Frauke Petry kommt nach Neu-Isenburg

AfD-Wahlkampf und Gegendemo

+
Zweiter Versuch: Frauke Petry will in Neu-Isenburg Wahlkampf machen.

Neu-Isenburg - Die AfD will in der Hugenottenhalle am nächsten Freitag eine Wahlkampfveranstaltung mit ihrer Bundessprecherin Frauke Petry abhalten. Wie auch die Male zuvor lassen einige Neu-Isenburger das nicht unkommentiert. Sie rufen zur Demo gegen Petrys Auftritt auf. Von Barbara Hoven 

Mit Wahlkampfauftritten in Neu-Isenburg war die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in aller Munde. Und seit dem Wochenende ist sie es erneut. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird die vom AfD-Kreisverband Offenbach-Land für Freitag, 25. August, in der Hugenottenhalle angesetzte Wahlkampfveranstaltung diskutiert.

Denn ans Mikrofon treten sollen dort nicht nur die Direktkandidaten Dr. Robert Rankl (Wahlkreis 187 / Ostkreis Offenbach-Land, Darmstadt-Dieburg, Odenwald) und der Neu-Isenburger AfD-Stadtverordnete Arno Groß (Wahlkreis 185 / Stadt Offenbach, Westkreis Offenbach-Land). Auch die AfD-Bundessprecherin Frauke Petry wird erwartet. Einlass ist um 18.30 Uhr.

Der Widerstand hat sich bereits formiert. Einige Bürger rufen zur Demo unter dem Motto „Gegen die AfD-Wahlkampfveranstaltung mit Frauke Petry“ auf. Initiatorin Alice Blum rechnet mit rund 50 Teilnehmern, wie sie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Die Neu-Isenburgerin machte bereits im Mai 2014 Schlagzeilen in Sachen Gegenwind gegen die AfD. Damals hatte sie als Sprecherin der „Initiative gegen Rechtspopulismus“ bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung zur Europawahl in der Hugenottenhalle versucht, dem damaligen Parteivorsitzenden und Gastredner Bernd Lucke den „Goldenen Gartenzwerg für Deutschtümelei“ zu überreichen.

Die neuerliche Kundgebung gegen den Wahlkampfauftritt soll am Freitag von 18 bis 20 Uhr vor der Halle nahe des Eingangs der Stadtbibliothek, also auf dem Platz zwischen dem Restaurant Tonino und der Frankfurter Straße, stattfinden. „Kein Platz für Rassismus!“ lautet die Überschrift zu dem Aufruf.

Man wolle den Wahlkampfauftritt der AfD nicht unkommentiert lassen, schreiben die Initiatoren. „Es darf keine (weitere) Normalisierung menschenverachtender Positionen geben. Wir stellen klar: Rassistische und rechtsextreme Hetze hat keinen Platz in Neu-Isenburg“ ist auch auf einem der Flyer zu lesen, den sie beispielsweise beim „Sommerfest ohne Grenzen“ am Samstag in Gravenbruch verteilten.

Demo bei AfD-Wahlkampfveranstaltung

Unterstützt wird der Aufruf zum Protest auch von der Neu-Isenburger Flüchtlingshilfe. „Wir werden da Gesicht zeigen“, sagt Michael Kaul gestern auf Anfrage. Er engagiert sich seit 30 Jahren in der Flüchtlingshilfe und erläutert, dass man der Stadt für die Vergabe der Halle keinen Vorwurf machen könne, „wir akzeptieren natürlich, dass die Stadt an die AfD vermieten muss. Wir wollen aber klar zeigen, dass ein großer Teil der Bürger dieser Stadt die flüchtlingsfeindliche Politik der AfD nicht teilt.“

Frauke Petry in Neu-Isenburg, das wäre neu – und doch nicht ganz. Schon einmal sollte sie in der Hugenottenstadt auftreten, das war im Februar 2016. Das war jedoch geplatzt, nachdem die Stadt einen Mietvertrag für die Hugenottenhalle abgelehnt hatte, „weil die von der Stadt geforderten Auflagen nicht vollständig erfüllt wurden“. Daraufhin hatte der AfD-Kreisverband damals auf der Suche nach einem alternativen Standort zunächst eine Veranstaltung in der Reiterschänke geplant. Doch am Ende fand auch sie gar nicht statt.

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung: Bilder 

Diesmal aber ist offenbar alles im Vorfeld geklärt, wie gestern aus dem Rathaus zu erfahren ist. „Für die AfD-Veranstaltung am kommenden Freitag in der Hugenottenhalle wurden alle Auflagen des Vermieters erfüllt“, berichtet Bürgermeister Herbert Hunkel auf Anfrage. Die Neu-Isenburger Polizeistation habe mit dem Veranstalter auch bereits das Sicherheitskonzept erörtert, „aus Sicht der Polizei gibt es keine Einwände“, so der Rathauschef weiter. „Für eine angemeldete Gegendemonstration wurde ebenfalls eine Genehmigung erteilt“, führt Hunkel weiter aus. „Auch hierfür wurde mit der Polizei das Sicherheitskonzept erörtert und Einvernehmen hergestellt.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare