Beim Oldtimertreffen präsentieren Autoliebhaber ihre Schmuckstücke

Von tollkühnen Käfern

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Die erste Reihe im Autokino war für die Besitzer von Käfern reserviert. Diese Familie wartet gespannt auf den Start des Films „Herbie Fully Loaded“.  

Gravenbruch - Oldtimerfreunde treffen sich, schauen einen passenden Film und haben genügend Zeit zum Fachsimpeln sowie Begutachten der mobilen Schätze. Das ist das Erfolgsrezept der Reihe „Auto. Kult. Kino.“

Bei der sechsten Auflage drehte sich auf dem Gelände des Autokinos Gravenbruch alles um den Käfer. Am Samstagabend fahren die unterschiedlichsten Fahrzeuge auf das Gelände. Rein äußerlich reicht das Spektrum von Hochglanzkarosse über Rostlaube bis hin zum Airbrush-Kunstwerk. Die Organisatoren der Reihe „Auto. Kult. Kino“ haben sich den Streifen „Herbie Fully Loaded – ein toller Käfer startet durch“ aus dem Jahre 2005 ausgesucht. Dabei handelt es sich um eine Neuverfilmung des Kultfilmes „Ein toller Käfer“. Darin schafft es dieser vom Schrottplatz zum Rennwagen.

Natürlich haben da die Besitzer eines solchen Autos Vorteile. „Für Dich ist die erste Reihe reserviert“, zeigt Organisator Raphael Hein einem Käfer-Fahrer seinen Platz vor der großen Leinwand. Dieser stammt aus dem Jahr 1952. „Das Alter sieht man ihm nicht an“, lobt eine Besucherin. Kurt Münster aus Speyer hat sein „Schätzchen“ perfekt restauriert, es steht sprichwörtlich „glänzend“ da.

Den ältesten Käfer präsentieren Thomas und Judith Ringe aus Mespelbrunn. „Als wir den erworben haben, sah er ganz gut aus, doch später stellte sich heraus, dass er nur noch von Spachtelmasse und Farbe zusammengehalten wurde“, erzählen sie. In mehr als 2000 Stunden haben sie den 1951 gebauten VW wieder verkehrstüchtig gemacht und alle TÜV-Hürden überwunden. „Den geben wir nicht mehr her“, so Thomas Ringe.

Zu bewundern gibt es nicht nur „Herbies“. Gleich am Einlass steht ein knallgelber lang gezogener Wagen, bei dem es sich um einen ehemaligen Lieferwagen der Marseiller Feuerwehr handelt. „Ich habe ihn in Deutschland erworben“, berichtet Daniela Doch. „Einmal ordentlich lackiert, dann in die Garage - und möglichst nur bei schönem Wetter raus“, rät sie.

Dauerbrenner: Warum einige Autos zur Legende werden

Ein Herz für Oldtimer hat auch Ralph Schrod aus Neu-Isenburg. Diesmal bringt der Chef-Techniker der Hugenottenhalle einen weißen Ford Mustang mit, in dem viele Stunden Arbeit stecken. „Man braucht Zeit und Geduld und es hilft ungemein, wenn man etwas von der alten Fahrzeugtechnik versteht – oder einen guten Freund hat“, meint Schrod.

Ein besonders auffälliges Herbie-Exemplar kommt aus Speyer. Der „Historic HERBIE #53“ ist ein Gesamtkunstwerk des Airbrush-Profis A. Barthory, bestehend aus mehr als 40 einzelnen Airbrush-Bildern zur Geschichte des Käfers sowie einer Komplettlackierung im „Holzlatten“-Design mit unverwechselbaren Herbie-Elementen.

Beim Fachsimpeln und Bewundern vergeht die Zeit wie im Flug. Angesichts der kühlen Temperaturen verziehen sich viele Besucher zum Film dann doch in die „Kojen“ ihrer Schätze. Das nächste „Auto. Kult. Kino“ soll im September folgen. (lfp)

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