Mal so berühmt wie der Jakobsweg?

Neu-Isenburg - Nach Hoffnung der Initiatoren soll er einmal eine ähnliche Berühmtheit erlangen wie der Jakobsweg: Der europäische Kulturfernwanderweg „Hugenotten- und Waldenserpfad“. Von Poet Laval in der Dauphiné im Südosten Frankreichs bis ins nordhessische Bad Karlshafen zeichnet er die Fluchtwege der Hugenotten aus dem 17. Jahrhundert nach. Von Katrin Diel

In der Region führt er durch Frankfurt, dann in einer Richtung südlich an Offenbach und dem Mühlheimer Steinbruch vorbei nach Hanau und Büdingen, in der anderen Richtung nach Neu-Isenburg, Mörfelden, Darmstadt, Erbach und Michelstadt.

Das Projekt wurde von fünf hessischen und zwei französischen Regionen angestoßen und soll nach mehreren Jahren Planung nun endlich konkret werden. Am kommenden Donnerstag, 25. Juni, um 15 Uhr findet im Plenarsaal des Rathauses die Gründungsversammlung des nationalen Trägervereins „Hugenotten- und Waldenserpfad“ statt. Der Verein mit Sitz in der Hugenottenstadt übernimmt die Umsetzung des Projektes in Deutschland.

Die Zahl der Partner, die finanzielle und inhaltliche Unterstützung leisten, umfasst in Hessen und Baden-Württemberg mittlerweile etwa 25 Städte, vier Landkreise und sieben ländliche Strukturregionen, ferner Naturparke, Wander- und Touristikverbände, Heimatvereine und Kirchengemeinden. Städten und Gemeinden verspricht das Projekt die Möglichkeit, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern; Hotels, Gaststätten oder Museen könnten in Form steigender Besucherzahlen profitieren. In Neu-Isenburg passt sich der vom Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur entwickelte und ausgeschilderte Historische Stadtrundgang durch den Alten Ort in den Weg ein.

Historischer Hintergrund ist laut Initiatoren das Thema Exil, das auch aktuelle Gegenwartsbezüge hat: Migration und Integration seien bedeutende Zukunftsfragen für Europa. Die Route des 1 800 Kilometer langen Kulturfernwanderwegs führt vom südfranzösischen Departement Rhone-Alpes über die Alpen bis Genf, wo eine weitere Wegstrecke der Waldenser aus dem Piemont hinzustößt. Weiter durch die Schweiz entlang der Aare über Schaffhausen geht es nach Deutschland, über den Schwarzwald und den Odenwald ins Rhein-Main-Gebiet und den westlichen Spessart, dann in den Hochtaunus, das Lahn-Dill-Bergland, Burgwald und Kellerwald bis zum Endpunkt im nordhessischen Bergland.

Die ersten Abschnitte werden in diesem Sommer auf bestehenden Wanderwegen markiert. Bis dahin wollen die Initiatoren die Details der Wegeführung und Angebote entlang der Etappen in allen beteiligten Ländern zusammentragen und ein stimmiges Orientierungs- und Informationssystem sowie ein internationales Marketing aufbauen. Denn auch der Wanderer im Piemont soll sich beispielsweise über die Angebote längs des Weges zwischen Neu-Isenburg, Walldorf und Rohrbach im Odenwald informieren können.

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