Trauer um Helmut und Anni Hubeler

Abschied von zwei passionierten Naturfilmern in Neu-Isenburg

72 Jahre glücklich verheiratet: Nur wenige Wochen nach seiner Ehefrau Anni ist auch Helmut Hubeler verstorben.
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72 Jahre glücklich verheiratet: Nur wenige Wochen nach seiner Ehefrau Anni ist auch Helmut Hubeler verstorben.

Große Trauer bei der Stadt und vor allem auch bei den Film- und Videofreunde in der VHS: Der Verein hat innerhalb kürzester Zeit seine beiden ältesten und treuesten Mitglieder verloren: Anni Hubeler starb am 11. Januar im Alter von 92 Jahren an einer Covid-19-Erkrankung, ihr Mann Helmut Hubeler folgte nur drei Wochen später am 31. Januar im Alter von 94 Jahren.

Neu-Isenburg - Das Ehepaar Hubeler sei 72 Jahre lang glücklich verheiratet gewesen, schreibt der Verein in einem Nachruf. „Sie verband vor allem ein gemeinsames Hobby: der Naturfilm. Helmut (Didi) wurde vor über 47 Jahren Mitglied bei den Film- und Videofreunden und beim Bund deutscher Filmautoren. Er galt hier als einer der besten Naturfilmer und hatte bei den jährlichen Bundesfilmfestspielen NATUR in Blieskastel im Saarland so ziemlich alle Preise und Auszeichnungen erhalten.“

Eine weitere große Leidenschaft von Helmut Hubeler galt dem Rasen-Kraftsport, er gilt auch als Erfinder der Neu-Isenburger Schottischen Hochlandspiele.

„Mit großer Betroffenheit erfuhren wir vom Tod des Ehepaars Hubeler. Wir nehmen Abschied von wunderbaren Menschen. Mit ihren Filmen brachten sie uns die Natur näher. Wir danken Helmut Hubeler, dass er die Schottischen Hochlandspiele nach Neu-Isenburg brachte. Eine der wohl ungewöhnlichsten Veranstaltungen in unserer Hugenottenstadt, die mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Wir werden dem Ehepaar Hubeler ein ehrendes Gedenken bewahren“, betonen Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt in einem weiteren Nachruf, den die Stadt gestern veröffentlicht hat.

In einer Kino-Wochenschau sah der Rasenkraftsportler Helmut Hubeler die Highland-Games 1957 und war so begeistert, dass er weitere Athleten der Abteilung Rasenkraftsport der Spielvereinigung 03 aktivierte und mit diesen ein Jahr später in Edinburgh erfolgreich an dem Wettkampf mit Steinstoßen, Hammerwurf, Gewichtweitwurf und Gewichthochwurf teilnahm. „Am gleichen Tag geboren wie Queen Elisabeth, dem 21. April 1926, soll sie dem jungen Athleten damals huldvoll zugewunken haben“, schreiben seine Vereinskameraden der Filmfreunde. Bei den Games in Narn und Edinburgh belegte Hans Stampe im Baumstammwerfen den zweiten Platz, Helmut Kreis gewann das Gewichtwerfen an der Kette in Narn.

Bis 1963 fanden regelmäßig die Sportlerreisen von Neu-Isenburg nach Schottland statt. Danach konzentrierten die Schwerathleten sich darauf, die schottischen Disziplinen im Vereinsbereich weiter zu pflegen und im Rahmen von Vereinsmeisterschaften umzusetzen. Ab 1969 wurden die Wettkämpfe dann nicht mehr nur vereinsintern ausgetragen, sondern als offene Einladungsveranstaltung mit hochkarätigen Spitzensportlern und einem bunten Rahmenprogramm mit Dudelsackpfeifern und schottischen Volkstanzgruppen.

Nach 30 Jahren stellten die Schwerathleten die Veranstaltung ein, weil für die aufwendige Organisation mit der Zeit zu wenig Helfer zur Verfügung standen, die Athleten immer teurer wurden und die Zuschauerresonanz abnahm.

Auf Wunsch der Stadt wurde die beliebte Veranstaltung 2009 dann aber wieder zurück ins Leben gerufen und findet seitdem alle zwei Jahre unter der Regie des Fachbereichs Sport und des Athletik Sport Clubs statt. Die Schottischen Hochlandspiele in Neu-Isenburg zählen nach Angaben der Stadt zu den ältesten schottischen Spielen in Deutschland und beinhalten die Disziplinen Schottenhammerwurf, Feld-Steinstoßen, Gewichtweitwurf, Gewichthochwurf und Baumstammwerfen.

„Nicht nur wegen der Erfolge, sondern vor allem in Anbetracht ihres gemeinsamen erfüllten und facettenreichen Lebens“ hatten einige Mitglieder der Film- und Videofreunde Neu-Isenburg bereits 2019 einen prämierten Videofilm „Die Akte Hubeler“ über dieses besondere Filmerpaar produziert und auf YouTube ins Netz gestellt. Es ist eine liebevolle Hommage an das Naturfilmer-Ehepaar. „Anni und Didi konnten sich an der großen Wertschätzung ihres Lebenswerkes so noch einige Zeit erfreuen. Sie werden uns fehlen“, schreiben die Filmfreunde.  hov

Begeisterte Sportler im Schottenrock in Edinburgh im Jahr 1959: Helmut Hubeler (von links), Hans Stampe, Herold Fuchs, Martin Kottwitz und Helmut Kreis.

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