Ausschließlich Briefwahl

Wegen Corona: Münster wählt ohne Urnengang neuen Bürgermeister

Punkt 18 Uhr walteten die fünf Wahlvorstände, für die in der Kulturhalle alle Sicherheitsmaßnahmen wegen des Coronavirus getroffenen waren, ihres auszählenden Amtes. Foto: Th. Meier
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Punkt 18 Uhr walteten die fünf Wahlvorstände, für die in der Kulturhalle alle Sicherheitsmaßnahmen wegen des Coronavirus getroffenen waren, ihres auszählenden Amtes.

Auch ohne Urnengang hat Münster einen neuen Bürgermeister gewählt. Welch eine spannende und ungewöhnliche Premiere: Eine reine Briefwahl führte zum Ergebnis dieser Bürgermeisterwahl.

Münster – Auch ohne Urnengang hat die Gemeinde gestern einen neuen Bürgermeister gewählt. Welch eine spannende und ungewöhnliche Premiere: Eine reine Briefwahl führte zum Ergebnis dieser Bürgermeisterwahl. Wegen der Corona-Epidemie sollte die Wahl zunächst verschoben werden. Bis zur Kommunalwahl im Frühjahr 2021 wollte man warten, hieß es zunächst. Doch kam man zum Schluss, wenn aus Sicht der Gemeinde die Wahl zum ursprünglichen Termin durchgezogen werden solle, sei dies möglich; nur eben als reine Briefwahl.

Und die Wahlberechtigten spielten nach den neuen Regeln viel besser mit als erwartet: Lag die Beteiligung zur Bürgermeister-Stichwahl am 15. Juni 2014 zwischen Frank und CDU-Kandidat Udo Beutler damals noch bei knapp 48 Prozent, so schnellte sie gestern hoch auf 62,3 Prozent, ohne dass auch nur ein Urnengang nötig gewesen wäre. Vor sechs Jahren entfielen auf Frank 56,7 Prozent der Stimmen, Beutler erhielt 43,3 Prozent.

Bürgermeisterwahl in Münster: Große logistische Vorbereitungen

Zwar musste gestern kein Wahlbüro für einen Urnengang geöffnet haben, doch um in den insgesamt sechs auserkorenen Wahlvorständen die Briefwahlergebnisse auszuwerten, waren große logistische Vorbereitungen vorab zu erledigen (wir berichteten). Und so saßen Schlag 18 Uhr gestern rund 50 Wahlhelfer mit Atemschutzmasken und Brieföffner bei Hand parat, sich ans große Auszählen zu machen.

  • Marcus Milligan, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes
  • Karin Kreher, Vorsitzende des SPD-Ortsverein
  • Gerhard Bonifer-Dörr von der Alternative Liste Münster, Altheim und Breitefeld (ALMA)

Und der in der Wahl unterlegene Frank konnte seinem Kontrahenten auch nicht die Hand zur Gratulation geben, unserer Zeitung erklärte er, er wünsche Schledt Weitsicht bei seinen Entscheidungen und ein besseres politisches Klima, als er es oft habe erleben müssen. Schledt indes freut sich über seinen Sieg, die CDU habe wohl den richtigen Kandidaten unterstützt. Überrascht habe ihn auch die hohe Wahlbeteiligung: „Niemand konnte bis zum Schluss ahnen, wie sich Corona aufs Wahlverhalten auswirkt.“

Von Thomas Meier

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