Gas und Bremse verwechselt

75-jährige Autofahrerin verursacht Karambolage

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Mehrere Meter schob der Mercedes den Mazda über den Parkplatz, auch das Rad des Isenburger Musikers Mark Protze wurde überrollt. Mit ganz viel Glück kam es nur zu Sachschaden.

Neu-Isenburg - Kurioser Unfall auf dem Parkplatz des Aldi-Markts in der Rathenaustraße: Eine 75 Jahre alte Autofahrerin hat am Freitag offenbar Gas und Bremse verwechselt und soll dadurch „eine regelrechte Karambolage“ verursacht haben, wie es gestern im Polizeibericht heißt.

Nach ersten Erkenntnissen der Beamten wollte die Seniorin ihren Daimler CLK gegen 16.30 Uhr an einem Grünstreifen auf dem Parkplatz abstellen. Auf der anderen Seite des Grüns parkte ihr gegenüber ein Mazda 6. Jedoch erwischte die 75-Jährige offenbar das falsche Pedal, ihr Auto fuhr übers Grün hinweg nach vorn und krachte auf die Motorhaube des Mazda. Dieser wiederum wurde in Richtung des Aldi-Eingangs geschoben, wo er gegen ein dort abgestelltes Fahrrad krachte und das Velo unter sich mitschleifte. Das ganze Gespann stieß noch gegen ein Rollregal, das sich in Bewegung setzte und einen weiteren geparkten Wagen rammte. Erst kurz vor dem Markt-Eingang kamen alle zum Stehen. „Verletzt wurde bei der Karambolage glücklicherweise niemand, die ältere Dame kam mit einem Schrecken davon“, schreibt die Polizei. Der Gesamtschaden werde derzeit auf 9000 Euro geschätzt.

Hautnah miterlebt hat den Unfall der Isenburger Musiker Mark Protze, der gerade aus dem Bildungszentrum Westend kam und sein Rad vor dem Aldi abgestellt hatte, als er plötzlich den gewaltigen Schlag hörte. Der 42-Jährige erzählt, er habe zum Glück schnell reagieren und zur Seite springen können – „es war wie ein Reflex, wie ein siebter Sinn“. Nach seinem Sprung habe er gesehen, wie ein Mercedes einen Mazda Richtung Filiale schob. Sein Rad war weg; vom Auto überrollt. Protze erzählt, er habe beim Anblick der Fahrerin schnell bemerkt – mit Vorsatz hatte das hier nichts zu tun. Die Frau habe sehr verzweifelt gewirkt, Passanten versuchten, sie zu beruhigen.

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Für die Zukunft hofft der aus Niedersachsen stammende Musiker, der 2015 von Wolfsburg her zog und dem der Unfall einen gehörigen Schreck eingejagt hat, „dass die Hessen mich ab jetzt verschonen“. Damit spricht er das traumatische Erlebnis vor einem Jahr auf dem Frankfurter Wäldchestag an: Junge Männer hatten den Gitarristen damals bewusstlos und zur Hirnblutung geprügelt. (man)

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