Baustellenbesichtigung im „ARThaus“

Übermalte Fresken entdeckt

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Anja Haus vom Verein „ARThaus“ zeigt die freigelegten Fresken und erklärt die noch notwendigen Arbeiten, um diese Malereien wieder frisch wie im Ursprungszustand erscheinen zu lassen.

Altheim -  Der 1862 erbaute Altheimer Rathaus – heute „ARThaus“ – wird derzeit mit Fördermitteln der EU saniert. Am Samstag konnte die Baustelle besichtigt werden. Von Peter Panknin

Das ehemalige Rathaus in Altheim dient, nachdem es sich als nicht verkäuflich erwiesen hatte, als Treffpunkt für an Kultur interessierte Menschen. Nach jahrelangem Leerstand wurden Reparaturarbeiten dringlich erforderlich, die hierfür erforderlichen finanziellen Mitteln konnte der zwischenzeitlich gegründete Verein nicht aus eigener Kraft stemmen. Das nach wie vor im Besitz der Gemeinde befindliche Gebäude wurde mit Geldern aus der Gemeindekasse neu gedeckt, damit keine weiteren Schäden durch eindringende Feuchtigkeit von oben entstehen können. Für die weiteren erforderlichen Restaurationsarbeiten stehen Fördermittel der Europäischen Union aus dem LEADER-Programm zur Verfügung, erstmals mit dem höchst möglichen Satz in Höhe von 200.000 Euro.

Die Sanierungsarbeiten am und im altehrwürdigen Mollerbau begannen Anfang Mai und haben einen vorzeigbaren Stand erreicht. Grund genug für Bürgermeister Gerald Frank, die Öffentlichkeit zu einer Besichtigungstour ins zum „ARThaus“ mutierte Rathaus einzuladen. Im ehemaligen Sitzungssaal des alten Rathauses kamen daher Mitglieder und Vorsitzende der Fraktionen, des Gemeindevorstands und interessierte Bürger sowie Mitglieder des „ARThaus-Vereins“ zusammen. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Frank erläuterte Architekt Michael Kramer anhand von Schautafeln Vergangenes, wies auf bereits erledigte Arbeiten hin und zeigte auf deutlich sichtbare Bereiche, die noch bearbeitet werden müssen, hin. Dazu gehören die Decken im Obergeschoss, in denen noch Feuchtigkeitsschäden zu beseitigen und Brandschutzanforderungen zu erfüllen sind. Der freigelegte Fußboden mit alten Dielen soll wieder hergerichtet werden und den einstigen Neuzustand widergeben. Fenster und Fensterbänke sind ebenfalls noch alle auszutauschen, bevor es an die Neuverputzung des Gebäudes gehen kann. Baufachmann Alois Lauszat schildert die Ergebnisse chemischer Untersuchungen, die zur kompletten Entfernung des alten Verputzes geführt haben und nun dessen Neuaufbringung erfordern.

Alle Arbeiten am und im Gebäude werden von ortsansässigen oder im näheren Umfeld befindlichen Unternehmungen ausgeführt. Die farbliche Gestaltung der Innenräume haben Restauratorin Gloria Escoda, Kristin Wicha, Anja Haus, Architekt Kramer und Bürgermeister Frank in die Hand genommen. Die Restauratorin kümmert sich hauptsächlich um die alten Fresken, die in den Räumen entdeckt wurden und durch vorherige, mehrfache Renovierungsarbeiten übermalt waren.

Es gibt noch viel zu tun, dennoch sind alle beteiligten Handwerker guter Dinge und wollen ihre Arbeiten im September dieses Jahres abgeschlossen haben. Erste Planungen für Veranstaltungen zur Wiedereröffnung des „Kulturbetriebes gibt es auch schon. Gerne würde der Verein das Haus im Zustand „einst und jetzt“ bildmäßig präsentieren, es fehlt aber noch an entsprechenden alten Fotos. Wer noch solche im Keller, auf dem Dachboden oder in Alben verborgen sein eigen nennt, wird gebeten, diese Fotos zu Ausstellungszwecken leihweise zur Verfügung zu stellen und sich mit den Betreibern des „ARThauses“ in Verbindung zu setzen: rathaus.arthaus@gmail.com oder Tel.: 0173/8335427.

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