Wie es um den Ausbau der Radwege rund um Neu-Isenburg steht

Langwierige Mission Lückenschluss

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Neu-Isenburg - Radfahren von Neu-Isenburg aus in die Nachbarstädte oder zum Flughafen ist manchmal gar nicht so einfach, das Radwegenetz hat Lücken.

Diese sollen geschlossen und die überörtlichen Radwegverbindungen ausgebaut werden, hat die Stadt sich im 2015 beschlossenen Radverkehrskonzept auf die Fahnen geschrieben. Doch dafür braucht’s viele Akteure, was die Sache zu einer langwierigen macht. „Insbesondere ist die Radverkehrsanbindung an Terminal 1 und 2 des Frankfurter Flughafens und an das zukünftige Terminal 3 ein zentrales Anliegen der Stadt“, wie der Magistrat nun in einem Sachstandsbericht zum Thema betont, von dem die Stadtverordneten nun Kenntnis genommen haben. Denn viele Menschen, auch viele Isenburger, arbeiten am Flughafen, das Potenzial fürs Pendeln mit dem Rad ist hoch. Wenn es denn eine bessere Infrastruktur gäbe.

Doch der Blick in die Drucksache zeigt: Es gibt noch viel zu tun. Neun Maßnahmen für überörtliche Radwegverbindungen listet der Bericht auf, nur eine davon ist bisher umgesetzt: Nämlich der neue Radweg entlang der L 3317, der die Lücke schließt zwischen Götzenhain und dem Knotenpunkt von Offenbacher und Neuhöfer Straße am Waldfriedhof Buchenbusch. Da diese überörtlichen Verbindungen in der Zuständigkeit Dritter liegen, ist die Stadt in regelmäßigem Kontakt mit Hessen Mobil, dem Kreis Offenbach, der Hochschule Darmstadt sowie dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Bei letzterem fand vor einigen Monaten ein Gespräch statt, bei dem sich Bürgermeister Herbert Hunkel und Isenburgs Radverkehrsbeauftragte Yvonne Lammersdorf über den Ausbaustatus der einzelnen Projekte informierten. So war aus Wiesbaden zu erfahren, dass für den Radweg an der L 3313 (Teilstück zwischen Neuhöfer Straße und L3317) die Voruntersuchungen laufen und für den Radweg an der L3117 Richtung Gravenbruch/Heusenstamm aktuell eine Machbarkeitsstudie erstellt wird. Nicht nur den Radverkehr am, sondern auch zum Flughafen auszubauen, dies haben sich der Arbeitskreis „Radanbindung an den Stadtteil Flughafen“, der vom Regionalverband FrankfurtRheinMain initiiert wurde und an dem auch Neu-Isenburg beteiligt ist, zum Ziel gesetzt.

Insbesondere ist die Stadt an der Anbindung Zeppelinheims an den Flughafen interessiert. Hunkel und Lammersdorf begrüßen, dass die Planung zum Ausbau des Radweges an der L 3262 auf 2018 vorgezogen wird. Für den Radweg an der B 44 sollen die Voruntersuchungen ab 2018 beginnen. Gebaut werden wird jedoch wohl erst „ab 2025“. Für den Radweg zum Terminal 1/Querung B44 (Kreisel) wird von Hessen Mobil aktuell die Baulastträgerschaft geprüft und es laufen Gespräche mit dem Bund. Die Verkehrsanbindung zum Terminal 2/Querungen B44 und S-Bahnhof Zeppelinheim und die Radverkehrsanbindung Terminal 3/Querung A3 sind Gegenstand des Leitbilds 2030 und werden im Arbeitskreis Flughafenanbindung erörtert.

Welche Felge für welchen Radler taugt

Zwar geht es langsam voran, aber schon in ihrer nächsten Sitzung am 26. September werden sich die Stadtverordneten gleich wieder mit dem Rad-Thema befassen: Denn Gravenbruch soll an die Radwegverbindung nach Offenbach angebunden werden. Die Stadt Offenbach hat eine Projektskizze „Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach“ mit Beteiligung Isenburgs eingereicht; mit dem Ziel, die Radwegeverbindung in die umliegenden Kommunen auszubauen und bestehende Lücken zu schließen. Das Projekt könnte Teil des Bundeswettbewerbs „Klimaschutz durch Radverkehr“ werden.

„Konkret ist eine durchgängige Radwegverbindung von Offenbach über den Gravenbruchring, westlich der Autobahnunterführung bis zum Knotenpunkt Sprendlinger Landstraße zu schaffen und der Stadtteil Gravenbruch an das Fahrradstraßennetz anzuschließen“, berichtet der Magistrat. Außerdem erhofft sich Isenburg, dass im Zuge dessen dann auch die Verlängerung des Radwegs entlang der Sprendlinger Landstraße vorangetrieben werden kann. Die liegt in der Zuständigkeit von Hessen Mobil.

Die Kosten für den Radweg, die Isenburg betreffen, werden auf rund 80.000 Euro geschätzt. Aufgrund der Förderquote von rund 70 Prozent beträgt der Eigenanteil 24 000 Euro. Besprochen wird das Thema zunächst im Bauausschuss am Mittwoch, 13. September (19.30 Uhr, Rathaus). Wenn dann das Parlament zustimmt, beteiligt sich die Stadt am Offenbacher Förderantrag.

Die Chancen, dass diese Anbindung kommt, stehen nach Einschätzung von Hunkel gut, „das ist sehr wahrscheinlich“. Der Bürgermeister hofft, im Zuge dieses Radwegs, der ja auch bis nach Neu-Isenburg weitergehen soll, auch gleich noch die Lücke schließen zu können, die trotz des neu eröffneten Radwegs zwischen Götzenhain und Isenburg noch zwischen der B46 und dem Neu-Isenburger Norden klafft. (hov)

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