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Tierfreunde in Münster locken Ratten an

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Gut gemeint, schlecht gemacht: Tierfutterstationen ohne Rattensicherung.
Gut gemeint, schlecht gemacht: Tierfutterstationen ohne Rattensicherung. © Bauhof Münster

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Vor allem, wenn es um Tiere geht.

Münster – Entlang des Helgolandrings in Münster gibt es mehrere „grüne Finger“, also kleine Grünstreifen, die in Gemeindebesitz sind und das Baugebiet auflockern. Auf einigen dieser Flächen sind in den vergangenen Tagen Igelhäuschen und Tierfutterstationen ohne Sicherung gegen Ratten aufgestellt worden, wie die Gemeindeverwaltung mitteilt.

„Dahinter standen sicherlich gute Absichten von Tierfreunden, allerdings schmeckt das Futter nicht nur Igel & Co., sondern auch Tieren, die niemand gern in einer Wohnsiedlung haben möchte, allen voran Ratten“, heißt es aus dem Rathaus. Denn fühlten die sich erst einmal in einer Gegend wohl und würden auch noch mit einem „All-you-can-eat-Buffet“ versorgt, vermehrten sie sich rasant und blieben auf Dauer.

Anders als von vielen angenommen, leben und vermehren sich Ratten der Verwaltung zufolge nämlich nicht ausschließlich in der Kanalisation. Und auch Marder und Waschbären würden sich gern an Igel- und Katzenfutter laben.

Der Bauhof der Gemeinde habe die Futterstationen daher entfernt und verwahrt. Die Eigentümer können sich nun an die Verwaltung wenden und die Häuschen abholen.

„Das Aufstellen der Häuschen war sicherlich ganz lieb gemeint“, sagt Tatjana Maier vom Grünflächenamt. „Doch wir appellieren dringend an alle, große, frei zugängliche Futterstellen mit einem so reichhaltigen Angebot im öffentlichen Raum nicht aufzustellen. Wenn überhaupt, können Futterstationen auf Privatgrundstücken platziert werden.“ Aber auch dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, das Futter nicht lose auszulegen, sondern speziell dafür vorgesehene Futterstationen mit Rattensicherung (sogenannten Rattenklappen) zu nutzen. „Auch da bitten wir, die Konsequenzen für die gesamte Siedlung zu überdenken. Denn ein Rattenbefall betrifft schließlich alle – mit all seinen unschönen Auswirkungen.“

Am wirksamsten helfe man Igeln und anderen Wildtieren übrigens durch die „naturnahe Gestaltung“ von Gärten, um ihnen Unterschlupfmöglichkeiten und ein reichhaltiges, natürliches Nahrungsangebot zu bieten und die Artenvielfalt zu stärken. Tipps rund um einen igelfreundlichen Garten gibt es zahlreiche im Netz, zum Beispiel hier.  re

» lbv.de/ratgeber/ lebensraum-garten/ igelfreundlicher-garten

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