Corona kann Großprojekt für neue Kita, Polizeistation und Bürgerbüro vorerst nichts anhaben

Alles im Plan beim Multifunktionsbau in Gravenbruch

Knapp 700 Quadratmeter stehen künftig als Außenspielfläche für den Nachwuchs hinter dem L-förmigen Gebäude – also in Richtung benachbarter Schule und städtischer Sportanlage – zur Verfügung.
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Knapp 700 Quadratmeter stehen künftig als Außenspielfläche für den Nachwuchs hinter dem L-förmigen Gebäude – also in Richtung benachbarter Schule und städtischer Sportanlage – zur Verfügung.

Am Dreiherrnsteinplatz im Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch entsteht ein neues Gebäude für die Kita, Polizei und Verwaltungsaußenstelle. Bislang läuft alles nach Plan.

Gravenbruch – Keine Frage, dass mancher Knirps derzeit gerne und freiwillig schon mal in diese künftige Kita in Gravenbruch kommen würde, wenn er nur dürfte. Kran und Werkzeuge, Holzstapel und Bauarbeiter sind auch in den Augen der Kinder von heute faszierende Einladungen, der Fantasie freien Lauf zu lassen. Und sogar ihre Eltern dürften beim Blick auf das, was da derzeit am Dreiherrnsteinplatz wächst, ein bisschen ins Träumen geraten. Wenn auch aus einem anderen Grund: Die ersten Vorboten der neuen städtischen Immobilie – unter anderem – für die Kinderbetreuung im Stadtteil deuten darauf hin, dass sich ihrem Nachwuchs und damit ihnen selbst künftig schöne neue Möglichkeiten bieten. Vor allem bei der berühmten und eben, wenn sie noch nicht Realität ist, berüchtigten „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Der Neubau in prominenter Lage am Kopf des Dreiherrnsteinplatzes ist deshalb besonders, weil er künftig nicht nur eine drei-gruppige Kita, sondern auch die Polizeistation für den Stadtteil, eine Verwaltungs-Außenstelle und vier Dienstwohnungen für Erzieherinnen und Erzieher unter einem Dach vereinen wird. Gewollte Fertigstellung des Mehrzweckbaus: Ende diesen Jahres.

Und derzeit deutet auch nichts darauf hin, dass man daran zweifeln müsste. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Carsten Holtschneider, Fachbereichsleiter Hochbau, bei einer Baustellenbegehung mit unserer Zeitung. „Bis jetzt hat Corona dieser Baustelle keinen Abbruch getan. Man muss auch etwas Glück haben, es läuft bisher super.“ Aber man müsse natürlich schauen, was weiter kommt. Denn derzeit werde noch am Rohbau gearbeitet – heißt: Die Arbeiter sind quasi meistens im Freien tätig. Und es könne durchaus sein, dass das Ganze schwieriger wird beim Innenausbau.

Gut vier Monate nach Baubeginn zeigt das Gebäude längst seine endgültige Form und Dimension, der Rohbau ist fertig. Der Besucher der Baustelle erkennt auch schon die Grundstruktur für die künftige Nutzung des Mehrzweckbaus mit den beiden Eingängen zum Platz hin.

Der linke führt zu Polizei und Bürgerbüro, die beide im Erdgeschoss ihre Räume bekommen – die Polizei vorne links auf der Ecke, daneben schließen die Verwaltungsräume an; mit Wartebereich und zwei gleich großen Zimmern für Seniorenberatung und Bürgeramt.

Die rechte Eingangstür ist indes ausschließlich für die Kita vorgesehen. Auch diese nutzt einige Räume im Erdgeschoss, dort kommen etwa Mensa und Küche sowie ein Turn- und Bewegungsraum hin. Aber vor allem der erste Stock ist komplett für die Kita angedacht, es gibt sechs Gruppenräume verschiedener Größe, die sehr flexibel nutzbar sein sollen. Die Kita wird weiterhin von der Evangelischen Kirche betrieben, soll dann aber nach dem Umzug von der anderen Platz-Seite ins neue Domizil um eine Gruppe auf drei vergrößert werden. Das haben Stadt und Kirchengemeinde längst festgeklopft.

Die Gesamtfläche des Neubaus beträgt rund 1275 Quadratmeter, verteilt auf die beiden besagten Vollgeschosse und obendrauf ein Staffelgeschoss. In letzterem entstehen drei Zwei-Zimmer- und eine Drei-Zimmer-Wohnung. Jede bekommt einen Balkon zum Dreiherrnsteinplatz hin. Einen Keller gibt es nicht, dafür aber einen Gemeinschaftsraum im zweiten Stock, wo für jede Wohnung und die Kita Platz fürs Abstellen von Waschmaschine und Trockner sein wird.

Auf einem Teil des Dachs werden die Stadtwerke eine Fotovoltaik-Anlage installieren, der Rest wird begrünt.

Blicke ins Innenleben des Mehrzweckbaus: Fachbereichsleiter Carsten Holtschneider und Bürgermeister Herbert Hunkel zeigen die künftigen Kita-Räume im ersten Stock. Wer aus dem frisch eingebauten Fenster schaut, blickt über den Dreiherrnsteinplatz.

Ein wenig Fantasie ist derzeit drinnen noch nötig, um sich angesichts der grauen Betonwände und Kabelkilometer vorzustellen, wie all das hier am Ende aussehen wird. Aber das liegt nun mal in der Natur des Rohbaus, in dem dieser Tage an allen Ecken Arbeiter zugange sind.

Der Architekt Holtschneider macht kein Geheimnis daraus, dass dieses Projekt, für das die Stadt mit Gesamtkosten von rund 3,56 Millionen Euro kalkuliert, auch für ihn und seine Kollegen ein schönes ist. Und es ist das erste Gebäude seit Langem, das Stadt-Mitarbeiter in weiten Teilen selbst geplant haben, weil die personellen Kapazitäten es wieder zuließen. „Das ist auch etwas, was großen Spaß macht im Job“, sagt Holtschneider. Und Geld sparen konnte die Stadt so auch; 60 000 bis 80 000 Euro hätte ein externes Planungsbüro dafür vermutlich bekommen.

Als Juwel könnte sich bei entsprechender Gestaltung auch die Außenspielfläche hinter dem L-förmigen Gebäude entpuppen, quasi im Innenhof gelegen. Knapp 700 Quadratmeter stehen dafür in Richtung Schule und städtischer Sportanlage zur Verfügung.

In Anbetracht der weiteren Entwicklung im Stadtteil sei die Planung bewusst flexibel gestaltet worden, erläutert Bürgermeister Herbert Hunkel. Die Wohnungen sollen als Dienstwohnungen für Erzieher beziehungsweise gegebenenfalls städtische Mitarbeiter angeboten werden. (Von Barbara Hoven)

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