Hochbetrieb ohne Wasser im Becken

Waldschwimmbad: Vorbereitungen laufen auf Hochtoruren – Saisonstart trotzdem ungewiss

Bald startklar für die Saison: Das Schwimmerbecken wird mit viel Energie grundgereinigt und strahlt schon.
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Bald startklar für die Saison: Das Schwimmerbecken wird mit viel Energie grundgereinigt und strahlt schon.

Die Vorbereitungen im Neu-Isenburger Waldschwimmbad laufen auf Hochtouren. Dabei weiß keiner, ob und wann die Schwimm-Saison startet.

Neu-Isenburg – Im Waldschwimmbad herrscht Hochbetrieb. Und das, obwohl die Badeoase noch nicht eröffnet ist. Frühjahrsputz, Reparaturen, ein neues Häuschen für das Aufsichtspersonal: Obwohl das öffentliche Leben aufgrund der aktuellen Coronalage immer weiter zurückgefahren wird, bereiten sich die Stadtwerke als Bad-Betreiber schon auf die anstehende Freibadsaison vor. Denn ohne Planung und ausreichenden Vorlauf ist keine Öffnung möglich.

„Wir hoffen sehr, dass wir baldmöglichst eine konkrete Perspektive erhalten, wann die Bäder wieder öffnen dürfen“, sagt Denis Dörschug, Betriebsleiter des Waldschwimmbads. „Aufgrund der Sanierung unserer Freibadtechnik sind wir dieses Jahr erst ab dem 1. Juni startklar. Aber bei den derzeit ansteigenden Inzidenzwerten sind wir leider noch nicht sicher, ob dann eine Öffnung des Bades erlaubt sein wird“, zweifelt Dörschug an.

Waldschwimmbad Neu-Isenburg: Vorbereitungen für den Sommer gehen weiter

Dennoch: „Unsere Vorbereitungsarbeiten für die Freibadsaison laufen planmäßig weiter“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Kirk Reineke. Denn damit das Freibad überhaupt am 1. Juni aufmachen kann, falls es denn darf, wird von den Mitarbeitern jede Menge Vorarbeit geleistet. So werden – wie vor jeder Freibadsaison – die Becken entleert, gründlich gereinigt und wieder befüllt. Allein das Befüllen des Schwimmerbeckens mit rund zwei Millionen Litern Wasser dauert vier bis fünf Tage.

Auch die Außenbereiche, die Beckenumgänge und das Funktionsgebäude mit den Umkleiden und Sanitärbereichen werden auf Vordermann gebracht. In Zeiten von Corona ist hier besondere Sorgfalt gefragt. „In dieser Hinsicht ist es für uns egal ob Corona oder nicht, wir achten immer auf besondere Sauberkeit“, betont Dörschug. Aber Corona spielt dennoch eine Rolle: Der Badebetriebsleiter hat sein Team in zwei Schichten aufgeteilt, eine Früh- und eine Spätschicht, damit nicht zu viel Personal zu eng arbeitet. „Wir haben als Arbeitgeber in dieser Hinsicht eine Sorgfaltspflicht und diese nehmen wir auch ernst“, betont Dörschug. Der DLB ist ebenfalls emsig im Einsatz, befreit den Rasen von den letzten Laubresten und mäht ihn oder bepflanzt Blumenkübel.

Freibad Neu-Isenburg: Vorbereitungen im Waldschwimmbad beginnen nach dem letzten Frost

Erfahrungsgemäß stehen auch immer ungeplante kleinere Reparaturen an, die vor der Eröffnung erledigt werden müssen. So werden beispielsweise die Sitzbänke repariert und neu gestrichen sowie Ausbesserungen am Beckenumgang vorgenommen. „Die Vorbereitungen können immer erst begonnen werden, wenn die Frostperiode sicher abgeschlossen ist und dauern mehrere Wochen an“, erläutert Dörschug. „Wir freuen uns aber schon darauf, unseren Badegästen wieder ein tolles Badeerlebnis bieten zu können und können den Beginn der nächsten Saison kaum abwarten.“

Mehr Aufwand als gedacht bringen diesmal die Reparaturarbeiten am Nichtschwimmerbecken mit sich: Weil alles andere Flickwerk gewesen wäre, wurden zum Beispiel an den Seitenwänden die Fliesen komplett erneuert.

Obwohl kein Wasser im riesigen Schwimmerbecken ist, steigt dort Wassernebel auf – denn es wird gerade mit Besen und Hochdruckreinigern aufpoliert. Das Nichtschwimmerbecken sieht aus, als wäre es kurz vor der Fertigstellung. „Noch eine Woche, wenn alles perfekt läuft“, hat Dörschug gerade auf Nachfrage vom zuständigen „Reparaturleiter“ erfahren. Das Fliesen-Fachunternehmen wollte eigentlich auch schon von dieser Baustelle verschwunden sein, dann kam eins zum anderen – wie man so schön sagt. „Klar, wir wussten, dass da einige Stellen schadhaft waren, doch dann hat sich gezeigt, dass die Schäden gar noch tiefer liegen“, beschreibt der Betriebsleiter die Situation. Anstatt eines möglicherweise kurzlebigen Flickwerks hat man sich entschieden, die Sache ordentlich zu machen.

Reparaturen im Waldschwimmbad Neu-Isenburg: Kompletterneuerung der Fliesen nötig

Also wurden erst einmal die Hohlräume unter den Fliesen lokalisiert, dann beraten, wie man vorgehen will. „Gerade an den Seitenwänden wäre es reines Flickwerk gewesen, so viele Mängelstellen gab es“, sagt Dörschug. So blieb nur die Radikalkur als Vorgehensweise. „Wir haben die gesamten Fliesen von den Wänden abgeschlagen, dann den Untergrund bis auf die Betonwand abgeschliffen – und jetzt sind wir dabei, alles neu aufzubauen“, schildert er den aufwendigen Sanierungsprozess. Jede Schicht will erst einmal aufgetragen werden, dann muss diese abbinden, danach folgt die nächste Schicht – insgesamt sind es vier Arbeitsgänge. Dieser Tage müssen dann noch die Fliesen angebracht werden, wenn das Wetter mitspielt.

Wenn die Reparaturarbeiten im Nichtschwimmerbecken abgeschlossen sind, muss dann ebenfalls, wie derzeit bereits im Schwimmerbecken, noch gründlich gereinigt werden. Stolz ist Dörschug auf das neue „Wachhäuschen“ für das Aufsichtspersonal: Der Bauwagen ist weg, dafür steht nun ein zeitgemäßer Pavillon im Freibad, in dem sich das Bad-Personal auch bei Hitze aufhalten kann. (Leo F. Postl)

Anfang April rechneten die Stadtwerke damit, dass das Waldschwimmbad im Juni öffnen kann. Auch eine Preiserhöhung soll es geben. Im vergangenen Jahr kam für den Eintritt ein Buchungssystem mit festen Plätzen zum Einsatz. Die Begeisterung am ersten Tag war dennoch groß.

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