochen weiterhin jedermann frei, auch ohne Chorerfahrung oder Notenkenntnisse.

Jene 35 Personen, die sich zwei Wochen zuvor zum Casting eingefunden hatten, konnten sich mit Blick auf die Revue einen Solopart kleiner, mittlerer oder großer Ausprägung vorstellen. „Wichtig war und ist uns aber, dass sie alle zugleich auch als Teil des Chors fungieren“, erläuterte Gebert. Die Jury bestand aus dem fünfköpfigen Leitungsteam, entschied aufgrund klar festgelegter Kriterien (etwa Intonation und Körpersprache) mit großer Einigkeit, dass die meisten der gesehenen und vor allem gehörten Castingteilnehmer als Solisten werden mitwirken dürfen. Zugleich reihen sie sich wie geschildert in den Chor ein, den momentan weibliche Stimmen dominieren: Zum Auftakt waren 28 Sopranistinnen und 14 Altistinnen bei jeweils sechs Bässen und Tenören zugegen.

Einige der Chormitglieder werden bei den Auftritten im kommenden Jahr, auf die „Flame“ mit wöchentlichen Proben plus ganzen Probetagen und sogar einem Probe-Wochenende in Ernsthofen hinarbeiten wird, auch tänzerische Einlagen hinlegen. Ein wenig schauspielern sollten die Sänger allesamt auch können – schließlich reiten sie durch jeweils fünf Stücke aus fünf bekannten Musicals: „Grease“, „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“, „Les Misérables“ und „Ich war noch niemals in New York“. Zahn, Meinl, Rössler, Stein und Gebert haben sich vorab die Kunst vorgenommen, all dies in eine verbindende Handlung zu überführen. Fertig sei die noch lange nicht, von den ersten kreativen Sitzungen berichten die Beteiligten aber voller Begeisterung.

Zum Anfangsschwung trug merklich auch Chorleiter Oliver Zahn bei, der seit 2014 auch der Frontmann des AGV-Chors „da capo“ ist, überdies Komponist und aktiver Musiker (Rock-Coverband „Camera“), und der zusammen mit Sophie Stürmer das viel beachtete Kindermusical „Die Rote Zora“ komponierte. Dank Zahns Kontakten in seine Wohnregion im Bachgau hat „Flame“ für die Musical-Revue bereits die Zusage von einem 20-köpfigen Streich- und Blasorchester aus dieser Region, das den Chorgesang begleiten wird. Bis zum Auftritt wird es auch stark auf Zahns Wirken ankommen, die „Flamme“ kräftig am Lodern zu halten.

Proben: montags, 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 13, Münster. Infos unter der Rufnummer  0151 23568269, E-Mail: musical@agv-muenster.de, www.agv-muenster.de.

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