Von Altstadtfest bis Bildungszentrum: Rückblick und Ausblick der Fachbereiche Kultur und Sport

„Die Kultur nicht vergessen“

Neu-Isenburg - Neue Pläne für das Altstadtfest, Perspektiven für die heiß diskutierte Stadtteilbibliothek für Gravenbruch, die Hoffnung auf kulturelle Schwerpunkte im neuen Stadtquartier Süd – der Fachbereich Kultur und Sport hat Bilanz gezogen und einen Ausblick auf 2013 gegeben.

Für Kulturdezernent Theo Wershoven (CDU) Anlass, einem schon geäußerten Anliegen erneut Nachdruck zu verleihen: „Die kulturelle und soziale Infrastruktur darf bei der Entwicklung des Stadtquartiers Süd nicht zu kurz kommen“, betont er. Bisher seien diese Aspekte ihm in den städtebaulichen Grobzielen „zu wachsweich“ formuliert. Vor allem das Thema Erweiterung oder Neubau der Stadtbibliothek hat Wershoven in diesem Zusammenhang weiter auf der Agenda – trotz des gerade eröffneten umgebauten Obergeschosses der Einrichtung. Den Traum von einem neuen Bibliotheks- und Integrationszentrum in zentraler Lage im Stadtquartier Süd, das auch die Volkshochschule nutzen könnte, gibt es für ihn immer noch. Die Meinung der FDP (wie berichtet), dass nach dem Umbau ein Neubau nicht mehr nötig sei, teilt Wershoven nicht. Er weiß aber auch, dass es sich um einen Wunsch handelt, dessen Erfüllung – wenn überhaupt – viel Zeit und Geld kostet. „Aber ich möchte, dass diese Dinge diskutiert werden, auch um die Kultur aus der Nische zu holen.“ In greifbarer Nähe sei indes ein erster Schritt gegen die Platzprobleme der Bibliothek: Wenn das Kulturamt nun umzieht, sollen die frei werdenden Räume zeitnah der Bücherei zukommen.

Bildungszentrum in Gravenbruch im Gespräch

Auch in Gravenbruch wolle man in Sachen Kultur weiterkommen, kündigt Wershoven an, daran werde mit Nachdruck gearbeitet. Bekanntlich wird die Debatte um eine Bibliothek für den Stadtteil hitzig geführt. Im Gespräch sei als Kompromiss eine Art Bildungszentrum zur Mehrfachnutzung, mit einer kleineren Stadtteilbibliothek, Räumen für die Vhs und andere kulturelle Aktivitäten. Ein Konzept sei in der Mache, das man schnellstmöglichst den politischen Gremien vorlegen wolle.

Auch im Bereich Stadtbelebung ist einiges geplant. Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf dem Ziel, dem Altstadtfest neuen Schwung zu verleihen, da Besucher und teilnehmende Vereine zuletzt weniger wurden. Den öffentlich diskutierten Vorschlag, das Fest mit der Kerb zusammenzulegen, hält Wershoven für „nicht optimal“. Auch liegt es seiner Meinung nach nicht an den Preisen, dass sich weniger Vereine beteiligten. Vielmehr gebe es eben bei einem Fest, das es seit Jahrzehnten gibt, gewisse Abnutzungserscheinungen. „Keine dramatischen Veränderungen, aber neue Akzente“, kündigt Wershoven an; wie etwa die Wiederbelebung des musikalischen Frühschoppens am Sonntag. Auch was nicht geht, stellt er klar: Man denke weder an eine Senkung der Standgebühren noch an längere Öffnungszeiten in die Nacht hinein.

Was den Sport betrifft, so wird es in diesem Jahr neben den traditionellen Terminen wie dem Hugenottenlauf zum Beispiel am 16. Juni erneut Schottische Hochlandspiele in Isenburg geben.

Auslastung der Hugenottenhalle lag bei 81 Prozent

Und auch in Sachen Nutzung der Hugenottenhalle zeigt sich deren Leiter Thomas Leber zufrieden, die Auslastung lag 2012 bei 81 Prozent. Das seien zwar fünf Prozent weniger als im Vorjahr, „aber dennoch konnten wir die Einnahmen trotz großer Konkurrenz um zwei Prozent steigern, da es einige aufwändige Veranstaltungen gab“. Den Musentempel, den für 2013 wieder Hochkaräter wie Nelly Furtado gebucht haben, lässt sich die Stadt auch einiges kosten. „All inclusive“ schieße die Stadt „eine runde Million“ zu, sagt Wershoven.

Kulturbüro-Leiterin Dr. Bettina Stuckard ist froh, „dass die kulturelle Grundversorgung in der Stadt aufrecht erhalten werden konnte“. Auch in der neuen Saison werde es wieder je fünf Termine in der Theater-, Komödien- und Musikreihe geben, dazu die Serenadenkonzerte im Haus zum Löwen und Theater für Kinder. Zudem sind neue Veranstaltungsreihen geplant, wie ab Frühjahr ein „Bembeltreff“ im Stadtmuseum, der zum Beispiel Isenburger Spiele von früher vorstellt.

hov

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