Horst Amann ist mit dem Fortgang der Planungen auch in Neu-Isenburg zufrieden

2028 sollen die Züge der RTW rollen

Für  die RTW in Neu-Isenburg kann das vorhandene Gleis in der Carl-Ulrich-Straße genutzt werden.
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Für die RTW in Neu-Isenburg kann das vorhandene Gleis in der Carl-Ulrich-Straße genutzt werden.

Die Planungen für die Regionaltangente West schreiten voran - auch für den Abschnitt in Neu-Isenburg. Über den aktuellen Stand berichtet gestern Horst Amann, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, im Neu-Isenburger Rathaus. Ab 2028 soll das Projekt den Verkehr in der Region entlasten. Der Baubeginn ist für dieses Jahr geplant.

Neu-Isenburg - Das wohl wichtigste Infrastrukturprojekt des Landes, wie Amann und Bürgermeister Herbert Hunkel betonen, sorgt für neue Direktverbindungen zwischen dem Hochtaunuskreis (Bad Homburg, Oberursel und Steinbach), dem Main-Taunus-Kreis (Bad Soden, Eschborn und Sulzbach), Frankfurt Höchst, dem Flughafen und dem Kreis Offenbach (Neu-Isenburg und Dreieich). Für dieses Jahr ist der erste Spatenstich für den ersten Teilabschnitt Süd geplant. Dieser führt von Kelsterbach über den Flughaben bis nach Buchschlag. Mit mehr als 16 Kilometer Länge ist dies der längste Streckenabschnitt der RTW. Der Abschnitt zwei ist jener, der vom Bahnhof Neu-Isenburg bis zum Endpunkt im Birkengewann mit vier Haltestellen und einer Länge von dreieinhalb Kilometern. Geplant ist ein 30-Minuten-Takt.

„Wir fahren mit der RTW im Stadtgebiet von Neu-Isenburg direkt in den Bedarf hinein“, erklärt Amann. Bürgermeister Hunkel nennt die täglich 27 875 Einpendler in die Stadt: „Mit der RTW erleichtern wir diesen Menschen nicht nur den Weg zu ihrer Arbeit, sondern entlasten auch den gesamten Straßenverkehr und die Umwelt deutlich.“ Da man eine noch bestehende Gleistrasse nutzt und zudem nach der Straßenbahnverordnung baut, sei kein aufwendiges „formales Verfahren“ erforderlich, so Amann. „Wir stehen in einem sehr guten Prozess mit der Stadt und der Kommunalen Straßenplanung“, lobt er die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden.

Im Januar 2021 wurde mit der Entwurfsplanung für den Teilabschnitt Süd 2 (PFA 2) begonnen, also die Trasse von der Kleingartenanlage Fischer Lucius bis ins Birkengewann. Die Untertunnelung für den Abzweig vom Bahnhof ist das wohl aufwendigste Einzelprojekt in diesem Bereich. Für die Querung des Radschnellwegs von Frankfurt nach Darmstadt in Höhe der Kleingartenanlage hatte Amann eine Verlängerung des Tunnels angeregt: „Derzeit laufen jedoch Gespräche über eine andere Streckenführung des Radschnellweges, sodass eine Querung an anderer Stelle erfolgen könnte.“ Was den Teilabschnitt betreffe, zeigt er sich recht entspannt, da man unabhängig planen könne. „An anderen Stellen hängen wir an den Baumaßnahmen der Bahn, dies betrifft insbesondere den Bahnhof in Höchst“, so der Geschäftsführer zum größten Verzögerungspunkt des Gesamtprojekts.

„Wir sind wirklich sehr weit, was den Abschnitt eins betrifft, und wir könnten noch in diesem Quartal den ersten Spatenstich am Haltepunkt Stadion durchführen.“

Aber auch was den zweiten Abschnitt betrifft, gibt sich Amann optimistisch. Dieser liege im Zeitplan. Die Entwurfsplanung soll bis Mitte 2022 abgeschlossen sein. Im ersten Quartal starten die Planungen für die Genehmigungsphase. Die bisher größte Herausforderung der Schaffung von Baurecht konnte erfolgreich zwischen der RTW GmbH, der Stadt Neu-Isenburg, Hessen Mobil und dem Regierungspräsidium geklärt werden. „Danach können wir seitens der Stadt eigenständig die Straßenplanung genehmigen“, berichtet Hunkel. Er betont zudem, dass für die Carl-Ulrich-, die Schleussner- und auch die Friedhofstraße sowieso eine grundhafte Sanierung erforderlich sei. „Ohne den Zusammenhang mit der RTW hätten wir die gesamten Kosten selbst tragen müssen.“

Skeptisch zeigt sich Amann zur Frage, fertige Teilbereiche der RTW früher zu nutzen: „Selbst wenn wir im Jahr 2025 in Neu-Isenburg fertig wären, hilft uns das nicht weiter.“ Denn die benötigte Wartungs- und Reparaturstation für die Züge liegt nördlich des Bahnhofs Frankfurt-Höchst. Es mache keinen Sinn, für ein paar Monate nach einer Alternativlösung zu suchen.

Von Leo F. Postl

Eine aufwendige Gründungsbohrung lief gestern direkt auf dem Brückenkopf über die bestehende Bahntrasse.

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