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Aue-Schule führt „Die Mausefalle“ in Münster auf

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Luisa Ritte (rechts) ermittelt als Sergeant Trotter im Umfeld der seltsamen Pensionsgäste.
Luisa Ritte (rechts) ermittelt als Sergeant Trotter im Umfeld der seltsamen Pensionsgäste. © zeta

Ein Schneesturm, ein Gast, den niemand eingeladen hat, ein leerer Koffer und eine Pension, die nicht nur zur Herberge für unterschiedlichste Menschen wird, sondern auch für deren Geheimnisse – dieses Setting wird zum Ausgangspunkt für eine Kriminal-Komödie, die so klassisch-spannend wie modern-vergnüglich ist.

Münster – Die Rede ist von der „Mausefalle“, einem Theaterstück aus der Feder von Agatha Christie. Erstmals gezeigt wurde das Stück am 25. November 1952 in London und ist seitdem fast ununterbrochen über 28 000-mal aufgeführt worden. Zwei Aufführungen gab es nun auch in der Kulturhalle in Münster. Dort begeisterten Schülerinnen und Schüler der Münsterer Schule auf der Aue ihr Publikum mit einer eindrucksvollen Inszenierung des meistaufgeführten Krimi-Theaterstücks der Welt.

Acht Personen stehen für „Die Mausefalle“ auf der Bühne. Das ist im Londoner East End nicht anders als in der Münsterer Kulturhalle. Dort spielen Charlotte Gilbert und Julie Gleitsmann das Ehepaar Molly und Giles Ralston, das das alte, abgelegene Haus „Monkswell Manor“ geerbt hat und dort eine Pension eröffnete. Vier Gäste haben sich zur Eröffnung angemeldet. Ein weiterer, Mr. Paravicini (gespielt von Robin Fendt), behauptet, sein Auto sei in einer Schneewehe stecken geblieben, weshalb er Unterschlupf in der Pension sucht.

Klassische Krimi-Komödie

Während sich nach und nach der pensionierte Major Metcalf (Linus Stock), die strenge Mrs. Boyle (Linda Kutschera), der Architekturstudent Christopher Wren (Lilian Flott) und die etwas aufdringliche Ms. Casewell (Emelie Roth) in der Pension einfinden, wird im Radio vom Mord an einem Mädchen berichtet, zusammen mit einer Täterbeschreibung. Ist der Mörder etwa unter den Gästen? Die Vermutung hat zumindest Sergeant Trotter (Luisa Ritter), der auf Skiern die mittlerweile gänzlich eingeschneite Pension erreicht hat. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen. Doch sind sie begrenzt von den Mauern des „Monkswell Manor“, in dem die Eingeschlossenen es dem rätselnden Publikum bis zur Auflösung des Falls nicht einfach machen.

Mit der „Mausefalle“ hat Lehrer und Regisseur Philipp Schumann eine klassische Krimi-Komödie ausgesucht, die am Original-Aufführungsort ebenso wie in der Münsterer Kulturhalle so gut funktioniert, weil sie ein szenisches Umfeld hat, in dem viele kurze Einstellungen Witz und Spannungsbogen über zwei Akte halten.

„Bei der Auswahl eines Theaterstücks gibt es vieles zu bedenken“, sagt Schumann, der mit Jannik Pistauer die Leitung hatte. Was ist mit den Schülern zu realisieren? Wie ist das Bühnenstück aufgebaut? Spricht ein Klassiker die jungen Akteure und auch das Publikum an oder lässt es sich auch behutsam in eine modernere Form überführen? Fest stand von Beginn an, dass es ein Stück sein sollte, das dem kulturellen Anspruch ebenso gerecht wird, wie dem Bedürfnis nach einem unterhaltsamen Theaterabend.

Proben seit September

Nachdem das Stück ausgewählt war, formierte sich die Theater-AG, wurden die Rollen besetzt und die Kulisse mit der Bühnenbild-AG unter Leitung von Laura Hilbert besprochen. Ab Ende September probten die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse wöchentlich. In der Woche vor der Premiere waren die Darsteller, Bühnenbildner und Techniker jeden Tag in der Kulturhalle, die die Gemeinde Münster den AGs kostenfrei zur Verfügung stellte. Der Dank der Schule ging daher auch an Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos).

Neben dem reinen Theaterspiel habe die Schauspiel-Erfahrung auch einige positive Effekte auf die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen. „Man kann immer wieder beobachten, wie die Jugendlichen durch das darstellende Spiel an Selbstvertrauen gewinnen“, erzählt Philipp Schumann. Das bestätigt auch Andreas Von der Heyden, der bis 2019 die Theater-AG geleitet und mit den Schülern mehrere Stücke auf die Bühne gebracht hatte.

„Es macht große Freude, sich in einer anderen Rolle auszuprobieren, und es ist ein befreiendes Gefühl, das Theater von der Bühne aus zu erleben. Das fördert das Selbstbewusstsein und das Gemeinschaftsgefühl“, sagt er.  zeta

Mrs. Boyle (Linda Kutschera, sitzend), Major Metcalf (Linus Stock) und Mr. Paravencini (Robin Fendt) kommt in der Pension „Monkswell Manor“ einiges rätselhaft vor.
Mrs. Boyle (Linda Kutschera, sitzend), Major Metcalf (Linus Stock) und Mr. Paravencini (Robin Fendt) kommt in der Pension „Monkswell Manor“ einiges rätselhaft vor. © Schweinfurth, Melanie

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