Streaming statt DVD

Phänomen Netflix: Amazon wollte den Konkurrenten schon früh kaufen

Wer Streaming sagt, muss auch Netflix sagen. Das Medienunternehmen zählt zu den Big Playern in der Welt des Streaming. Dabei hätte Amazon das Ganze fast beendet.

  • Netflix gehört zu den Big Playern in der Welt des Streaming
  • Dabei hätte Amazon den Streaming-Anbieter beinahe aufgekauft
  • Netflix: Was man über Abos, die Kosten und die Angebote wissen muss

Offenbach - Party ist so 2010. 2020 heißt der wochenendfüllende Zeitvertreib Netflix. Wozu noch raus gehen und am Ende womöglich viel zu ungesunde Kaltgetränke zu sich nehmen, wenn der Spaß doch nur ein paar Klicks entfernt auf der hauseigenen Couch zu finden ist. 

Okay, ein bisschen Bewegung ist vielleicht doch nicht verkehrt. Dass Netflix jedoch zu einem elementaren Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden ist, lässt sich kaum abstreiten. 

Dabei fing alles mit etwas an, das die jüngere Generation vermutlich gar nicht mehr kennt: einer Videothek. 

Amazon hätte Netflix fast aufgekauft

Der Startschuss fällt am 29. August 1997 in Scotts Valley, Kalifornien. Marc Randolph und Reed Hastings gründen Netflix. Insbesondere Randolph bewundert in dieser Zeit das damals junge E-Commerce-Unternehmen Amazon. Netflix geht direkt auf den Verkauf und Verleih von DVDs per Post. Die beiden Gründer investieren 2,5 Millionen US-Dollar Startkapital und starten mit 30 Mitarbeitern. Zu Beginn bietet Netflix ein Sortiment von 925 Filmen - eine Menge Holz zu dieser Zeit.  

Gründung von Netflix

Gründungsort

Umsatz

CEO

Gründer

29. August 1997

Scotts Valley, Kalifornien (USA)

20,16 Milliarden USD (2019) 

Reed Hastings (Sept. 1998–)

Reed Hastings, Marc Randolph

Netflix wirbt damit, keine Gebühren für verspätete Rückgabe der DVDs zu verlangen. Schon 1998 wird Amazon auf Netflix aufmerksam und versucht, das Start-up zu kaufen - vergeblich. Stattdessen schwenkt Netflix um und führt im September 1999 sein monatliches Flatrate-Preismodell ein. Anfang 2000 ist das Einzelmietmodell Geschichte. Es folgt der Börsengang (2002), der erste Gewinn im Geschäftsjahr 2003 und das Ausscheiden von Gründungsmitglied Randolph anno 2004. 

Netflix steigt auf Streaming um - und kommt nach Deutschland

2007 schließlich beginnt Netflix, den Abonnenten Streaming anzubieten. Zu Beginn sind es nicht mehr als 1.000 Filme und TV-Shows - das entspricht 1 % im Vergleich zum damaligen DVD-Postversand-Angebots. 

Dennoch floriert das Geschäft, Streaming ist gefragt. Ab September 2010 geht Netflix über die amerikanische Grenze hinaus. Erst Kanada, dann Europa. 2014 betritt Netflix den deutschen Markt - mit Erfolg. Mittlerweile hat der Streaming-Anbieter laut statista.com rund 180 Millionen Abonnenten zu verzeichnen. 

Ist Netflix kostenlos?

Doch was tun, wenn man noch kein Netflix hat, es sich aber zulegen möchte? Dabei lautet die wohl wichtigste Frage: Ist Netflix kostenlos? Die kurze Antwort: nein. Allerdings können Neukunden das Film- und Serienangebot 30 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen - eine sogenannte 30-Tage-Netflix-Probemitgliedschaft. 

Der Nutzer hat in dieser Zeit Zugriff auf alle Inhalte von Netflix, kann also unbegrenzt Filme, Serien und TV-Shows konsumieren. Vor dem Ende der Probemitgliedschaft gibt es die Möglichkeit, das Abo-Modell zu wechseln, zu bestätigen oder einfach zu kündigen. Dabei muss man keine versteckten Kosten befürchten. 

Was kostet Netflix monatlich?

Die Entscheidung ist pro Netflix gefallen? Was kostet Netflix jetzt monatlich? Welche Abos sind möglich? Wer sich ein Abo zulegt, hat folgende Möglichkeiten: 

  • Basis-Abo: Das Basis-Abo kostet 7,99 Euro pro Monat. Hier bekommt der Nutzer das gesamte Serien- und Filmangebot des Anbieters auf einem Gerät in SD-Qualität. 
  • Standard-Abo: Das Standard-Abo kostet 11,99 Euro im Monat. Damit kann der Nutzer das gesamte Serien- und Filmangebot auf zwei Geräten gleichzeitig in HD-Qualität schauen. 
  • Premium-Abo: Das Premium-Abo kostet 15,99 Euro im Monat und beinhaltet das gesamte Serien- und Filmangebot auf 4 Geräten gleichzeitig in HD- und Ultra-HD. 

Die Netflix-Abos in der Übersicht: 

Abo

Preis

Streaming-Qualität

Geräte

Basis-Abo

7,99 Euro

SD-Qualität

1 Gerät gleichzeitig

Standard-Abo

11,99 Euro

HD-Qualität

2 Geräte gleichzeitig

Premium-Abo

15,99 Euro

HD- und Ultra-HD-Qualität

4 Geräte gleichzeitig

Dabei ist man nach Ende der Testphase nicht auf ein Abo festgelegt. Dieses kann der Nutzer monatlich wechseln oder kündigen. 

Übrigens: Infolge der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung wird auch das Netflix-Abo günstiger. Wer ein Standard-Abo abschließen möchte, kann das jetzt bereits für 11,69 Euro pro Monat tun. „Sobald der reguläre Steuersatz wieder in Kraft tritt, wird Ihr Preis auf 11,99 Euro pro Monat angepasst“, gab das Unternehmen in einer Mail bekannt. 

Wie man bei Netflix bezahlen kann

Bezahlen kann man bei Netflix via PayPal, Kreditkarte oder Bankeinzug / SEPA-Lastschrift. Zudem können Nutzer auch über Prepaid-Karten oder sogenannte Gutscheinkarten bezahlen. Erhältlich sind diese bei ausgewählten Supermärkten wie Rewe, diversen Einzelhändlern und natürlich Elektronikfachgeschäften wie Media Markt. 

So kann man den Betrag auf der Karte einfach dem eigenen Netflix-Konto als Gutschrift hinzufügen. Dabei gibt es folgende Beträge zur Auswahl: 

  • 15 Euro
  • 25 Euro
  • 50 Euro 

Doch Vorsicht: Die Gutschrift kann nur in dem Land dem eigenen Konto hinzugefügt werden, in dem die Karte erworben wurde.  

Wie man bei Netflix sparen kann 

Oftmals bekommen Studenten oder Auszubildende Rabatte bei bestimmten Angeboten. Davon ist Netflix leider ausgenommen. Wer aber sparen will, kann dies trotzdem ganz einfach machen. Stichwort: Premium-Account mit Freunden oder Familienmitgliedern teilen. Schließlich kann ein Premium-Abo etwa von vier Personen gleichzeitig genutzt werden. Teilt man die Kosten durch vier, spart man ordentlich Geld. 

Beispiel: Wird das Premium-Abo mit vier Personen genutzt, die sich auch alle finanziell daran beteiligen, bezahlt jeder Nutzer nur noch knapp vier Euro pro Monat (15,99 Euro geteilt durch vier Personen). 

Download von Netflix und die passenden Apps 

Genutzt werden kann Netflix über Smartphones, Tablets, Smart-TVs und Konsolen wie PS4 oder Xbox One. Dazu muss man sich nur die entsprechende App herunterladen. Auf PC und Mac ist die Netflix-Website einfach über den Browser erreichbar. 

Sowohl Android-Nutzer als auch Apple-Nutzer können sich die App bequem über den App-Store herunterladen. 

Die besten Filme bei Netflix

Wer kennt es nicht. Der Filmeabend ist geplant, die Freunde sitzen auf der Couch, die bestellte Pizza dampft auf dem Schoss. Doch welchen Film schaut man jetzt? Bei einem Angebot von über 3.000 Filmen und TV-Sendungen keine leichte Entscheidung. 

Doch wir leisten Abhilfe und liefern eine Übersicht zu den Film-Empfehlungen bei Netflix. So wartet Netflix etwa mit Klassikern wie „Die Verurteilten“ oder „Goodfellas“ auf. Wer mehr Action möchte, kann sich auf „The Dark Knight“ stürzen. 

Die besten Serien bei Netflix 

Gleiches gilt für die Serien-Vielfalt bei Netflix. Während der Streaming-Anbieter auch mit eigenen Produktionen aufwartet, sind Serien wie „Breaking Bad“, „The Last Dance“ oder auch „Sherlock“ verfügbar. 

Netflix bietet auch die Doku „The Last Dance“ mit Michael Jordan an.

Weitere Serien-Highlights finden Sie in unserer Übersicht zu den besten Serien bei Netflix.  

Die Eigenproduktionen bei Netflix 

Immer mehr geht Netflix auf Eigenproduktionen. Serien wie „Dark“ und „Stranger Things“ gelten als absolute Volltreffer für den Streamingdienst. So hat Netflix im Jahr 2019 mehr Eigenproduktionen veröffentlicht als die gesamte US-TV-Industrie im Jahr 2005. Um es noch drastischer auszudrücken: Anno 2018 veröffentlichte allein Netflix alle 4,5 Tage einen neuen, selbstproduzierten Film oder eine Serie. 

Doch wie geht das? Netflix übernimmt den ganzen Prozess und optimiert jegliche Abläufe einer Produktion: Sie sichten das Drehbuch, finden einen Showrunner, beauftragen Produktionsfirmen. Zudem überwachen und optimieren sie den Prozess, indem sie in Kontakt mit dem Produktionsteam stehen.

Dazu nutzt Netflix zum Beispiel die App „Prodicle Move“. Hier werden all diese Schritte gebündelt und vernetzt. Für viele Produktionen gibt es einen sogenannten Showrunner. Dieser fungiert als Bindeglied zwischen Regie, Drehbuch und allen anderen Bereichen für den Film oder die Serie. Heraus kommt eine Masse an neuen Inhalten.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/picture alliance/dpa

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