„500 Jahre Reformation“

Kulturbüro und die Isenburger Kirchen bieten Veranstaltungsreihe

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Neu-Isenburg - Das Lutherjahr ist angelaufen, 2017 jährt sich die Reformation zum 500. Mal. Rechtzeitig zu diesem Jubiläum überschlagen sich die Buchverlage mit Veröffentlichungen, die mal mehr, mal weniger theoretisch die Bedeutung Luthers erklären.

Das städtische Kulturbüro und die Isenburger Kirchen gehen einen anderen Weg: Sie vermitteln Luthers Wirken und Bedeutung anschaulich anhand einer Veranstaltungsreihe. Es sei klar gewesen, dass die Kirchen Angebote zum Reformationsjubiläum auf die Beine stellen, sagt Dr. Bettina Stuckard. „Da dachte ich es wäre schöner, wenn es einen gemeinsamen Kanon gibt.“ Also hat die Leiterin des Kulturbüros alle Akteure angeschrieben und mit ihrem Team auch eigene Angebote vorbereitet. Herausgekommen ist ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerten, Vorträgen und mehr. Als hugenottische Ursprungssiedlung, so erläutert Stuckard, sei die Verbindung Isenburgs zur Reformation besonders eng. „Da ist es sehr schön, dass hier auch überkonfessionell Veranstaltungen stattfinden, die das Thema mit verschiedenen Ansätzen aufgreifen.“

Den Auftakt macht die Johannesgemeinde: Am Sonntag, 5. Februar, 17 Uhr, ist dort in der Kirche das Theaterstück „Querschläger“ zu sehen – verfasst, inszeniert und besetzt von Lokalmatadoren des Evangelischen Dekanats Dreieich. „Ich habe mich gefragt, was uns heute spontan zu Luther einfällt“, erläutert die Autorin Sonnhild Grevel, die das Stück auch inszeniert: „Die 95 Thesen, an der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen, die Verhöre und die über ihn verhängte Reichsacht, die Bibelübersetzung während seiner Zeit auf der Wartburg und seine Vermählung mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora“, zählt sie auf. Das Stück will auf leicht verständliche Art die historischen Fakten präsentieren.

„Grundlegendes zur Reformation“ erfahren die Isenburger auch in einer Ausstellung, die am 16. Februar, 19 Uhr, im Stadtmuseum eröffnet wird. „Auf allgemeinverständliche Weise bietet die Schau einen guten Einstieg ins Thema“, sagt Stuckard. Daher sei sie besonders für Schulklassen zu empfehlen. Im März geht es künstlerisch weiter: Von einer ganz anderen Seite wird der Reformation in der Kunstausstellung „WortGeschichte(n)“ der Künstlergruppe „exponaRt“ begegnet. Zehn Holzbildhauer haben ihre Sicht auf die Reformation künstlerisch umgesetzt. Die Vernissage ist am 2. März um 19 Uhr in der Stadtgalerie.

Ihren 315. Gemeindegeburtstag feiert die Marktplatzgemeinde: „Reformation weltweit – ein eritreisch, chinesisch, deutsches, ökumenisches Fest“ gibt es im Anschluss an den Gottesdienst am 5. März, 10 Uhr. In einer Vortragsreihe stellt Pfarrer Matthias Loesch die Reformation in der Kunst (15. März), in der Musik (22. März) und in der Literatur (29. März) vor. Im Stadtmuseum gestalten Besucher unter dem Motto „Sagen will ich’s, schreiben will ich‘s – Reformation und Buchdruck“ am 19. März mit historischen Druckverfahren ein Flugblatt wie zur Zeit Martin Luthers.

Auf den Spuren Luthers quer durch Deutschland

Ausführlichere Infos zu allen Programmpunkten sind auf den Internetseiten der Kirchen sowie im Netz zu finden unter www.hugenottenhalle.de.

Am 27. April, 19.30 Uhr, wird in der Hugenottenhalle das Theaterstück „Martinus Luther“ gezeigt: der Lebensweg Luthers, vom jungen Revolutionär, der die Großen der Welt herausfordert, zum berühmten Reformator – oder zum machtbesessenen Menschen, der über Leichen geht? Gleich drei Tage später (30. April, 17 Uhr) folgt in der Marktplatzgemeinde das Theaterstück „Cranach malt Luther“ vom T&N Theater. Den ganzen Sommer über folgen diverse weitere Veranstaltungen. Der Oktober steht dann traditionell ganz im Zeichen der Reformation. Besonders, so verrät Stuckard, freue sie sich auf den 21.: Dann gibt es in der Huha die deutsche Premiere der Hugenottenoper „Caterina die Guisa“. Das tragische Werk wurde von Calro Coccia nach einem historischen Roman von Alexandre Dumas geschrieben. Die Mainzer Virtuosi, das Casalmaggiore International Festival und I Virtuosi Ambulanti führen das Werk in italienischer Sprache auf.

Am Reformationstag, 31. Oktober, gibt es in der Johannesgemeinde einen Festgottesdienst. Als Gastprediger spricht Markus Wriedt, Professor für Kirchengeschichte an der Uni Frankfurt. Die Bachkantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ führt der Chor der Johannesgemeinde gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Caecilia der katholischen Gemeinde St. Josef auf. Die Marktplatzgemeinde lädt am selben Tag um 19 Uhr zum Reformationsgedenken ein. Dazu hält Pfarrer Norbert Bachus, ehemals Pfarrer in Heilig Kreuz, einen Vortrag zum Thema: „Die Reformation aus römisch-katholischer Sicht“.

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