Aktuelle Schwerpunkte skizziert

AG Radverkehr in Neu-Isenburg hat einiges auf der Agenda

Dies ist eine der besonders neuralgischen Stellen in Neu-Isenburg: Von links kommt der Radweg, über den künftig auch die Radschnellverbindung Darmstadt führen und auf die Kurt-Schumacher-Straße (rechts) geführt werden soll. Vorne quert zudem der Radweg von der anderen Seite der Straße – und die Fahrzeuge, die von oben kommen, haben schlechte Sicht auf den Radweg (links). Hier sind bauliche Maßnahmen unumgänglich. 
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Dies ist eine der besonders neuralgischen Stellen in Neu-Isenburg: Von links kommt der Radweg, über den künftig auch die Radschnellverbindung Darmstadt führen und auf die Kurt-Schumacher-Straße (rechts) geführt werden soll. Vorne quert zudem der Radweg von der anderen Seite der Straße – und die Fahrzeuge, die von oben kommen, haben schlechte Sicht auf den Radweg (links). Hier sind bauliche Maßnahmen unumgänglich. 

Auch wenn sich die AG Radverkehr in Neu-Isenburg pandemiebedingt im vergangenen Jahr weniger treffen konnte, ist sie nicht untätig geblieben. Auf der Agenda stehen einige Prüf- und Arbeitsaufträge.

Neu-Isenburg – Rund um Neu-Isenburg passiert im Augenblick viel für das Fahrradfahren. Überregionale Wege werden geplant und eingerichtet. Wie jedoch die Isenburger von der Kernstadt oder Gravenbruch oder Zeppelinheim an diese Wege angebunden werden, darüber wird zwar ebenfalls oft gesprochen, doch manch einer hat das Gefühl, es passiere in dieser Beziehung nichts oder zumindest gehe es nicht schnell genug.

Auch in Sachen Sicherheit für die Radler im Stadtgebiet sieht manch einer noch Luft nach oben, damit der Radanteil am Verkehr spürbar gesteigert werden könne.

Denn von der Topografie her ist Neu-Isenburg ja durchaus ideal fürs Fahrradfahren. Mit dem Ziel, auch die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern, hat die Stadt die AG Radverkehr einberufen. In der Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Yvonne Lammersdorf, der Stadtverordneten für das Radverkehrskonzept, arbeiten Vertreter der Stadtverwaltung, der Radfahr- und Umweltverbände, der Polizei sowie Bürger zusammen, um kontinuierlich die Bedingungen besser zu machen.

„Gemeinsam erarbeiten wir Lösungen, um den Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen in Neu-Isenburg zu erhöhen. In einem frühen Stadium werden alle Akteure in die Überlegungen und Planungen eingebunden und die Maßnahmen abgestimmt. Wichtig ist für uns der Austausch, gerade auch mit den sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern, die eine Ortskenntnis aus einer anderen Perspektive einbringen“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel, der ebenfalls an der AG Radverkehr teilnimmt sowie Erster Stadtrat Stefan Schmitt.

Um den Radverkehr zu fördern, habe die Stadt ein eigenes Budget: In 2021 stehen laut Magistrat 50 000 Euro für Planungsleistungen und 140 000 Euro für die Umsetzung zur Verfügung. Darüber hinaus werden Haushaltsmittel für von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Einzelprojekte bereitgestellt. Dies betrifft derzeit den Neu-Isenburger Abschnitt der Radschnellverbindung (für den 1,86 Millionen Euro bereitstehen) sowie die Beteiligung am BIKE-Offenbach Projekt, für das in diesem Jahr mit Kosten in Höhe von 47 000 Euro zu rechnen ist. Für beide Projekte übernimmt das Land beziehungsweise der Bund einen Förderanteil in Höhe von 70 Prozent der Kosten. In der Regel trifft sich die AG Radverkehr drei bis viermal jährlich. Wegen der Corona-Pandemie mussten die persönlichen Treffen im Rathaus im vergangenen Jahr aber reduziert werden, berichtet Hunkel.

Um zu unterstreichen, dass sich dennoch nicht nichts tut in Sachen Radverkehrsplanung, stellt die Stadt nun per Pressemitteilung vor, welche Prüf- und Arbeitsaufträge die AG Radverkehr gerade auf der Agenda hat. Aktuell beschäftige sich die Arbeitsgruppe zum Beispiel mit der Einrichtung von Fahrradstraßen auf der Ost/West-Achse, „wobei verschiedene Ausbauvarianten diskutiert werden“.

Auch für die Radschnellverbindung Frankfurt-Darmstadt werde nach optimalen Lösungen auf den Neu-Isenburger Teilabschnitten gesucht. Derzeit werden noch verschiedene, vom Planungsbüro erarbeitete Varianten für den innerörtlichen Bereich der Kurt-Schumacher-Straße erörtert.

Die Vor- und Nachteile bezüglich der Verkehrssicherheit, des Aufwands, aber auch des Erhalts von Park- und Grünflächen spielen beim Variantenvergleich eine Rolle. Es wird sowohl eine einseitige als auch eine beidseitige Führung mit Radfahrstreifen und Fahrradstraßen geprüft. Der Ausbau des außerörtlichen Streckenabschnitts besteht in erster Linie in einer Verbreiterung des vorhandenen Waldwegs, der mit den Forstbehörden abzustimmen ist. Im nächsten Schritt kann dann auch hier mit der Planung begonnen werden.

Ein weiteres Thema der AG Radverkehr betrifft die Sicherheit der Radfahrer. Im Jahr 2019 wurden laut Magistrat 44 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahren-den im gesamten Stadtgebiet erfasst – „es wurden jedoch keine Unfallschwerpunkte festgestellt“. Als häufigste Unfallursache habe man „die Missachtung von Verkehrsregeln sowohl von Auto- als auch Radfahrenden“ identifiziert. Nach Ansicht der AG Radverkehr kann jedoch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auch durch die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur erhöht werden.

Die Ergänzung und Erneuerung von Fahrradabstellanlagen wird ebenfalls von der Arbeitsgruppe unterstützt. Anregungen für geeignete Standorte oder Bedarfe können so in den Maßnahmenkatalog aufgenommen und umgesetzt werden.

Für die Kreuzung Stoltzestraße / Hugenottenallee wird diskutiert, wie insbesondere die Querung über die Hugenottenallee für Rad- und Fußverkehr verbessert werden kann. Es bestehe Einigkeit, „dass hierfür die Sichtfelder in den Einmündungsbereichen vergrößert werden sowie die Fläche im Knotenpunkt zoniert werden muss“. (hov)

Die Querung der Hugenottenallee an der Einmündung der Stoltzestraße (gegenüber) ist durch die engen Sichtverhältnisse ebenfalls ein besonderer Gefahrenpunkt.

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