Stadt lockt ganzjährig mit Kultur

Barocke Zeiten und bewegende Momente

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Der Autor Ferdinand von Schirach hat mit seinem Stück „Terror“ vor einer Weile Furore gemacht. Im Oktober ist nun in Isenburg die Bühnenfassung seines Romans „Tabu“ zu sehen – mit bekannten Schauspielern wie Kai Maertens (Mitte).

Neu-Isenburg - Kulturell hat die Hugenottenstadt auch 2018 wieder einiges zu bieten. Neben den bewährten Veranstaltungen wie den Open Doors steht das Kulturjahr ganz im Zeichen des Barocks und des Stadtgründers Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen zu dessen 300. Todestag.

Vom Barockfest im Bansapark über Kunstwettbewerb und Sonderausstellung bis zu Theater reichen die Planungen. Mitten im eisig-tristen Februar macht Bettina Stuckard Lust auf Kultur – im Sommer auch unter freiem Himmel. Die meisten Veranstaltungen sind zwar noch ein Weilchen hin, Karten dafür aber teils schon jetzt zu haben. Eine wichtige Botschaft von der Leiterin des Kulturbüros und Kulturdezernent Theo Wershoven lautet derzeit: „Das kulturelle Grundangebot der Stadt kann trotz Einsparvorgaben weitergeführt werden.“ Man setze Themenschwerpunkte und biete dazu aus allen Sparten Veranstaltungen. Per Drittmittelakquise werde zudem versucht, Sonderprojekte zu realisieren. Ein solches steht 2018 ganz oben auf der Agenda: „Zum 300. Todestages des Stadtgründers Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen am 21. September wollen wir mit einem Programm für Alt und Jung die Zeit des Barocks nachempfinden“, kündigt Stuckard an. Zum Auftakt geht’s ins Freie: Es soll dazu im Bansapark am 26. August ein Barockfest geben – mit Musik, Märchenerzähler, „Museum im Park“, Lesung und illustren Gästen.

Auch eine thematisch passende Sonderausstellung im Stadtmuseum darf nicht fehlen, flankiert mit Vorträgen und Projekttagen. Die Schau „1718 – Graf Johann Philipp zu Ysenburg und Büdingen und seine Zeit“ wird am 21. September eröffnet. Mit Molières „Die Streiche des Scapin“ (24. September) wird zudem eine klassische Barockkomödie in der Huha geboten. Und in der Serenadenreihe steht am 7. Oktober ein Konzert des Vierfarben Saxofonquartetts zum Motto „Saxofon goes Barock“ an.

Was bei der diesjährigen Auflage des Kreisprojekts „Kunst vor Ort“ herauskommt, dessen Austragungsort (wie berichtet) 2018 Neu-Isenburg ist, kann natürlich im Kulturbüro derzeit noch niemand wissen. Zumal Künstler ihre Ideen zum Thema „Die Hugenotten und Neu-Isenburg“ noch eine gute Woche lang einreichen können; letzter Abgabetermin ist der 28. Februar. Der Kreis, die Sparkasse Langen-Seligenstadt und die Stadt können sich für die künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte Diverses vorstellen – von der Skulptur zum Bodenlabyrinth. Im Herbst soll das neue Kunstwerk, das auf dem Vorplatz der Hugenottenhalle stehen soll, eingeweiht werden.

Auf der Theaterbühne gibt es in der Saison 2018/19 auch sonst einiges zu erleben: Es stehen wieder je fünf Termine in der Theater-, Komödien- und Musikreihe im Programm. Hinzu kommen die Serenadenkonzerte im Haus zum Löwen sowie acht Theaterstücke für Kinder. „Die Komödien kommen besonders gut an“, beobachtet Stuckard. In der Huha wird unter anderem „Willkommen bei den Hartmanns“ (23. September), „Abschiedsdinner“ (21. Oktober) oder „Der Greis ist heiß“ (13. Januar) gezeigt. Aber auch klassische Theaterliteratur dürfe im Sinne des bildungspolitischen Auftrags nicht fehlen, wie etwa „Faust I“.

Bilder: Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Zeppelinheim

Besonders am Herzen liegt Stuckard die Ausstellung „Syrien, Flucht und Kunst“ ab April in der Stadtgalerie. Das Ausstellungsprojekt mit rund 40 Künstlern aus Syrien hat die Kulturbüro-Chefin in Köln kennengelernt. Bereits in der derzeit noch im Stadtmuseum zu sehenden Ausstellung „Da.Sein“ sind einige Kunstwerke aus Syrien zu sehen, die als Leihgaben von Jabbar Abbdullah zur Verfügung gestellt wurden. Der Syrer organisiert in Köln das Symposium „Syrien – Kunst – Flucht“. Ab April hat Stuckard nun die große Ausstellung nachIsenburg holen können. Sie sei sich zwar bewusst, sagt sie, „dass viele Leute das Thema Flucht nicht mehr hören können“. Aber ganz bewusst habe man sich entschieden, diese Schau zu zeigen – „weil sie sehr bewegend ist und eine ganz andere Herangehensweise an das Thema bietet“. Die Ausstellung verstehe sich als Beitrag zum Dialog zwischen den Kulturen „und zielt auf mehr Verständnis“. Wie verarbeiten syrische Künstler den Krieg in ihrer Heimat? Wie beeinflussen Zerstörung, Tod, Vertreibung und Flucht die Kunst? Arbeiten in Öl, Acryl und Kugelschreiberzeichnungen sind ebenso Mittel der Umsetzung wie Fotos. (hov)

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