Positive Entwicklung

Viel weniger Leerstände in Münster

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Positiv vermerkt die Kreisanalyse, dass die Globus-Passage 2017 keine Leerstände mehr auswies. Und auch das so lange brach liegende Kaufhaus habe mittlerweile eine Nachnutzung gefunden, heißt es lobend im Bericht.

Münster - Der Einzelhandel verändert sich ständig. Neue Geschäfte eröffnen, andere ziehen um oder schließen. Von Thomas Meier 

Doch wie verändert sich die Struktur des Einzelhandels im Landkreis insgesamt? Um das herauszufinden wurden bereits 2007 und 2012 Untersuchungen zum Einzelhandel im Kreis durchgeführt. Nun gibt es neue Erkenntnisse. Und Münster kann sich freuen: Im Gegensatz zu vielen anderen Kreiskommunen entwickelt sich dort der Einzelhandel zum Positiven.
2012 wurden in der Ortsmitte Münsters 64 Flächen mit einer Nutzung als Einzel-handelsgeschäft oder einzelhandelsnahe Dienstleistung in die Statistik aufgenommenen. Davon wurden 49 im vergangenen Jahr noch durch die gleiche Branche genutzt, das waren 77 Prozent. In 16 Ladengeschäften ergab sich eine neue Nutzung durch Einzelhandel oder einzelhandelsnahe Dienstleistungen, darunter auch vier im Jahr 2012 noch leer stehende Ladenflächen. Sieben 2012 kartierte Flächen wurden 2017 in einer ganz anderen Funktion genutzt.

Außergewöhnlich: Die Zahl der Leerstände sank innerhalb von fünf Jahren deutlich von 16 auf sieben. In vier ehemaligen Leerständen ergab sich eine neue Nutzung, sieben der ehemaligen Leerstände wurden anders verwendet oder in Wohnraum umge-wandelt. Fünf der aufgenommenen Leerstände waren im letzten Jahr weiterhin vorhanden, es kamen außerdem zwei neue hinzu.

„Die Leerstandsquote in der Ortsmitte gemessen an den dort durch Einzelhandel und einzelhandelsnahe Dienstleistungen belegten Geschäf-ten lag 2012 bei 20 Prozent und hatte sich 2017 auf zwölf Prozent reduziert“, heißt es im Kreisbericht. Und mehr noch: „Positiv fiel auf, dass die Globus-Passage 2017 keine Leerstände mehr aufwies. Auch für das 2012 noch leer stehende ehemalige Münsterer Kaufhaus wurde mittlerweile eine Nachnutzung gefunden. Im ersten und zweiten Stock wurde der Hotelbetrieb erweitert, im Erdgeschoss fanden, zusätzlich zur bestehenden Metzgerei, eine Physiotherapie-Praxis und ein Kosmetikstudio Platz.“

Eine Entwicklung, die Bürgermeister Gerald Frank strahlend aufnimmt: „Wir haben eine sehr stabile Situation im Einzelhandel“, kommentiert er die Entwicklung.

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Da macht es auch nichts, dass die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte leicht von 33 auf 31 sank, denn die Zahl der einzelhandelsnahen Dienstleistungen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um vier. Dadurch ergab sich in der Ortsmitte ein höherer Bestand an Dienstleistungen als an Einzelhandel. „Mit nur 47 Prozent Einzelhandelsanteil ist dies einer der niedrigsten Werte unter den hier betrachteten Ortsmitten“, heißt es im Kreisbericht. Doch hat Münster eigentlich keine Ortsmitte, der Handel tritt verteilt auf. Die Geschäfte verteilen sich über einen weitläufigen Bereich überwiegend entlang der Darmstädter Straße und der Frankfurter Straße. Außerhalb davon befinden sich weitere Geschäfte, vor allem in der Fortsetzung der Hauptstraßen und in einigen anderen Bereichen mit verstreut auftretenden Geschäften. Am südlichen Ortseingang gibt es mehrere Lebensmittelmärkte und einen Drogeriemarkt.

Die Branchenzusammensetzung war in beiden Jahren recht ähnlich. Es fiel dabei ein im Vergleich mit anderen Städten und Gemeinden besonders hoher Anteil an Einzelhandel aus dem Bereich Haus, Garten und Heimwerken auf, die jeweils ein Drittel des Einzelhandelsbestan-des ausmachten. Darunter waren Blumenläden, Möbelgeschäfte und Geschäfte für Raumausstattung, Hausrat, Baustoffe und Raucherbedarf. „Vor allem die Existenz von gleich zwei Möbelgeschäften in der Ortsmitte war ungewöhnlich, da Möbel insgesamt nur in wenigen Ortsmitten im Landkreis angeboten wurden“, vermerkt der Fünf-Jahres-Bericht. Und: „Statt der drei im Jahr 2012 vorhandenen Bekleidungsgeschäfte bestand 2017 nur noch eines, das in Kombination mit einem Sonnenstudio betrieben wurde.“

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Das fast 30 Jahre in Münster ansässige HiFi-Geschäft Radio Oestreicher schloss Ende 2012 aus Altersgründen und auch wegen der schwierigen Situation für den kleinen Elektronik-Einzelhandel. Auch die im Jahr 2012 vorhandenen Geschäfte für Schmuck, Wein und Hausrat/Haushalt/Dekoartikel bestanden 2017 dort nicht mehr.

Was Verwaltungschef Frank am Bericht freut: „Der Norma-Discounter konnte in der Ortsmitte erhalten werden, was das Angebot an Lebensmitteln in zentraler Lage sicherte.“ Der Discounter war 2012 noch auf einer kleineren Fläche am nördlichen Ende der Darmstädter Straße untergebracht und zog inzwischen auf eine größere Fläche um, auf der zuvor der Kik-Textildiscounter bestand. Letzterem weine niemand wirklich nach, meint Frank. Ergänzt wurde das innerörtliche Lebensmittelangebot dafür durch einen Markt für südländische Lebensmittel, ein kleines Geschäft für asiatische Lebensmittel, drei Bäckereien, eine Metzgerei und ein Weingeschäft. Bei den einzelhandelsnahen Dienstleistern schließlich stieg die Zahl der Gastronomiebetriebe an.

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