Coronavirus

Corona in Neu-Isenburg: Auf dem Wochenmarkt bleibt der Abstand gewahrt

An manchen Ständen, wie hier beim Gemüsebau Krämer, sind die Produkte durch Abstandshalter von den Kunden getrennt. 
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An manchen Ständen, wie hier beim Gemüsebau Krämer, sind die Produkte durch Abstandshalter von den Kunden getrennt. 

Seit der vorsichtigen Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind nun auch wieder mehr Leute auf den Straßen unterwegs. So durfte man gespannt sein, ob sich das auch auf den Wochenmarkt in der Fußgängerzone der Bahnhofstraße auswirkt. 

Neu-Isenburg - Denn dieser ist für viele Isenburger Anlaufpunkt, um sich mit frischen Waren, vor allem Obst und Gemüse, einzudecken. Auf den ersten Blick scheint es am Samstag einen größeren Andrang zu geben, doch das ist den wartenden Kunden geschuldet, die den vorgegebenen Abstand einhalten. Denn auch in den vergangenen Wochen war der Markt gut besucht.

Marktbesucher sind scheinbar Frühaufsteher. So kommt Inge Ammon ein zweites Mal, da beim ersten Versuch die Warteschlange zu lang war. „Die Leute standen fast bis zur Waldstraße“, beschreibt sie die Situation vor dem Stand von Gemüsebau Krämer. Bei ihrem zweiten Anlauf ist alles entspannter. Mit vielen Hinweisen, manchmal sogar Abstandseinrichtungen, versuchen die Marktbeschicker, die Vorschriften in Zeiten von Corona einzuhalten. „Es klappt im Prinzip ganz gut, aber wenn es jemand einmal nicht so genau nimmt, dann macht das schlechte Beispiel gleich Schule“, beobachtet Christian Kahnke. Der Vorsitzende der IG City ist mit seinem Weinangebot vertreten.

Für seine Lieblingswurst aus Oberhessen, eine dünne Knoblauchsalami, stellt sich auch Hajo Düll gerne länger an. „Das ist mir die Sache wert und zudem hat das Abstandhalten etwas Entschleunigendes“, betont er. Keine Auswirkungen durch die Krise auf das Geschäft sieht die Bäckerei Fink. „Wenn es sich nicht lohnen würde, würden wir nicht eine gute Stunde von Steinau an der Straße nach Neu-Isenburg fahren. Wir haben hier viele treue Kunden, die auch in der Corona-Zeit kommen“, heißt es dort. Gut läuft auch der Verkauf von Obst und Gemüse vom Bauernhof Rosenhof.

Neu-Isenburg und Corona: Viele haben sich schon mit Masken versorgt

Auffällig ist, dass sich rund ein Drittel der Menschen, die zu Marktzeiten in der Fußgängerzone unterwegs sind, bereits mit Schutzmasken versorgt hat. Die Modelle reichen von der perfekten aus dem Fachhandel über die einfache Version bis hin zu „persönlichen“ Kreationen. Hand in Hand, und mit vorbildlichem Schutz, schlendern Anja und Werner Reinhardt über den Wochenmarkt. „Wir nehmen das ernst und setzen beide den Mundschutz auf, wenn wir das Haus verlassen“, versichert das Paar. „Die Masken hat eine Freundin genäht und sind angenehm zu tragen“, lobt Anja Reinhardt.

Anja und Werner Reinhardt setzen ihre Schutzmasken immer auf, wenn sie das Haus verlassen.

Über den Sinn gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen. „Ich erinnere mich noch, als erst kürzlich der Chef des Robert-Koch-Instituts kundgetan hat, dass solche Masken nichts brächten – und plötzlich ist er anderer Meinung. Da kann doch was nicht stimmen“, meint Karl-Heinz Schröder. Nicht nur der Rosenverkäufer befürchtet, dass das Tragen der Masken viele verleiten könnte, nun wieder fahrlässiger zu sein.

Das ist leider ebenfalls auf dem Markt zu beobachten. Mal ist die Nase frei, mal hängt die Maske unter dem Kinn, weil man mit jemand anderem spricht. Überhaupt nichts von den Regeln scheint eine Gruppe an der Ecke zur Frankfurter Straße zu halten, die eng beisammen sitzt. „Mir ist das vollkommen egal“, ist dort zu hören.Da muss wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Von Leo F. Postl

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