Gewobau und Stiftung starten Projekt für Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf

Baustart im Luftgässchen in Neu-Isenburg

Die Bagger haben ihre Zähne schon ins alte Haus im Luftgässchen 7 geschlagen: Der Abriss ist mittlerweile bis auf den Keller erfolgt. Im März wird noch der Keller abgerissen und die Baugrube erstellt, im April startet der Rohbau fürs Projekt von Gewobau und Stiftung Lebensräume.
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Die Bagger haben ihre Zähne schon ins alte Haus im Luftgässchen 7 geschlagen: Der Abriss ist mittlerweile bis auf den Keller erfolgt. Im März wird noch der Keller abgerissen und die Baugrube erstellt.

Im Alten Ort in Neu-Isenburg haben die Bauarbeiten für ein gemeinsames Projekt von Gewobau und der Stiftung Lebensräume begonnen. Im Luftgässchen entsteht ein Haus für Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf.

Neu-Isenburg – Es ging alles ziemlich schnell: Innerhalb von drei Tagen hat das Abbruchunternehmen AWR das von der Gewobau im Luftgässchen erworbene Haus abgebrochen. Somit konnten die Behinderungen auf ein Minimum gehalten werden. „Ich war selbst überrascht, wie schnell das ging“, zeigt sich Stephan Burbach erfreut. Der Gewobau-Geschäftsführer blickt nun auch dem weiteren Fortschritt gelassen entgegen.

An gleicher Stelle soll – wie berichtet – ein neues Wohnhaus für Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf entstehen.

Die Aktion inmitten des beengten Alten Ortes gestaltet sich recht kompliziert, denn sowohl für den Abbruch des Bestandsgebäudes als auch für die Errichtung des Neubaus steht nur wenig Platz zur Verfügung. „Wir haben uns für das Abbruchunternehmen AWR entschieden, da wir mit diesen auf dem Gelände der ehemaligen Branntweinmonopolverwaltung beste Erfahrungen gemacht haben“, erklärt Burbach. Für den AWR-Projektleiter Klaus Krämer war die Abbruchaktion vom Volumen her nur eine „größere Baggerschaufel“, jedoch von den Platzverhältnissen eine größere Herausforderung – die bestens gemeistert wurde.

Der Neubau im Luftgässchen 7, also mitten im Herzen des Alten Orts, ist ein Kooperations-Projekt von der Stadt, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau sowie der Stiftung Lebensräume, um zeitgemäßen Wohnraum für Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf zu schaffen. Bisher nutzte die Stiftung zwischen Löwengasse und Luftgässchen 7 ein Wohnhaus sowie das angrenzende Gebäude des ehemaligen Hotels Kochendörfer.

Für Bürgermeister Herbert Hunkel war es ein besonderes Anliegen, dieses wichtige Angebot nachhaltig zu sichern. Deshalb hatten sich die Stadt, die Stiftung und die städtische Wohnungsbaugesellschaft auf ein gemeinsames Bauvorhaben geeinigt.

Das Haus im Luftgässchen, das beträchtlich in die Jahre gekommen war, wird durch ein neues Wohnhaus ersetzt. Acht Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf soll es künftig in vier Wohngemeinschaften eine Heimat geben. Die Stiftung Lebensräume ist bereits seit 1997 in Neu-Isenburg in der Löwengasse präsent. Im ambulanten Dienst kann betreutes Einzelwohnen in Anspruch genommen werden. Ebenfalls ist dort die psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle für die Bürger im gesamten Westkreis Offenbach untergebracht. Ein Team aus Sozialarbeitern, Pflegefachkräften sowie Pädagogen unterstützt in den Bereichen Beschäftigung, Wohnen und Freizeitgestaltung. Für dieses Kooperationsprojekt hat die Stiftung ihr Grundstück im Luftgässchen 7 an die Gewobau verkauft. Im Gegenzug errichtet die Wohnungsbaugesellschaft nun auf dem Grundstück einen Neubau mit circa 280 Quadratmetern Wohnfläche, den die Stiftung über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren angemietet hat. Der Mietvertrag ist bereits abgeschlossen worden.

„Wir freuen uns über diese Lösung für Neu-Isenburg. In Abstimmung mit der Stiftung hat die Stadt das Belegungsrecht. Die acht Wohnplätze werden bevorzugt mit Bürgern aus Neu-Isenburg belegt, die Stadt bekommt dafür ein Vorschlagsrecht eingeräumt“, fasst Hunkel die Vorteile des städtischen Engagements zusammen. „Jetzt wird in den nächsten Tagen noch der Keller abgerissen und die Baugrube erstellt. Mitte April geht es dann mit dem Rohbau los“, beschreibt Burbach die anstehenden Arbeiten. Der Rohbau soll dann im Spätsommer fertig werden, sodass im Anschluss das Dach erstellt und noch vor dem kommenden Winter die Fenster eingebaut werden können. Im Anschluss finden die Rohinstallationen und der Innenausbau statt. Die Fertigstellung ist für den Spätsommer 2022 geplant. (Von Leo F. Postl)

Im April startet der Rohbau fürs Projekt von Gewobau und Stiftung Lebensräume im Luftgässchen.

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