Stadt schafft 100 spezielle Warngeräte an

Ampeln gegen dicke Luft in Neu-Isenburger Kitas

Alles grün – in diesem Raum muss nicht gelüftet werden: Kerstin Friedrichowitz, die Leiterin der Kita Kurt-Schumacher-Straße, hat die CO2-Ampeln in allen Gruppenräumen platziert und den Kindern das Gerät genau erklärt.
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Alles grün – in diesem Raum muss nicht gelüftet werden: Kerstin Friedrichowitz, die Leiterin der Kita Kurt-Schumacher-Straße, hat die CO2-Ampeln in allen Gruppenräumen platziert und den Kindern das Gerät genau erklärt.

Im Kampf gegen das Corona-Virus setzt die Stadt Neu-Isenburg in den Kitas auf CO2-Ampeln. Diese zeigen an, wann es Zeit zum Lüften ist.

Neu-Isenburg – Wenn diese Ampel auf Rot springt, muss niemand auf die Bremse treten und anhalten. CO2-Ampeln haben ihre eigenen Gesetze. Fenster auf, lautet das Kommando, wenn sich das Ding bemerkbar macht. Eine Ampel verstehen in der Regel bereits die kleinsten Kinder. Deswegen setzt die Hugenottenstadt im Kampf gegen das Coronavirus auf sogenannte CO2-Ampeln und hat für ihre Kitas 100 dieser Warngeräte angeschafft. Die Kosten hierfür lagen bei rund 25 500 Euro.

Das kleine Gerät zeigt an, ob „dicke Luft“ in den Räumen herrscht und gelüftet werden muss. Es ist eine zuverlässige Erinnerung zum regelmäßigen Stoßlüften. In allen Räumen, in denen sich lange viele Menschen aufhalten.

Und die ersten Erfahrungen seien positiv, ist der Magistratsmitteilung zu entnehmen: „Selbst die kleinsten Kitakinder wissen mittlerweile Bescheid: Leuchtet die CO2-Ampel im Gruppenraum rot, müssen alle Fenster weit geöffnet werden.“ Manchmal muss vormittags öfters gelüftet werden, wenn in den Räumen getobt wird oder viele Menschen sind, manchmal dauert es länger, wenn nur ein paar Kinder ruhig puzzeln.

„Nach den Stellungnahmen des Umweltbundesamtes zu Luftreinigern haben wir uns in Neu-Isenburg für den Einsatz von CO2-Ampeln entschieden. Denn das A und O bei der Pandemiebekämpfung ist das regelmäßige Lüften – trotz Luftreinigern. Nur in den wenigen Räumen von Einrichtungen, in denen die Lüftung über die vorhandenen Fenster nicht ausreicht, haben wir zusätzliche Maßnahmen ergriffen“, begründet Bürgermeister Herbert Hunkel die Entscheidung.

So wurden in einer Einrichtung zusätzliche, neue Öffnungsflügel von Fenstern eingebaut. Bis Ende August werden außerdem in Neu-Isenburg in drei Einrichtungen fünf dezentrale Lüftungsgeräte eingebaut. Zwei Geräte werden in der Kita am Dreiherrnsteinplatz in den großen Räumen im Erweiterungsbau angebracht, zwei kommen in die Kita Zeppelinheim und eines in die Evangelische Kita in der Hugenottenallee 83. Die Geräte werden im Innenraum fest unter der Decke installiert, sehr nah an der Außenwand. Sie haben einen direkten Anschluss ins Freie. „Die Frischluft wird angezogen und gefiltert in den Innenbereich abgegeben, die verbrauchte Luft wird wieder ins Freie abgeführt“, erläutert die Stadt.

Insgesamt werden für diese baulichen Maßnahmen annähernd 200 000 Euro investiert, 75 Prozent werden vom Land Hessen bezuschusst aus den Mitteln für pandemiebedingte Schutzausrüstung für Kindergärten.  red

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