Schweres Leben für kleinsten Froschlurch

Nabu arbeitet für Gelbbauchunke

Ausgerüstet mit Besen und Eimern haben aktive Mitglieder des Nabu Münster in den vergangenen Wochen – coronakonform – Flachwassertümpel im Münsterer Gemeindewald gereinigt und gepflegt.
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Ausgerüstet mit Besen und Eimern haben aktive Mitglieder des Nabu Münster in den vergangenen Wochen – coronakonform – Flachwassertümpel im Münsterer Gemeindewald gereinigt und gepflegt.

Die Gelbbauchunke ist aus der hiesigen Region fast verschwunden. Der Naturschutzbunde (Nabu) Münster hilft dem Froschlurch nun. Bei Arbeitseinsätzen sorgen aktive Mitglieder für ein sauberes und ordentliches Umfeld für die Fortpflanzung.

Münster – Kleiner Froschlurch, großer Aufwand: Der Naturschutzbund (Nabu) Münster hat sich in den zurückliegenden Wochen aufgemacht, um der Gelbbauchunke einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Ausgerüstet mit Besen und Eimern haben Nabu-Mitglieder, unterstützt durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, Flachwassertümpel im Münsterer Gemeindewald gereinigt und gepflegt.

Die Gelbbauchunke verlangt momentan die Aufmerksamkeit des Naturschutzbundes.

Freilich coronakonform waren die Nabu-Aktiven mit maximal zwei Personen pro Tümpelanlage unterwegs, um die Anlagen im Messeler Hügelland – das Gebiet liegt auf Messeler Gemarkung, gehört aber zum Münsterer Gemeindewald – zu reinigen und die möglichen Fressfeinde von Laich und „Unkenquappen“ artgerecht umzusiedeln.

Denn die Gelbbauchunken verlangen momentan die Aufmerksamkeit des Nabu. Diese Amphibien sind aus der hiesigen Landschaft schon fast verschwunden. „Die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und nicht zuletzt auch die zunehmende Trockenheit – bedingt durch den nicht zu leugnenden Klimawandel – machen unserem kleinsten Froschlurch das Überleben schwer“, sagt Thomas Lay, beim Nabu Münster zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Darum hat der Nabu die Pflege und Anlage von entsprechenden Flachwassertümpeln im Münsterer Gemeindewald übernommen.

Wichtig nach Kontakt mit Gelbbauchunke: Augenkontakt vermeiden und Hände waschen

Die Gelbbauchunke ist ein kleinerer Froschlurch, der eine Größe von rund 3,5 bis 5 Zentimeter erreichen kann. Die Oberseite ist graubraun gefärbt und mit flachen Warzen besetzt. Die Unterseite ist graublau bis schwarzblau gefärbt und weist ein auffallendes gelbes Fleckenmuster auf, welches mehr als die Hälfte der Unterseite ausmacht. Bei Gefahr, etwa durch Vögel, macht die Gelbbauchunke eine Rückbeuge und zeigt damit ihren gelben Bauch. Dann sondert sie ein leicht toxisches Sekret ab. Für Menschen ist das Gift generell nicht gefährlich, kann aber stark schleimhautreizend sein. Daher gilt: Nach jeder Berührung sorgfältig die Hände waschen und Kontakt mit den Augen vermeiden.

Zurück zu den Arbeiten: Mit der Pflege der Anlage ist die Arterhaltung für den Nabu nicht erledigt. Der Zustand wird bis in den späten Sommer überprüft und bei Bedarf immer wieder mit Frischwasser aufgefüllt. Ein paar eingebrachte Steine und Äste sorgen für einen adäquaten Laichbereich. Nur in einer solchen Umgebung können die Weibchen ihre Eier an dieses „Mobiliar“ anheften.

Viel zu tun also für den Nabu Münster, der in der Brut und Setzzeit auch die Bürger auf Verhaltensregeln aufmerksam macht (siehe Infokasten). (lahe)

Faustregeln für Brut- und Setzzeit

Wer die Natur bewusst, aber schonend genießen möchte, sollte sich an folgende Faustregeln halten, die der Naturschutzbund empfiehlt:
Hunde an der Leine: Hunde werden von den meisten anderen Tieren als Bedrohung gesehen – daher gilt vielerorts Leinenzwang. Und das Aufsammeln der Hinterlassenschaften sollte sich von selbst verstehen.
Nicht vom Weg abkommen: Wer im Offenland auf den Wegen bleibt, minimiert Störungen in der Brut- und Setzzeit automatisch. In fast allen Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein strenges Wegegebot.
Abstand halten: Unbedingt ausgewiesene Betreuungs- und Ruhezonen in Schutzgebieten beachten. Sie markieren Bereiche, in denen sensible Arten sich zurückziehen.
Rücksichtsvoll verhalten: Damit der Ausflug in die Natur für jeden zum schönen Erlebnis wird, sollten alle einander mit Rücksicht begegnen – und nur auf ausgewiesenen Flächen parken.
Nichts hinterlassen: Abfall, ob Plastik oder Bananenschalen, haben in der Natur nichts zu suchen.
Nicht zündeln: Rauchen, Grillen und offenes Feuer werden schnell zu einer großen Gefahr. Viele unterschätzen auch den Schaden, den Zigarettenstummel anrichten. (lahe)

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