Virtuelle Kunstentfaltung

Münsterer Künstlergruppe Art.2(1) stellt im Arthaus zum Weltfrauentag aus

Carsten Schubert macht es mit seiner Handy-Dokumentation erst möglich, dass die im Arthaus gestellte und gehängte Schau der Künstlergruppe Art.2(1) ab 14. März auch im Netz „begehbar“ sein wird.
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Carsten Schubert macht es mit seiner Handy-Dokumentation erst möglich, dass die im Arthaus gestellte und gehängte Schau der Künstlergruppe Art.2(1) ab 14. März auch im Netz „begehbar“ sein wird.

„Frauenbilder – Stereotyp?““ lautet das Thema einer Ausstellung der regionalen Künstlergruppe Art.2(1) zum Weltfrauentag im Arthaus, die ab Sonntag, 14. März, zu sehen sein wird. Der Pandemielage wegen allerdings nur virtuell, obwohl sie tatsächlich seit einigen Tagen physisch im Arthaus platziert ist. Sie überhaupt zustande zu bekommen, ist eine Leistung der knapp ein Dutzend Ausstellerinnen und des einen Ausstellers, denn die Konzeption zur Präsentation konnte einzig in Telefonaten und Videokonferenzen erstellt werden.

Altheim – Vor etwa fünfeinhalb Jahren gründete sich die Künstlergruppe mit dem merkwürdigen Namen, der an das im Grundgesetzt in Artikel zwei festgeschriebene Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit erinnert. Ihm fühlen sich in der neuen Schau die Künstler Dorothee Eitel, Hans-Peter Schmücker, Regina Heiser, Susanne Rieger, Sandra Hebel, Christiane Seib, Angela Schäfer, Claudia Böhm, Anne Zimmer, Lisa Rubanova und Kristin Wicher verpflichtet.

Das Frauenbild wandelt sich. Seit 1918 sind Frauen wahlberechtigt. Ein langer Weg war es bis dahin. Millionen Frauen gingen damals auf die Straße um ihr Recht einzufordern.

Die Aussteller stellten sich die Fragen, wie erleben wir heute die „Rolle der Frau“? Gibt es eine Rückentwicklung? Klischeehaft wiederkehrende Frauendarstellungen prägen unseren Alltag. Welche Rolle spielen die Medien, Schule, Kirche, Familie, Gesellschaftsordnung?

Kristin Wicher fasst zusammen: „Diese Fragen bewegen uns nicht nur anlässlich des internationalen Frauentags. Als Kunst- und Kulturschaffende möchten wir verschiedene Positionen rund um das Thema Frauenbilder - Stereotyp? sichtbar machen.“

In mehreren Bereichen widmen sich die Künstler auf unterschiedlichen Wegen den Themen: Innerhalb der Familie, Muttersein, Geburt oder auch politisches Einmischen. Die Bilder und Skulpturen wurden in verschiedenen Techniken erstellt, Susanne Rieger zeigt Bilder und hängt im einstigen Sitzungssaal des ehemaligen Rathauses Altheims kleine Flugblätter mit Gesetzestexten oder Aphorismen zwischen die Exponate.

Das gesamte Obergeschoss des Arthauses, seit 2. November geschlossen und voraussichtlich auch noch bis Ende des Monats, dient der Schau von Art.2(1). Die Künstler kamen einzeln oder zu zweien, um sie einzurichten. Carsten Schubert oblag es, die Gesamt-Installation per Handy zu filmen und sie derart „begehbar“ fürs Publikum zu machen. Er folgt der Regie der Künstlergruppe und wem er zu schnell von Exponat zu Kunstwerk eilt, „für den gibt es ja immer noch die Stopptaste“, lacht er bei seiner verantwortungsvllen Dokumentationsarbeit.

Auch Bürgermeister Joachim Schledt weiß die kulturelle Arbeit in der Gemeinde zu würdigen, übersandt ein Grußwort an die Kreativen und die virtuellen Besucher: „Erst seit 1958 sind Männer und Frauen in Deutschland zumindest auf dem Papier gleichberechtigt. Inwieweit diese Gleichberechtigung in der Realität angekommen ist, wage ich nicht zu beurteilen.“ Und der Parteilose, von der Union unterstützte erinnert: „Immerhin haben wir seit fast 16 Jahren eine Bundeskanzlerin. In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft und in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen sind Frauen stark unterrepräsentiert.“ Schledt ragt rethorisch: Liegt es daran, dass Frauen diese Berufe nicht ergreifen wollen oder können? Oder eher, weil viele gesellschaftliche Strukturen das Männliche nach wie vor als richtungsweisende Norm betrachten?“ Alle dürften sehr gespannt sein, welche Einsichten die Ausstellung im Arthaus biete, seien es doch individuelle weibliche Einblicke auf die Welt.

Zu sehen sein wird die Fotoschau ab 14. März unter dem Link auf der ARThaus-Homepage unter www.rathaus-arthaus.de/aktuelle-ausstellungen/. Sie ist dort bis Ende März präsent und danach im Archiv des Arthauses aufrufbar. (Von Thomas Meier)

Anne Zimmer platziert ihre Collage, die über eine Araberin berichtet, die Auto fahren wollte.
Von Lisa Rubanova stammt diese Plastik zum Thema Frauenbilder und Geburt.

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