Programm und Jörg Roßkopf ziehen viele Besucher an

Stadtradeln: Strampelnd Lampen glühen lassen

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Wie hoch habe ich das Lichtlein auf der LED-Anzeige schon getreten? – Pfarrer Ulrich Möbus schaut vom Wattmessfahrrad nach oben. Der Radler unter den Augen des Herrn schlug sich mehrfach blendend.

Münster - Das bunte Programm zum Start der Aktion Stadtradeln lockte am Samstag zahlreiche Interessierte auf den Rathausplatz. Von Thomas Meier

Jörg Roßkopf als Schirmherr, ein Wettbewerb mit einem stromerzeugenden Ergometer für Gruppen und Vereine sowie Infostände und Glücksrad zogen die Menschen an. Bürgermeister Gerald Frank freute sich über den großen Zuspruch zum Stadtradel-Auftakt. Von Samstagmittag 13 Uhr bis Freitag, 7. September, können Münsterer Bürger erstmals für die Kommune Kilometer auf dem Velo erstrampeln, um ein Zeichen für mehr Radverkehr und Klimaschutz zu setzen.

Frank nutzte die Gelegenheit, den seit Januar für die Gemeinde als Klimaschutzmanager arbeitenden Eric Maercker vorzustellen, Über drei Jahre befristet ist er angestellt, 65 Prozent seines Gehaltes zahlt der Bund. Und für die Gemeinde hat Maercker als Hauptaufgabenfelder die energetische Sanierung des Rathauses, die Schaffung von Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Hausdächern sowie den klimabewussten Austausch der Heizungsanlagen in kommunalen Liegenschaften zu beackern.

Bürgermeister Gerald Frank interviewte Tischtennis-As Jörg Roßkopf (links) und Radler Friedel Appel auf der Bühne.

Frank sprach dem Eisschwund in der Arktis das Wort, der globalen Entwaldung und der Rettung des Great Barrier Reefs. Dem allen müsse auch im Kleinen begegnet werden, sagte Frank, der „in Sachen CO2-Einsparung Gas geben“ will. Statt SUV-Autos zu kaufen sollten die Bürger umweltbewusste Kleinwagen fahren, besser freilich noch aufs Rad umsteigen. Frank erinnerte an den Klimagipfel in Paris und zitierte aus dem Fraunhofer-Institut, das Klima-Ziel sei mit großer Anstrengung doch noch zu schaffen.

Mit Freude stellte er Jörg Roßkopf als Schirmherren der Aktion in Münster vor, zählte die vielen Welt- und Europameistertitel des Münsterer Tischtennis-Stars auf, darunter auch den neuesten, denn „Rossi“ ist jetzt auch Seniorenweltmeister im Doppel und zweiter im Einzel.

Der Stargast outete sich als Radler, denn Laufen bereite ihm mittlerweile Probleme im Knie. Und nach Hinterzarten werde er mit der Tischtennis-Bundesjugend ins Trainingslager radeln.

Mit auf die Bühne geholt wurde auch Friedel Appel, der vor zwei Jahren eine Gruppe Münsterer Radler nach Lastra a Signa, die italienische Partnerstadt Münsters, führte. Damals waren 1 350 Kilometer in zehn Tagen mit 8 500 Höhenmetern zu bewältigen. Am Samstag machte er sich mit einer Truppe Münsterer Radler auf gen befreundetes Abtenau. Bis Freitag zu einem Fest will man dort sein, täglich werden zwischen 80 bis 120 Kilometer geradelt.

Stadtradeln in Münster: Bilder

Um zu verdeutlichen, dass Radfahren für richtig viel Energie sorgen kann, wurde ein viel beachteter Wettbewerb ausgetragen: Mitglieder von acht Gruppen strampelten dabei auf einem mit einem Messgerät ausgestatteten Fahrrad. Obwohl sich das Velo nicht vom Fleck rührte, wurde durch die Bewegung Strom erzeugt. Je schneller und vor allem intensiver man radelte, desto mehr Lichter erstrahlten auf einer digitalen Messsäule. Die „Auftritte“ der Pedaleure waren dabei eher kurzer, aber jeweils sehr kräftiger Natur. Die stärksten Watt-Treter stellten die Recken vom SV Münster, doch auch die Martinsgemeinde und die evangelische Kirchengemeinde Altheim hatten Kraftbolzen am Start. Es beteiligten sich ferner die Freiwillige Feuerwehr Münster, die DJK, das Team Stadtradeln aus dem Rathaus, der Musikverein und das ARThaus.

Für das leibliche Wohl war gesorgt, ein Fahrradgeschäft präsentierte seine neuesten Modelle und ein Glücksrad drehte sich ebenfalls.

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