Alltagshelden im Rampenlicht

Langjährige Feuerwehrleute in Neu-Isenburg geehrt

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Bürgermeister Herbert Hunkel (von links), Stadtbrandinspektor Stefan Werner und (von rechts) Erster Stadtrat Stefan Schmitt und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Peters gratulierten (weiter von links) Stephan Anthes, Rolf Naundorf (hinten), Carsten Petz (vorne), Carsten de Jager, Ralph Schrod, Rainer Knöpfel, Rocco Lechens, Alexander Angermeyer und Nikolaos Michos.

Neu-Isenburg - Neun Feuerwehrleute, zusammen genommen 315 Jahre Feuerwehrgeschichte – da gibt es Einiges zu erzählen. In einem waren sich alle Redner bei der Festveranstaltung zur Ehrung langjähriger Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus einig: Der Dank für das uneigennützige Engagement kann nicht genug betont werden.

Alexander Angermeyer, Nikolaos Michos und Rocco Lechens sind jeweils seit 25 Jahren dabei, Rolf Naundorf, Stephan Anthes, Carsten de Jager, Rainer Knöpfel, Carsten Petz und Ralph Schrod werden für ihre jeweils bereits 40 Jahre dauernde Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Wehr geehrt. „Als die Herrschaften bei der Feuerwehr angefangen haben, war ich gerade vier Jahre alt“, richtet Wehrführer Jochen Müller seinen Blick in Richtung der Jubilare für vier Jahrzehnte ehrenamtlichen Dienst – und unterstreicht damit auch, wie bedeutungsvoll ein derart nachhaltiges Engagement heutzutage ist.

Zu allen Geehrten weiß Müller eine Anekdote zu berichten. Sei es über Stephan Anthes, der damals wie heute einer der schnellsten in der Umkleidekabine sei, wenn die Hilfe der Wehr gebraucht wird. Der 53-Jährige, der genau wie Müller im Feuerwehrhaus in der Sankt-Florian-Straße wohnt, sei immer noch „wieselflink“; Müller hofft, dass er noch sehr lange Anthes’ „Kondensstreifen“ im Treppenhaus sehe, wenn ein Alarm losgeht. „Kein Job war Dir zu mühselig und Deine gute Laune hast Du dabei auch nie verloren“, richtet Müller seine Worte in Richtung von Rolf Naundorf, der seit 40 Jahren dabei ist. „Sei es bei der Bewachung von zahlreichen Tragkraftspritzen am Mainufer beim Hochwasser 1995, dem Transport von Hilfsgütern nach Rumänien oder dem Einsatz in Dessau beim Hochwasser 2002.“

Auch Carsten Petz ist bereits seit 40 Jahren fester Bestandteil der Truppe. Vor allem seine Rolle als „Hüter der Traditionen“ hebt Müller hervor. Außerdem sei der 53-Jährige immer der erste Ansprechpartner, wenn es darum geht, für eine Feier passende Requisiten zu organisieren. Müller: „Sein Fundus ist nahezu unerschöpflich, wie sein Engagement für unsere Feuerwehr.“ Ganz ähnlich wie bei Ralph Schrod: Keine Veranstaltung bei der Wehr findet ohne sein technisches Knowhow statt.

Rocco Lechens begann seine ehrenamtliche Feuerwehr-Karriere 1991 in Groß-Umstadt, bevor er im Jahr 2000 nach Neu-Isenburg wechselte. Müller freut sich vor allem darüber, dass Lechens durch seine berufliche Tätigkeit bei der Stadt Neu-Isenburg insbesondere auch tagsüber regelmäßig für Einsätze zur Verfügung steht – „da hier viele Ehrenamtliche außerhalb auf der Arbeit sind und nicht zum Einsatz kommen können“.

Wie werde ich Feuerwehrmann/frau?

Nach Alexander Angermeyers Eintritt 1991 gab es über Jahre keine Feuerwehrveranstaltung, bei der der 40-Jährige nicht dabei war, lobt Müller. „Natürlich standen die Einsätze und Ausbildungen im Vordergrund, aber auch andere Feuerwehraktivitäten standen dem nicht nach.“ Der Einsatz im Dienst am Nächsten prägte einen Teil der Geehrten so nachhaltig, dass sie ihr Hobby zum Beruf machten: So war Nikolaos Michos für die Werksfeuerwehr der Firma Dupont tätig, Rainer Knöpfel direkt bei der Stadt im Dienste der Feuerwehr und Carsten de Jager bei der Werksfeuerwehr der Firma Merck in Darmstadt.

Dank und Glückwünsche für Motivation und Engagement der Geehrten gibt es an dem Abend reichlich – nicht zuletzt vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Thomas Peters, der im Auftrag des Landes die Brandschutzehrenzeichen in Silber und Gold für 25- und 40-Jährige aktive Mitgliedschaft überreicht. (hov)

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